US-Präsident Joe Biden hat erneut einen europäischen Staatslenker mit einem verstorbenen Amtsvorgänger verwechselt, diesmal Helmut Kohl statt Angela Merkel. Es ist die zweite Panne dieser Art innerhalb weniger Tage.

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Helmut Kohl statt Angela Merkel: US-Präsident Joe Biden hat erneut einen europäischen Staatenlenker mit einem verstorbenen Amtsvorgänger verwechselt. Bei einer Veranstaltung zum Einsammeln von Wahlkampfspenden in New York gab der 81-jährige Biden am Mittwochabend eine Unterhaltung wieder, die er während des G7-Gipfels im Jahr 2021 mit Helmut Kohl geführt habe - der langjährige Bundeskanzler war jedoch schon 2017 verstorben. Stattdessen war Deutschland durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertreten.

Biden berichtet von vermeintlichem Treffen mit Kohl

Biden erinnerte bei seinem Auftritt an den G7-Gipfel, der im Juni 2021 in Grossbritannien stattfand - wenige Monate nach seiner Amtseinführung und dem Sturm der Anhänger seines Vorgängers Donald Trump auf das Kapitol in Washington. "Helmut Kohl, der Deutsche, hat mich angesehen und gesagt: 'Was würden Sie sagen, Herr Präsident, wenn Sie morgen die britische 'Times' aufschlagen, um dort zu lesen, dass 1000 Menschen die Tür des britischen Parlaments gewaltsam geöffnet und Leute getötet haben, mit der Absicht, die Amtsübernahme des Premierministers zu verhindern?'", sagte Biden laut Mitschriften von Journalisten, die ihn bei dem Termin in New York begleiteten.

Veranstaltungen dieser Art werden weder gefilmt noch aufgenommen, die Presse kann jedoch mitschreiben.

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Auch Macron wurde bereits verwechselt

Schon vergangene Woche hatte Biden in einer Rede in Las Vegas den G7-Gipfel von 2021 erwähnt. Dabei verwechselte er Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron mit dessen vor fast 30 Jahren gestorbenen Vorgänger François Mitterrand, und bezeichnete diesen zudem zunächst als Staatschef Deutschlands.

Der amtierende US-Präsident verweist oft auf das Gipfeltreffen, bei dem sich internationale Staatenlenker seinen Angaben zufolge wegen des Sturms auf das Kapitol besorgt über die Demokratie in den USA geäussert hätten.

US-Wähler sind besorgt um Biden

Umfragen zufolge sind die Menschen in den USA zunehmend besorgt wegen des hohen Alters von Biden, der ein zweites Mal für die Präsidentschaft kandidieren will. Zu Beginn einer möglichen zweiten Amtszeit wäre er 82 Jahre alt. Weniger besorgt zeigen sich die Befragten über den 77 Jahre alten Donald Trump, der ebenfalls mit Aussetzern auffiel.

Bidens wahrscheinlichster Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl verwechselte im Januar seine frühere UN-Botschafterin und jetzige innerparteiliche Gegenkandidatin Nikki Haley mit der ehemaligen demokratischen Repräsentantenhausvorsitzenden Nancy Pelosi.

Am Freitag empfängt Biden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem ausführlichen Gespräch im Weissen Haus. Zunächst wollen sich Scholz und Biden unter vier Augen austauschen, danach ziehen sie ihre Berater hinzu. (afp/phs)

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