Fluchen, Lästern, Schadenfreude - das gehört bei "Kitchen Impossible" dazu und macht das VOX-Kochduell so unterhaltsam. Doch wer glaubt, Gastgeber Tim Mälzer gönne seinem Gegenüber grundsätzlich nichts, irrt. In der aktuellen Folge schimpft er über eine Bewertung, die sein Kontrahent bekommen hat.

Eine Kritik
von Carmen Schnitzer
Diese Kritik stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

"Einem Fünfjährigen in die Schnauze zu schlagen", sei eigentlich nichts für ihn, liess "Kitchen Impossible"-Gastgeber Tim Mälzer (51) das TV-Publikum in der aktuellen Folge der VOX-Kochshow wissen. Er trete gerne nach oben, hatte mit Hendrik Haase (37) nun aber einen Herausforderer, der "von der Qualifikation das Niedrigste" war, gegen das er je angetreten sei. Tatsächlich ist der studierte Kommunikationsdesigner kein gelernter Koch, sondern hat sich unter anderem als Food-Aktivist und Speaker für Nachhaltigkeitsthemen einen Namen gemacht. Würde er am Herd gegen Mälzer bestehen können?

Welpenschutz jedenfalls gab es nicht, Haase wurde als Erstes "zum Grossmeister der Saucen" geschickt: Thomas Martin (55), Küchenchef des Restaurants im Hamburger Hotel Louis C. Jacob. Dessen Gericht: "Geschmorte Ochsenschulter mit Rotweinreduktion, Sellerie und Zwiebel". Das "hohe Niveau", das er herausschmeckte, flösste Haase zwar Respekt ein, Angst vor dem Nachkochen hatte er aber nicht: "Ich glaube, ich werd' nicht ablosen."

"Eine wirkliche Nicht-Wertschätzung, Nicht-Anerkennung"

Mehr als die Hälfte der Maximalpunktzahl 10 traute er sich zu, immerhin bringe er viel Kreativität mit - was sich bereits in seinen Aufzeichnungen zeigte, die er beim Verkosten machte. Während andere Köche und Köchinnen oft auf Handyfotos setzen, skizzierte er das Gericht auf wild-künstlerische Weise in sein Notizbuch. Mit dem Kochen selbst begann er dann bereits am Vorabend des eigentlichen Kochtags, da er ahnte, dass gerade die Sauce viel Zeit zum Köcheln und Eindicken brauchen würde.

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Letztlich musste er, anders als geplant, am Schluss zwar doch zur Speisestärke greifen, alles in allem aber schlug er sich wacker, wie auch der Originalkoch feststellte: "Für jemand', der das nicht so professionell macht, hat er das richtig gut gemacht!" Würde es also mit den angestrebten 5 Punkten plus klappen? Leider nein: Die zehnköpfige Jury, bestehend aus Martins Ehefrau, einem Food-Journalisten sowie mehreren Ex-Angestellten erwies sich als knallhart.

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Zwei Punkte standen auf der ersten Karte, drei auf der zweiten. Mehr als fünf gab es von niemandem, doch der Hammer folgte mit der letzten Wertung: Null Punkte! Haase entgleisten kurz die Gesichtszüge, mehr aber empörte sich Mälzer: "Es ist für'n A....! Weil's einfach eine wirkliche Nicht-Wertschätzung, Nicht-Anerkennung ist. So 'ne Wertung gibt man nicht ab, das würde man nur sagen, wenn du auf'n Teller spuckst und abgibst." Null Punkte habe es zuvor erst einmal in der Geschichte der Show gegeben. Aber es half nichts: Haase startete mit einer Durchschnittsbewertung von mickrigen 3,6 Punkten.

Tim Mälzer agiert lustlos, aber erfolgreich

"Das ist die Note, mit der ich Abitur gemacht hab'", tröstete Mälzer, bevor sich beide ansahen, wie er selbst seine erste Aufgabe gemeistert hatte. Dass er ein nachhaltiges Biogericht würde nachahmen müssen, ahnte er schon und war wenig begeistert: "Ich hab' keine Lust, wenn ich so 'ne Baldrianwichse kochen muss."

Das beruhigende Kraut enthielt das Gericht "Kohlrabi vs. Karotte" mit Dinkelrisotto von Simon Tress (39) vom Bio-Fine-Dining-Restaurant 1950 in Hayingen auf der Schwäbischen Alb zwar nicht, lustlos war Mälzer aber dennoch: "Oh Gott, ey! Wirklich: selbst eingemachte Lebensmittel und Getreidesorten, das is' wie die Lavalampe der 80er!" Alle Zutaten für das Gericht stammten aus maximal 25 Kilometer Entfernung, teilweise frisch vom Feld, und bei aller Genervtheit ob der gar so konsequenten Regionalität stellte sich Mälzer schliesslich doch ziemlich gut an und erreichte eine Durchschnittspunktzahl von 8,4.

Klarer Sieg für Tim Mälzer

Jetzt würde Haase extrem abräumen müssen, um noch eine Chance zu haben. Ob ihm das in der albanischen Hauptstadt Tirana bei Slow-Food-Koch Bledar Kola (37) gelingen würde? Der kocht traditionelle Gerichte seiner Heimat auf Gourmetniveau, in diesem Fall "Fli mit Forelle" und Granatapfelkernen.

Eine Aufgabe, die Haase durchaus lag, doch das Nationalgericht Fli, ein mehrschichtiges, feines Gebäck, über dem offenen Feuer originalgetreu hinzubekommen, erwies sich als komplizierter als gedacht, und der ungelernte Koch kam ganz schön ins Schwitzen. Alles in allem aber konnte man sein Werk schliesslich als gelungen beschreiben, auch die 7,9 Punkte dafür konnten sich sehen lassen.

Die Chance auf einen Sieg war dennoch winzig - Mälzer hätte in Berlin grandios am ungewöhnlichen Dessert namens "Aubergine - Pekannuss - Apfelbalsamico" des Sterne-Pâtissiers René Frank (37) scheitern müssen. Dieses lobte er zwar als "exzeptionell brillant, unfassbar lecker und irgendwie auch emotional". Es nachbilden zu müssen fand er aber "immer noch kacke".

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Prompt irrte er sich dann auch bei der Nusssorte, besorgte Paranüsse und Macadamias, hatte auch so seine Probleme mit den Auberginen, beschrieb sein improvisierendes Arbeiten aber schliesslich selbst als "schon bisschen geil" und räumte letztlich ordentliche 6,4 Punkte ab. Endstand also 14,8 zu 11,5 und damit ein klarer Sieg für Mälzer - auch wenn der sich dessen Zustandekommen sicher etwas anders gewünscht hätte.  © 1&1 Mail & Media/teleschau