Es regnet wieder rote Rosen: "Der Bachelor 2014" steht in den Startlöchern. Christian Tews heisst der neue RTL-Herzensbrecher, um den ab Mittwoch 22 Damen mit allen Mitteln buhlen dürfen. "Er ist ein sympathischer Typ", findet Jan Kralitschka, der ein Jahr zuvor als "Bachelor" sein Liebesglück suchte. Der 37-Jährige hat aber nicht nur eine wohlwollende Meinung über seinen Nachfolger, sondern auch noch ein paar Tipps für ihn parat. Er stellt klar: "Der Bachelor" läuft nicht nach Drehbuch, die Gefühle sind echt.

Herr Kralitschka, bald startet die vierte Staffel von "Der Bachelor" auf RTL. Freuen Sie sich darauf - oder sind Sie vielleicht etwas neidisch auf Ihren Nachfolger?

Jan Kralitschka: Ich freue mich drauf. Ich versuche, mir alle Staffeln anzusehen, weil es schöne Erinnerungen weckt. Ich kann nachfühlen, wie sich Christian Tews in manchen Situationen fühlen wird. Neidisch bin ich nicht. Ich hab das alles schon erlebt - jetzt ist er dran.

Würden Sie wieder als "Bachelor" auf Brautschau gehen?

Für den "Bachelor" posieren die Kandidatinnen knapp bekleidet.

Jan Kralitschka: Hätte ich es noch nicht gemacht, würde ich es sofort wieder machen! Ich habe nur positive Erinnerungen, sowohl an die Drehzeit, als auch die Zeit danach. 2013 war ein tolles Jahr, ich habe dadurch viele interessante Menschen kennengelernt und spannende Dinge gemacht.

Haben Sie den neuen "Bachelor" Christian Tews schon kennengelernt?

Jan Kralitschka: Persönlich kenne ich ihn nicht, aber ich durfte in eine Folge hineinschauen. Alle reden ja darüber, dass Christian eine Glatze hat. Das wäre nicht das Erste, was mir zu ihm einfallen würde. Er ist ein sympathischer Typ, macht einen ruhigen und auch emotionalen Eindruck. Ich bin sehr gespannt, wie er sich schlägt.

Welchen Rat würden Sie ihm geben, den Sie selbst gerne bekommen hätten?

Jan Kralitschka: Generell würde ich ihm zwei Ratschläge mit auf den Weg geben: Er soll authentisch bleiben. Er soll nichts machen, nur weil er denkt, das käme gut an. Wenn er sich nicht verknallt, verknallt er sich nicht. Das Zweite ist, dass es gewisse Dinge gibt, die man besser nicht in der Öffentlichkeit zeigt. Ich habe im "Bachelor"-Spezial "Nach der letzten Rose" vor laufender Kamera die Beziehung (mit Kandidatin Alissa, Anm. d. Red.) beendet. Das würde ich nicht noch einmal machen. Wenn es mit der Liebe nicht klappt, würde ich Christian raten, das persönlicher zu beenden.

Hat "Der Bachelor 2014" gute Chancen, die Liebe im TV zu finden?

Jan Kralitschka: Irgendwann muss es ja mal klappen! Es wäre ihm auf jeden Fall zu wünschen, aber auch der Sendung, damit endlich mal die Diskussion "Ist ja alles nur nach Drehbuch" aufhört. Das fände ich schön.

Sie halten es also grundsätzlich für möglich, dass man in einem Reality-Format die grosse Liebe findet?

Jan Kralitschka: Nach wie vor! Wir waren einfach nicht die Richtigen füreinander. Klar, man lernt sich unter besonderen Umständen kennen - aber das ist bei einem Urlaubsflirt genauso. Ich bin keiner, der sagt, es sei unmöglich. Die Gefühle, die da aufkommen, sind nicht künstlich. Aber Gefühle können sich verändern - und auch wieder verschwinden.

Ist es nicht naiv zu glauben, dass nichts von "Der Bachelor" gescriptet ist?

Jan Kralitschka: Grundsätzlich würde ich sagen, man ist selbst schuld, wenn man alles glaubt, was im TV läuft. Ich kann nur für meine "Bachelor"-Staffel sprechen und muss ganz deutlich sagen: Da war nichts gescriptet. Das war aber auch meine Bedingung. Ich habe dem Sender gesagt, dass ich mir nicht vorschreiben lasse, ob, wen und wie ich küsse. Bei mir würde man das merken, wenn ich etwas machen muss, hinter dem ich nicht stehe. Ich kann mit ruhigem Gewissen behaupten: Ich habe nicht nach Drehbuch gehandelt.

Profitieren Sie heute davon, "Der Bachelor" gewesen zu sein – oder ist es eher ein "Handicap"?

Jan Kralitschka: Unterm Strich ist heute wieder alles ganz normal. Meine beiden Jobs als Rechtsanwalt und Model laufen nach wie vor gut. Ich werde manchmal in eine Schublade gesteckt, aber "Der Bachelor" hat mir auch Türen geöffnet. Insgesamt habe ich dadurch keine negativen Erfahrungen gemacht. Wichtig ist nur, dass man authentisch bleibt und sein Leben für sich und nicht für andere lebt.

Wären Sie gerne präsenter im TV?

Jan Kralitschka: Ich habe nie etwas gemacht, nur um ins Fernsehen zu kommen, sondern weil es mit spannenden Dingen verbunden war. Bei "Pool-Champions" hat mir ein Olympia-Trainer beigebracht, wie man vom 10-Meter-Brett einen Salto macht. Ein persönliches Highlight war "Servicezeit", eine Handwerkersendung beim WDR, in der wir mein Bad umgebaut haben. Das war echt lustig und ich habe sehr viele Schreinerarbeiten gelernt. Wenn jetzt ein Fernsehsender anklopft und fragt, ob ich Lust hätte drei Wochen lang mit einem Husky-Schlitten an den Nordpol und zurück zu fahren - na klar mach ich da mit! Entscheidend ist, um was es geht.

Bei "Der Bachelor" ging es um die Liebe - aber daraus wurde nichts. Hat es denn inzwischen gefunkt?

Jan Kralitschka: Nein, leider nicht. Aber es ist auch nicht so, dass ich jeden Tag traurig auf der Couch sitze und denke "ach, wäre schön, wenn mir jetzt jemand die Pantoffeln bringen würde." Ich bin kein unglücklicher Single. Ich habe vielleicht zu hohe Ansprüche, bei mir muss es richtig knistern und knallen. Aber solange das nicht so ist, komme ich auch ganz gut alleine zurecht.

Es gibt aber bestimmt eine prominente Dame, die am ehesten Ihrer Traumfrau entspricht.

Jan Kralitschka: Ich kann die meisten Prominenten ja nur nach dem Aussehen beurteilen. Da ich keinen speziellen Typ habe, ist eine Antwort schwierig. Wer aber eine interessante Ausstrahlung hat, ist die Schauspielerin Nadeshda Brennicke. Mit der würde ich schon mal einen Kaffee trinken gehen – wenn ich mich traue.

Jan Kralitschka war "Der Bachelor 2013". Der 37-Jährige hat zwei Kinder von verschiedenen Frauen, einen Sohn und eine Tochter, und lebt in einem abgelegenen 300 Jahre alten Forsthaus in Bad Honnef bei Bonn. Wie vor der RTL-Show arbeitet der 37-Jährige heute wieder hauptberuflich als Rechtsanwalt und Model.