Es ist Sommerpause in der Formel 1 und somit auch wieder Zeit für allerlei Spekulationen rund um die Piloten. Bei Mercedes überlegt man, Valtteri Bottas zu ersetzen. Red Bull hat bereits einen Fahrerwechsel vollzogen und auch in den anderen Teams wie Renault, Haas und Williams rumort es gewaltig.

Mehr Formel-1-Themen finden Sie hier

"Ich habe gehört, du brauchst einen neuen Fahrer?" Diesen Satz richtete Renault-Teamchef Cyril Abiteboul in der vergangenen Saison an seinen Rivalen und Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass es Renault gelungen war, Daniel Ricciardo von Red Bull abzuwerben. Den freien Sitz im RB15 füllte man daraufhin mit einem jungen, vielversprechenden Talent. Dieses Talent war Pierre Gasly, der nun, nach einer miserablen ersten Saisonhälfte, seinen Platz räumen und an Alexander Albon abgeben musste.

"Ich habe gehört, du brauchst einen neuen Fahrer?" Dieses Jahr könnte Christian Horner die selbe spöttische Frage Cyril Abiteboul und fast allen anderen Teamchefs stellen, denn beinahe alle Teams haben wichtige Entscheidungen zu treffen. Renault beispielsweise muss sich entscheiden, ob es auch in der kommenden Saison mit dem Deutschen Nico Hülkenberg an den Start gehen will.

Der 32-Jährige konnte bisher nicht überzeugen und liegt nur auf Platz 14 der Fahrerwertung. Renault war mit der Hoffnung auf Platz 4 in die Saison gestartet und liegt nun abgeschlagen auf Platz 6.

In 173 Rennen fuhr Hülkenberg zudem noch nie einen Platz auf dem Podium ein - eine Statistik, die ihm nun seinen Platz bei Renault kosten könnte. Es ist auch noch nicht sicher, ob Daniel Ricciardo dem Team erhalten bleibt. Neuerdings kamen Gerüchte auf, dass er 2020 zu Red Bull zurückkehren könnte (vorausgesetzt, Albon überzeugt nicht), um erneut den Platz neben dem zuletzt auftrumpfenden Max Verstappen zu füllen.

Formel 1: Trennt sich Mercedes von Bottas?

Auch bei Mercedes steht eine wichtige Entscheidung bevor. Team-Boss Toto Wolff zählte Valtteri Bottas öffentlich an und gab bekannt, dass das Team in naher Zukunft entscheiden wird, ob Bottas seinen Sitz im Silberpfeil behalten darf oder ob er durch Ersatzfahrer Esteban Ocon ersetzt wird.

Diese Entscheidung hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf Mercedes. Eine Entscheidung könnte der Dominostein sein, der das Transferkarussell erst so richtig in Schwung bringt.

Kevin Magnussen (links) neben seinem Teamkollegen Romain Grosjean (rechts)

Bei Haas wird man ebenfalls angestrengt über mögliche Fahrerwechsel diskutieren. Die beiden Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean kamen sich in den Rennen immer wieder gefährlich nahe und auch neben der Strecke gilt das Verhältnis als angespannt. Ein Risiko, das man bei Haas wohl nicht länger tolerieren wird, zumal die jüngsten Resultate einiges zu Wünschen übrig liessen.

Dabei erscheint Grosjean als der wahrscheinlichste Streichkandidat, denn anders als sein Teamkollege besitzt er keinen über die Saison hinaus gültigen Vertrag bei Haas. Allerdings ist es durchaus denkbar, dass man beide Fahrer ersetzt, sollten sich die Ergebnisse in der zweiten Saisonhälfte nicht verbessern.

Schlecht steht es auch um Robert Kubica. Der F1-Veteran, der diese Saison sein Comeback feierte, konnte im Williams nicht überzeugen und wurde die gesamte Saison über von seinem Teamkollegen George Russell dominiert. Obwohl Williams momentan nicht wirklich konkurrenzfähig ist, dürfte das Team dennoch versuchen, einen stärkeren Fahrer für die nächste Saison zu finden.

Fraglich ist auch, ob Antonio Giovinazzi in der kommenden Saison an der Seite von Kimi Räikkönen fahren wird. Der 25-jährige Pilot von Alfa Romeo konnte bisher nur einen einzigen WM-Punkt einfahren und hat sich somit keine einfache Ausgangssituation geschaffen. Sollte Bewegung in die Cockpits der Formel 1 kommen, so wird auch Giovinazzi um seinen Sitz bangen müssen.

Interessant wird auch sein, ob Alexander Albon seinen Platz im Red Bull rechtfertigen kann. Sollte er wie sein Vorgänger Pierre Gasly nicht mit der Spitzengruppe mithalten können, so ist ein erneuter Fahrerwechsel im Red Bull alles andere als ausgeschlossen. Zudem muss man auch bei Torro Rosso damit rechnen, dass sich der Nachwuchs so langsam zu grösseren Aufgaben berufen fühlt. Es ist gut denkbar, dass sich beispielsweise Danil Kvyat eine neue Herausforderung in einem neuen Team suchen wird.

Sollten sie keine Zukunft bei Mercedes haben, dürften sowohl Valtteri Bottas als auch Esteban Ocon keine Probleme haben, Angebote der anderen Teams zu erhalten. Auch andere Fahrer wie Sergey Sirotkin oder Nicholas Latifi werden möglicherweise ihren Weg in bzw. zurück zur Formel 1 finden. Es kommt also darauf an, wie und vor allem wohin der erste Dominostein fällt.

Emotionaler Auftritt: Mick Schumacher fährt in Papas Ferrari

Mick Schumacher hat für die deutschen Formel-1-Fans die Zeit zurückgedreht. Der 20-jährige Formel-2-Pilot fuhr in Hockenheim im Ferrari F2004 seines Vaters Michael. © ProSiebenSat.1
Teaserbild: © imago images / HochZwei