Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sich Tim Mälzer die brennenden Augen - und machte damit alles nur noch schlimmer. Kein Mimimi: Diese "Kitchen Impossible"-Challenge tat wirklich weh : Wer die Sendung als Sieger verliess.

Eine Kritik
von Bettina Friemel
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Wo sich die Koch-Gegner sonst am liebsten scheitern sehen, gab es am Sonntag bei "Kitchen Impossible" richtig viele Punkte. Tim Mälzer und Martin Klein duellierten sich auf allerhöchstem Niveau - trotzdem ging einiges so richtig daneben.

Eigentlich hatte sich Mälzer für 2020 vorgenommen, "männlicher zu jammern". Das klappte schon mal nicht, als er von seinem Zwei-Sterne-Gegner barfuss durch Waldboden und kaltes Wasser geschickt wurde. Im französischen Kaysersberg sollte er mit verbundenen Augen Elsässische Matelote verkosten. Die kalten Füsse fand er schlimmer: "Ich sehe absolut nicht, wie ich daran scheitern sollte." Auf der Jagd nach 10 Punkten kaufte er für den traditionellen Fischeintopf erst einmal Hühnchen ein.

Als er herausfand, dass Kochlegende Marc Haeberlin in der Jury sass, sank Mälzers Selbstbewusstsein schlagartig: Sein bestes Stück sei "gerade so klein", liess der Hamburger wissen. "Das ist einer der Grössten!" Sein Idol der französischen Küche war jedoch begeistert von Mälzers Interpretation des Gerichts: "Hut ab! Es hat mir sehr gut geschmeckt." Als Martin Klein die Jury-Punkte vorlas, fiel er vom Glauben ab: "Ich bin der Franzose! Was ist mit den Elsässern los?" Satte 8,1 Punkte, davon sogar eine Wertung von 10, bestätigten, dass Tim Mälzers Grössenwahn manchmal berechtigt ist.

"Kitchen Impossible": Weltmeister-Eis für Martin Klein

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schickte Tim Mälzer sein "Opfer" Martin Klein nach Italien. Über den französisch nasalierten Namen des Ikarus-Chefs des bekannten Hangar-7 machte er sich lustig: "Jungs, die bei uns früher auf der Schule 'Martäää' hiessen, haben auf die Fresse gekriegt." Klein rechnete bereits mit dem Schlimmsten: "Es geht ja darum, gemein zu sein. Er will mich kaputt machen." Und tatsächlich: Mälzers Plan war perfide. Er liess seinem Gegner Pistazien- und Mandarinen-Eis vom Weltmeister servieren. "Er wird probieren und dann wird er wissen, wie tief ich gerade meinen Finger in seinem Po habe", frohlockte er ebenso bildlich wie schadenfroh.

Der Schuss ging jedoch - nunja - nach hinten los. Denn Martin Klein entpuppte sich als echter Connoisseur in Sachen Eis und zauberte ein fast perfektes Gelato. Da konnte Tim Mälzer nur noch voller Ehrfurcht staunen: "Ich bin so froh, dass ich dir die Aufgabe gegeben und selber nicht bekommen habe. Das, was du da abfeuerst grade, haben wir in der Form noch nicht gesehen." Das erkannte auch die Jury und vergab satte 8,3 Punkte! Mälzer blieb der Mund offen stehen: "Das ist historisch!"

Feurige Angelegenheit für Tim Mälzer

Nach dem eisigen Erlebnis hatte der Franzose grosse Lust, Mälzer etwas Feuriges zu kredenzen und schickte ihn nach Thailand. "Bist du irre?", stand dem die Angst ins Gesicht geschrieben. "Was ich überhaupt nicht abkann: Schärfe." Allein beim Gedanken daran flossen die Schweissperlen. "Ich möchte, dass ihm ein Chili-Korn ins Auge fällt", hoffte Monsieur Klein, als er Curry mit Fischbällchen als Challenge auswählte. Der Plan ging auf, denn der ahnungslose Hamburger Jung kaufte reichlich Schoten von den extrem scharfen Sorten.

Da blickte auch die Originalköchin Bee Satongun skeptisch drein: "Ich habe gesehen, mit wie vielen Chilis er gearbeitet hat, und dachte, dass das gleich anfangen wird zu brennen." Mälzer schnippelte wild drauflos, ohne Handschuhe. "Das wird ein harter Abend für ihn, weil sein ganzer Körper brennen wird." Tatsächlich rieb sich der Koch seine Hände immer wieder ins Gesicht. Dann spürte er den Schmerz: "Jetzt hab ich die Sche...e überall in der Fresse."

Die Chili-Hölle hatte jedoch gerade erst begonnen. Als er den Deckel des Thermomix öffnete, schossen ihm die scharfen Dämpfe seiner pürierten Schoten direkt in die Augen. Die Qual liess sich nur durch kaltes Wasser lindern: "Ich hatte eine massive Schärfe in den Augen. Mir brennen immer noch die Hände. Als ob ich sie in kochendes Wasser getaucht hab." 6,3 Punkte belohnten seine Qualen.

Ende der Pechsträhne für Tim Mälzer

Stierschwanz war Mälzers süsse Rache an Martin Klein, verkocht zu Albondigas, einer Spezialität aus Sevilla. "Jede Metzgerei hatte Schwanz in der Auslage", stellte Klein beim Einkaufen fest. Doch er ignorierte den Hinweis und kaufte Rippchen ein - für den Geschmack der Fleischbällchen ein grober Fehler. Für die Beilage gab's dafür ein Kompliment vom Originalkoch: "Das Karottenpüree hat mir besser geschmeckt als mein eigenes." Das fand auch die Jury, trotzdem landeten am Ende nur 5,8 Punkte auf Kleins Konto. Was bedeutete: Sieg für Tim Mälzer, der seine Pechsträhne bei "Kitchen Impossible" damit beendete und endlich wieder ein Duell gewann.

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