• Der künftige US-Präsident Joe Biden hat in einem Interview mit CNN indirekt an Trump appelliert, dass dessen Teilnahme an Bidens Amtseinführung wichtig wäre.
  • Biden zeigte sich besorgt über das Bild, das die USA in der Welt abgäbe.

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Die Anwesenheit von Donald Trump bei der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten im Januar ist nach Ansicht des Wahlsiegers Joe Biden wichtig für das Ansehen der USA. Trumps Teilnahme wäre nur in einer Hinsicht wichtig, sagte Biden am Donnerstag (Ortszeit) in einem Interview des Senders CNN: "Dass wir am Ende dieses Chaos', das er verursacht hat, in der Lage sind zu zeigen, dass es eine friedliche Machtübergabe gibt, mit konkurrierenden Parteien, die da stehen, Hände schütteln und weitermachen."

Er sei besorgt über das Bild, das die USA in der Welt abgäben. "Schauen Sie, wie wir gesehen werden, sie fragen sich: "Mein Gott, solche Dinge passieren in Blender-Diktaturen. Das sind nicht die Vereinigten Staaten"." Es sei Trumps Entscheidung, ob er komme oder nicht, aber sein Handeln werde Konsequenzen für das Land haben.

Trump erkennt den Demokraten Biden noch immer nicht als Sieger der Präsidentenwahl vom 3. November an und stellt sich als Opfer massiven Wahlbetrugs dar, für den keine Beweise vorliegen. Er hat zur Anfechtung der Ergebnisse zahlreiche Klagen anstrengen lassen, bislang aber keine nennenswerten juristischen Erfolge erzielt.

Donald Trump: "Wichtigste Rede, die ich je gehalten habe"

Erneut hat der amtierende US-Präsident Trump deutlich gemacht, dass er sich nicht mit seiner Niederlage gegen den Demokraten Biden abfinden will. Er erneuert seine Wahlbetrugsvorwürfe - dieses Mal in einer ausführlichen Ansprache.

Biden: Mehrere Republikaner haben gratuliert

Auch führende Mitglieder von Trumps Republikanern haben Biden öffentlich noch nicht als Wahlsieger anerkannt. Biden sagte nun, "mehr als einige derzeitige republikanische Senatoren" hätten ihn privat angerufen und ihm gratuliert. "Ich verstehe, in was für einer Situation sie sich befinden, bis die Wahl in den Köpfen eindeutig mit den Stimmen des Wahlkollegiums entschieden ist", sagte Biden.

Der US-Präsident wird indirekt vom Volk gewählt. Die Stimmen der Wähler in den Bundesstaaten entscheiden über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das den Präsidenten am 14. Dezember wählt. Für einen Sieg ist die Mehrheit der 538 Wahlleute nötig - Biden kann auf 306 Wahlleute zählen. Die Amtseinführung ist für den 20. Januar geplant.

Trump hat während seiner Amtszeit viele Gepflogenheiten missachtet und zahlreiche Tabus gebrochen, weswegen spekuliert wird, ob er - anders als traditionell in den USA üblich - der Amtseinführung Bidens beiwohnen wird. Eine entsprechende Frage liess Trump vergangene Woche unbeantwortet.  © dpa

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