• Nachdem Donald Trump über Wochen versucht hatte, die Übergabe des Amtes an Joe Biden zu verhindern, hat er seinem Nachfolger im Weissen Haus immerhin einen "sehr wohlwollenden" Brief hinterlassen.
  • Was genau darin steht, behält Biden aber zunächst für sich.
  • Trump knüpft mit dem Schreiben an eine lange Tradition an.

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Zum Abschied hat Donald Trump seinen Nachfolger Joe Biden dann doch noch positiv überrascht: Vor seinem Auszug aus dem Weissen Haus hat der frühere US-Präsident dem neuen nach dessen Angaben einen "sehr wohlwollenden" Brief hinterlassen.

Diese Art von Schreiben hat in den USA Tradition. Seit dem Republikaner Ronald Reagan 1989 hat bislang jeder scheidende US-Präsident seinem Nachfolger einen meist warmherzigen Brief auf den Schreibtisch gelegt - ganz unabhängig davon, ob er mit ihm politisch über Kreuz lag.

Biden schweigt über genauen Inhalt

Dass sich auch Trump zu dieser Geste durchgerungen hat, ist jedoch erstaunlich. Schliesslich hat er Biden bis heute nicht zum Wahlsieg gratuliert. Und als erster US-Staatschef seit Andrew Johnson vor mehr als 150 Jahren hat der 74-Jährige mit einer anderen wichtigen Tradition gebrochen: Er hat nicht an der Vereidigungszeremonie seines Nachfolgers teilgenommen. Stattdessen verliess Trump Washington am Mittwochmorgen in Richtung Florida.

Was in dem Brief stand, bleibt zumindest vorerst das Geheimnis der beiden Männer. Da die Zeilen des Republikaners "privat" seien, werde er in der Öffentlichkeit nicht über den Inhalt des Briefs sprechen, solange er nicht mit Trump selbst geredet habe, sagte Biden.

Reagan hinterliess Bush eine Comic-Zeichnung

Ob Trump ähnlich kreativ war, wie seinerzeit Ronald Reagan? Der nämlich hinterliess seinem Parteifreund George H. W. Bush eine Notiz, und zwar auf einem Zettel mit der Aufschrift "Lass' Dich nicht von den Truthähnen unterkriegen". Darunter die Comic-Zeichnung eines am Boden liegenden Elefanten, auf dem sich mehrere der Vögel tummeln. Der Elefant ist das Wappentier der Republikaner.

Womöglich hat sich Trump auch an jenem Brief orientiert, den er selbst vor vier Jahren erhalten hatte. Barack Obama - gegen den Trump über Jahre hinweg krude Verschwörungstheorien verbreitet hatte - schrieb ihm: "Millionen haben ihre Hoffnungen in Sie gesetzt. [...] Michelle und ich wünschen Ihnen und Melania das Allerbeste, während Sie sich auf dieses grosse Abenteuer einlassen, und Sie sollten wissen, dass wir bereit sind, auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Viel Glück und Gottes Segen, BO." (mcf/dpa/afp)

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