• 16:58 Uhr: ➤ Intensivmediziner: Spüren keine Entspannung - Personal ausgebrannt
  • 14:41 Uhr: Brinkhaus plädiert für Lockdown-Verlängerung
  • 11:24 Uhr: Ökonomen fordern: Impfstoff-Lieferungen mit Prämien beschleunigen
  • 10:16 Uhr: RKI meldet über 12.000 Corona-Neuinfektionen

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➤ Intensivmediziner: Spüren keine Entspannung - Personal ausgebrannt

16:58 Uhr: Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern trotz sinkender Corona-Fallzahlen weiterhin angespannt. "Wir spüren auf den Intensivstationen, anders als die Zahlen den Anschein erwecken, derzeit keine Entspannung", sagte der Magdeburger Uniklinik-Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, der "Augsburger Allgemeinen".

Er forderte schärfere Massnahmen, bis die Infektionsketten von den Gesundheitsämtern kontrollierbar seien: "Wir müssen in einen harten Lockdown gehen, alles andere ist ethisch schwer vertretbar."

Walcher warnte vor Leichtsinn: "Unsere grösste Sorge ist, dass durch die Impfungen und Lockerungsdiskussionen der Eindruck erweckt wird, die Krise sei bald überwunden, und die Vorsicht der Bürger, sich an die notwendigen Massnahmen zu halten, nachlässt", sagte er. "Wenn das passieren sollte, dann werden wir eine dritte Welle mit Virusmutationen erleben, deren Folgen unabsehbar sind."

Sorge bereitet den Intensivstationen laut Walcher auch die Überlastung des Personals. Die Beschäftigten hätten zwischen den beiden Lockdowns keine Verschnaufpause gehabt, da viele verschobene Operationen nachgeholt worden seien. Es drohten nun massive Ausfälle.

"Das Pflegepersonal ist maximal belastet, die Menschen können einfach nicht mehr" sagte der Mediziner. "Sehr viele sind ausgebrannt, es gibt schon jetzt sehr viele Burnout-Fälle und Rückzugserscheinungen. Wir Intensivmediziner haben Angst, dass in den kommenden Monaten viele das Handtuch werfen."

Die Logistik bei der Impfstoffverteilung für die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Spahn will wegen AstraZeneca Impfverordnung überarbeiten

15:52 Uhr: Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission über eine Altersbeschränkung beim Impfstoff von AstraZeneca hat Gesundheitsminister Jens Spahn eine Überarbeitung der Impfverordnung angekündigt. Man werde generell an einer Priorisierung festhalten, aber die "Alterskomponente" für den AstraZeneca-Impfstoff aufgreifen, sagte Spahn am Samstag bei einem digitalen "Townhall" zu den Corona-Impfungen.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten. Am Montag will Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Impfgipfel zusammenkommen.

Die Impfverordnung sieht eine Priorisierung vor. Die höchste Priorität haben Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, und etwa das Personal in Pflegeheimen.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission den AstraZeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hiess es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung.

Spahn sagte, der Impfstart sei ohne Zweifel schwierig gewesen. Es sei viel Frust entstanden, was Hotlines angehe und die Frage der Lieferungen. "Ich verstehe auch die Ungeduld gut, sehr gut."

Man habe aber ein Jahr nach Beginn der Pandemie drei zugelassene wirksame Impfstoffe. "Das hätte vor 12 und auch vor 6 Monaten wahrscheinlich niemand wirklich so vorherzusagen gewagt." Der Weg sei begonnen, sagte Spahn mit Blick auf die Impfungen. Er müsse aber besser werden und werde auch Zug um Zug besser.

Kassenzettel aufbewahren: Kann man seine FFP2-Masken von der Steuer absetzen?

Im Büro, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Besuch der Grosseltern im Pflegeheim: Die FFP2-Maske ist unser täglicher Begleiter im Alltag. Im Internet kursieren diverse Tipps, man solle die Kassenzettel der privat gekauften FFP2-Masken aufbewahren, da man sie angeblich von der Steuer absetzen könne. Wir haben beim Bayerischen Landesamt für Steuern nachgefragt und klären im Video auf, ob die Behauptungen stimmen.

Brinkhaus plädiert für Lockdown-Verlängerung

14:41 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hält eine Verlängerung des Lockdowns über den 14. Februar hinaus für erforderlich. "Besser jetzt noch ein wenig länger etwas härtere Massnahmen als ein Raus-Rein-Raus-Rein, was letztlich alle zermürbt", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Viele Beschränkungen müssten im Kern vermutlich noch einmal verlängert werden. "Wir müssen die Zahlen jetzt weit herunterbekommen." Deutschland müsse wegen der Mutation des Virus bei Lockerungen der Massnahmen sehr vorsichtig sein, mahnte Brinkhaus.

Der Fraktionschef forderte für die Zeit nach der Corona-Pandemie eine Neuordnung der Beziehungen zwischen Bund und Ländern. "Wir müssen in Deutschland sehr schnell und sehr viel verändern. Die Coronakrise hat das wie unter einem Brennglas gezeigt", sagte Brinkhaus. Er fügte hinzu: "Wir waren nicht nur zu behäbig und kompliziert in unseren Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung. Es gilt generell: So wie wir das Land organisiert haben, haben wir nicht die Leistungsfähigkeit, die wir im 21. Jahrhundert brauchen."

Der föderale Aufbau müsse besser werden. "Wir haben von Bund über Land, Bezirksregierungen, Kreise und Kommunen fünf Ebenen, die an irgendeiner Stelle mitentscheiden". Als Beispiel nannte Brinkhaus die Digitalisierung der Schulen. Der Bund stellt den Ländern Geld bereit. Diese komme aber erst einmal nicht in den Schulen an.

Brinkhaus hält überdies eine "sehr harte Fehleranalyse" in Bezug auf die Altenheime für notwendig. "Es ist nicht akzeptabel, dass dort so viele Menschen an einer Covid-Infektion gestorben sind", sagte der CDU-Politiker. Auch die Vergabe von Impfterminen an über 80-Jährige sei oft nicht gut organisiert gewesen.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien gab Brinkhaus am Samstag mit Blick auf die Bund-Länder-Kompetenzprobleme Recht. Die Pandemie habe überkomplizierte Strukturen schonungslos offengelegt.

"Über notwendige Verfassungsänderungen müssen Gespräche sobald möglich begonnen werden", sagte die CDU-Politikerin. Im Bildungsbereich liege die Ursache in der Föderalismusreform von 2006, die sich nicht bewährt habe. "Die Länder stehen sofort zu Gesprächen zur Verfügung, wenn der Bund die Verwaltungshürden im Digitalpakt für Länder und Kommunen abbauen will."

WHO dringt auf mehr Einheit in Deutschland im Kampf gegen Corona

13:06 Uhr: Der COVID-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), David Nabarro, hat Politiker in Deutschland zu mehr Einheit im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Vertreter von Bund und Ländern müssten geschlossen dieselbe Botschaft verkünden, sagte Nabarro der Deutschen Presse-Agentur ein Jahr, nachdem die WHO wegen der ersten Coronafälle in China eine "Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen hatte (30. Januar 2020). Das ist die höchste WHO-Alarmstufe.

Statt hier und da laut über Lockerungen nachzudenken, müsse die Botschaft aller Politiker unisono lauten: Maske tragen, notfalls auch draussen, Abstand halten, auch im Nahverkehr oder in Fabriken, Handhygiene und Infizierte und deren Kontakte isolieren.

Ein Ende der Pandemie sei noch nicht abzusehen, warnte Nabarro. "Ich rechne damit, dass es noch lange dauert, Monate - wir sind dem Ende noch lange nicht nahe."

Um alle Menschen hinter die Coronaschutzmassnahmen zu bringen, brauche Deutschland einen Jürgen-Klopp-Effekt, sagte Nabarro mit Verweis auf den früheren Fussballtrainer von Borussia Dortmund, der heute in Liverpool arbeitet. "Klopp weiss, wie man Menschen berührt und Massen zusammenbringt", sagte Nabarro. "Er hätte sicher gute Ideen."

Deutschland sei mit rigorosen Schutzmassnahmen im vergangenen Jahr gut gestartet. "Warum haben sie die Gründlichkeit nicht beibehalten?" fragte Nabarro. "Es ist fast so, als hätten reiche Länder gedacht, sie kämen ohne harte Arbeit durch die Pandemie." Europa könne von Ländern wie Thailand, Kambodscha, Australien und Neuseeland lernen.

Merkel wirbt bei Familien um Geduld in der Corona-Krise

11:41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an die besondere Belastung von Familien in der Corona-Pandemie erinnert. "In der Bundesregierung sind wir uns sehr bewusst, wie hart der Alltag für viele Eltern und Kinder zurzeit ist - das unterschätzt niemand von uns", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Sie versicherte erneut, dass bei Lockerungen der Corona-Massnahmen Kitas und Schulen zuerst wieder geöffnet werden sollten.

Es sei ein "gewaltiger Kraftakt", Kita- und Grundschulkinder zu Hause zu betreuen und zu unterrichten sowie bei älteren Kinder das digitale Lernen zu begleiten, sagte Merkel. "Dazu kommen noch die eigenen beruflichen Verpflichtungen und Sorgen." Wohnungen seien "Spielplatz, Klassenraum und Arbeitsplatz in einem".

Bitter sei auch, "dass Kinder und Jugendliche im Moment auf vieles verzichten müssen, was in dieser Lebensphase so wichtig ist und Freude macht: Freunde treffen, Hobbys nachgehen, feiern oder einfach nur unbeschwert in den Tag hineinleben", sagte die Kanzlerin. Umso dringender sei es, Familien in dieser Pandemie nach Kräften zu unterstützen.

Die Bundesregierung habe dafür eine ganze Reihe von Massnahmen auf den Weg gebracht. Merkel verwies unter anderem auf das Konjunkturpaket mit dem Kinderbonus, die Kindergelderhöhung sowie die Verdopplung der Kinderkrankentage. Diese könnten auch beansprucht werden, wenn ein Kind betreut werden müsse, weil Schule oder Kita geschlossen seien.

Sie wisse, dass solche materiellen Hilfen nicht die eine Frage beantworteten, die alle Eltern beschäftige: "Wann kann mein Kind endlich wieder in die Kita oder die Schule?" Die Bundesregierung setze alles daran, "Kitas und Schulen als erstes wieder öffnen können, um den Kindern ein Stück ihres gewohnten Alltags wiederzugeben und um Familien zu entlasten", versicherte Merkel.

Sie mahnte zugleich zur Vorsicht und dämpfte die Erwartungen an schnelle Öffnungen. Die Infektionszahlen gingen zwar seit einiger Zeit wieder zurück, "die Richtung stimmt". Es bestehe aber eine "sehr reale Gefahr" durch die hochansteckenden Virus-Varianten.

"Deshalb müssen wir auf unserem Weg durch die nächsten Wochen vorsichtig und behutsam handeln", sagte Merkel. "Noch sind wir nicht so weit, Kitas und Schulen wieder öffnen zu können."

Ökonomen fordern: Impfstoff-Lieferungen mit Prämien beschleunigen

11:24 Uhr: Pharmaunternehmen sollten nach Ansicht von Ökonomen mit Prämien zur schnelleren Lieferung von Corona-Impfstoffen bewegt werden. "Angesichts der immensen Kosten, die der Gesellschaft durch die Pandemie und die Lockdowns in ganz Europa entstehen, sollte diese Prämie sehr hoch sein", verlangen die Wirtschaftsexperten Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts in München, und Daniel Gros, Mitglied des Vorstands am Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel, in einem am Samstag veröffentlichten Beitrag.

Beide kritisierten die ihrer Ansicht nach wenig verbindlichen Bedingungen in den Verträgen mit den Pharmaherstellern wie Astrazeneca und Biontech, "die nun zu einem schleppenden Verlauf der Impfmassnahmen führen".

Die zusätzlichen Kosten für die Aufstockung der Impfstoffversorgung für Europa könnten sich auf einige Milliarden Euro belaufen. "Die Prämien rechnen sich dennoch, denn sie wären immer noch sehr viel günstiger als ein längerer Lockdown wichtiger Teile der EU mit ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung von 14 Billionen Euro", sagte Fuest. "Dazu kommen die langfristigen Kosten für die Schliessung von Schulen und - nicht zuletzt - der Verlust von Menschenleben."

Jede zusätzlich in diesem Jahr gelieferte Impfstoffdosis habe nach Schätzungen einen Wert von etwa 1500 Euro für die Gesellschaft, heisst es in dem Beitrag. Dies sei ein Vielfaches des Preises, der derzeit bei höchstens 15 Euro liege.

Die Prämie sollte gestaffelt werden. "Die könnte bei einem Vielfachen des ursprünglichen Preises beginnen, aber im Laufe der Zeit sinken. Das würde das Risiko verringern, dass zeitliche Vorgaben nicht eingehalten werden, und den Unternehmen einen starken Anreiz geben, die Produktion zu beschleunigen."

Gesundheitsministerium: Weitere 5 Millionen Impfdosen bis 22. Februar

11:02 Uhr: Bis zum 22. Februar werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums laut der Hersteller Biontech, Moderna und Astrazeneca mindestens weitere fünf Millionen Impfdosen an die Bundesländer geliefert. Das teilte das Ministerium am Samstag auf Twitter mit.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach auf Twitter von guten Nachrichten nach einem schwierigen Start.

Studie: Symptome bei britischer Corona-Mutation sind leicht verändert

Einer Studie zufolge sind die Symptome bei der zuerst in Grossbritannien entdeckten Coronavirus-Variante anders als bei der bislang vorherrschenden. Husten tritt beispielsweise etwas häufiger auf.

Nach Angaben des Ministeriums wurden seit Beginn der Impfkampagne vor fünf Wochen in Deutschland über 3,5 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 2,2 Millionen verimpft.

Die Bundesregierung war wegen der schleppend angelaufenen Corona-Impfungen in die Kritik geraten. "Der Start der Impfkampagne war schwierig", hatte Spahn am Freitag in Berlin gesagt. Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet.

RKI meldet über 12.000 Corona-Neuinfektionen

10:16 Uhr: In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 12.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.321 Ansteckungsfälle registriert.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.205.171.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 794 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 56.546.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1.911.800. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag am Samstag bei 90,9. Am Donnerstag war dieser Wert erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht seit Wochen zurück, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

"Bürgerpflicht" - Horst Seehofer verteidigt Einreiseverbote

08:22 Uhr: Mit weitreichenden Einreisesperren für Menschen aus mehreren Ländern versucht Deutschland die Ausbreitung besonders ansteckender Coronavirus-Varianten zu bremsen. Die Massnahmen gelten seit diesem Samstag für Menschen aus Grossbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch für jene aus den afrikanischen Staaten Lesotho und Eswatini.

Es gibt dazu ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

Bundesinnenminister Horst Seehofer verteidigte die Massnahme als "absolut notwendig" zum Schutz der Bevölkerung vor hoch infektiösen, mutierten Viren. Der CSU-Politiker forderte im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen" zugleich einen Verzicht auf jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland. Das sehe er als "Bürgerpflicht". "Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, das muss ich deutlich sagen, wäre geradezu töricht", betonte Seehofer.

Zur Eindämmung der Pandemie richten sich neue Hoffnungen auf die Impfungen gegen das Virus. Nach Biontech/Pfizer und dem US-Konzern Moderna erhielt am Freitag der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca von der Europäischen Union die Zulassung für seinen Impfstoff. Allerdings sorgen angekündigte Verzögerungen bei Lieferungen von Astrazeneca und auch von Moderna für Verärgerung in der EU.

Moderna bestätigte am Freitagabend "kurzfristig angepasste Lieferschätzungen". Diese sollen aber bald wettgemacht sein. Alle Lieferverpflichtungen im ersten Quartal würden eingehalten, hiess es. Astrazeneca versprach ebenfalls, sich um ein Ende seiner Lieferprobleme zu bemühen. "Wir arbeiten rund um die Uhr, um die Kapazität zu erhöhen", sagte Unternehmenschef Pascal Soriot vor Journalisten. Man versuche wirklich alles, um Tempo zu machen.

Stiko-Vorsitzender verteidigt Altersvorgabe für Astrazeneca-Impfstoff

06:11 Uhr: Nach der europäischen Zulassung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca hat der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) die von seinem Gremium empfohlene Altersvorgabe verteidigt. Die Daten von Astrazeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können, sagte Thomas Mertens am Freitagabend bei einer Videoschalte des Science Media Center. Man brauche weitere Informationen dazu, wie gut der Impfstoff auch ältere Menschen vor COVID-19 schütze.

Das Präparat von Astrazeneca werde "aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen", hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Impfkommission am erklärt. "Wir haben nicht die Qualität des Impfstoffs bewertet, sondern die Qualität der Daten", betonte Mertens. Der Virologe fügte hinzu, dass die Stiko ihre Empfehlungen nach dem Einreichen weiterer Daten zur Effizienz bei älteren Menschen aktualisieren werde. Gleichzeitig betonte er, die Sicherheit des Impfstoffs stehe ausser Zweifel.

Clemens Wendtner, Chefarzt an der München Klinik Schwabing, sprach in der Videoschalte angesichts der Zulassung von einem guten Tag für die Impfkampagne. Nun stehe - neben den bereits zuvor zugelassenen Präparaten von Pfizer/Biontech und Moderna - ein dritter Impfstoff zur Verfügung, der effizient und sicher sei. Zudem sei das Präparat von Astrazeneca massentauglich, weil es von Hausärzten verabreicht werden könne. Für die beiden anderen Impfstoffe sind dagegen Kühlketten erforderlich.

Wendtner betonte, im Kampf gegen die Corona-Pandemie gehe es nun darum, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. Die EU-Kommission hatte den Astrazeneca-Impfstoff am Freitagabend für Personen ab 18 Jahren ohne Altersbeschränkung zugelassen.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Teaserbild: © imago images/Ralph Lueger