Die zweifelhafte Entscheidung der Bundesregierung einem Strafverfahren gegen Jan Böhmermann zuzustimmen, sorgt deutschlandweit für viel Diskussionsstoff. So auch bei einigen Kollegen Böhmermanns. Satiriker Oliver Kalkofe rechnet in einem Videokommentar mit Merkels Entscheidung ab und beschreibt empört wie "aus einem Furz, ein Tsunami" wurde.

In der Staatsaffäre um Jan Böhmermann zeigen sich viele Prominente solidarisch mit dem Moderator. Neben deutschen Komikern wie Dieter Hallervorden oder Oliver Welke zeigt sich auch Vorzeige-Parodist Oliver Kalkofe, aufgebracht darüber, was Böhmermann gerade widerfährt. Der Sender Tele 5 zeigte Sonntag Abend ein Video, in dem sich Kalkofe über die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel im Fall Böhmermann empört. Er konstatiert schon fast resigniert: "Ein trauriger Tag für unser Land und unsere Meinungsfreiheit" .

In seinem Kommentar zur Satirefreiheit stellt er eines klar: Provokation ist Aufgabe der Satire. Doch, dass aus einer Satire eine Staatsaffäre wurde, kommt daher, dass "viele wichtige Leute zur falschen Zeit, den Witz nicht verstanden haben".

Auch er nennt Böhmermanns Gedicht plump, krass und beleidigend. Doch die vorschnelle Reaktion des ZDF die Böhmermann-Sendung mit dem Schmähgedicht aus der Mediathek zu löschen, führe dazu, dass das Gedicht losgelöst aus dem Kontext nicht mehr richtig zu verstehen ist. "Feige, beschämend falsch für einen öffentlich-rechtlichen Sender", urteilt Kalkofe.

Doch zur richtigen Staatsaffäre sei es erst geworden durch die unaufgeforderte und ungefragte Kritik der Kanzlerin.

Kalkofe sieht politisch die Gefahr, dass diese Situation nun von "den falschen und radikalen Kräfte" zu ihren Zwecken genutzt wird, die die Kanzlerin bereits als "Verräterin" im Kontext ihrer Flüchtlingskrise sehen.

"Aus einem Furz wurde ein Tsunami", resümiert Kalkofe die Affäre um die Satire. Und obwohl die Entscheidung der Bundesregierung nicht den Tod der Satirefreiheit bedeutet, so war es doch "ein gewaltiger Tritt in ihre Eier".