"Der Bachelor" geht am Mittwochabend zu Ende. In einer Sondersendung zeigt RTL, ob Christian Tews und Katja Kühne auch nach der Sendung zueinandergefunden haben. "Ich würde es ihnen gönnen", sagt Jan Kralitschka, der ein Jahr zuvor als "Bachelor" sein Liebesglück suchte. Im Interview erzählt der 37-Jährige, welche Situation er beim "Bachelor" als "unwirklich" empfindet und was ihm an Christian Tews besonders gut gefallen hat.

Herr Kralitschka, "Der Bachelor" ist vorbei. Haben Sie mitgefiebert?

Jan Kralitschka: Natürlich habe ich es angeschaut. Man fühlt sich ein bisschen zurückversetzt in die Situation. Ich habe mit Christian Tews mitgefühlt. Es gibt schliesslich nicht viele Menschen, die diese Erfahrung, die teils auch unwirklich ist, mitmachen konnten.

Ex-Kandidatinnen und Zuschauer wettern gegen Christian Tews.

Unwirklich? Wie meinen Sie das?

Im realen Leben würde es anders ablaufen, wenn ein Mann gleich mit 20 Frauen ausgeht und eine von ihnen das mitbekommt. Beim "Bachelor" ist es anders. Die Frauen leben in einer gemeinsamen Villa und erzählen sich dann eben auch von den Dates. Das ist eben das einzig Unwirkliche an der Sendung.

Im ersten Moment dachte ich schon, Sie meinten die Sendung sei inszeniert. Es gibt ja immer wieder Stimmen, die behaupten, dass es beim "Bachelor" nach Drehbuch zugeht.

Natürlich nicht. Mich würde vielmehr interessieren, wer solche Geschichten in die Welt setzt. Mir wurde persönlich während der Dreharbeiten zum "Bachelor" nie gesagt: 'Such mal die aus' oder 'entscheide dich für die andere'. Ich durfte so agieren und so handeln, wie ich wollte.

Sprichwort handeln: Nun hat sich Christian Tews für Kandidatin Katja Kühne entschieden. Hätten Sie ihr auch die letzte Rose gegeben?

Also meine Favoritin, da mache ich auch keinen Hehl draus, war von vornherein die Anne. Eine Hamburgerin, die sich in der dritten Folge von alleine verabschiedet hatte.

Ich hätte jetzt eher getippt, dass sie eher der Angelina-Typ gewesen wären ...

(lacht) Wieso hätten Sie das gedacht? Das ist wirklich interessant. Bei mir war es eher so, dass ich mich gefragt habe, ob ich den lieben, netten, kumpelhaften Typ nehme oder mich für die exotische und nicht immer einfachere Alissa entscheide. So war das für mich. Bei Christian hätte ich jetzt eher gedacht, dass er sich zwischen der etwas jüngeren, vielleicht auch etwas naiv agierenden Angelina und der lebenserfahrenen Katja entscheiden musste.

Nun hat er sich ja für Katja entschieden. Sind die beiden noch ein Paar? Haben Sie mit Chris gesprochen?

Ich habe vor wenigen Wochen mit Christian telefoniert. Allerdings haben wir uns nicht mit den Inhalten der Sendung auseinandergesetzt. Ich würde es mir aber für die beiden wirklich sehr wünschen. Zum einen gönne ich es ihnen von Herzen und zum anderen würden Leute dann auch aufhören zu sagen: 'Komm da war doch ein Drehbuch dabei.'

Laut Vertragsklausel von RTL darf sich das Paar während der Ausstrahlung vom "Bachelor" nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Ist das nicht problematisch für die Beziehung?

Es ist natürlich so, dass RTL nicht will, dass das Ergebnis schon vor Ausstrahlung der Staffel preisgegeben wird. Als Paar darf man sich natürlich sehen, man muss allerdings sehr vorsichtig sein und das Treffen im Geheimen arrangieren. Das sehe ich persönlich nicht als Problem. Vielmehr ist es doch erfrischend für eine Beziehung, wenn man sich im Hotel trifft oder mal ins Ausland fährt.

Mit Alissa haben Sie sich also auch heimlich getroffen?

Bei mir war es so, dass ich nach dem achtwöchigen Aufenthalt in Südafrika zurückkam und erst einmal Sehnsucht nach meinen Kindern hatte. Natürlich hat man sich getroffen und natürlich war man vorsichtig.

Wie lief so ein Treffen ab?

Obwohl ich im Forsthaus im Wald wohne, war es zum Beispiel so, dass Paparazzi dann auf Bäumen gelauert haben, um Fotos von uns beiden zu machen. Sehr hollywoodreif.

Nun ist die aktuelle Staffel vorbei. Was hat Ihnen besonders gut gefallen?

Ich war sehr überrascht, dass es RTL vom Äusserlichen her gelungen ist, einen ganz anderen "Bachelor"-Typen zu finden. Ich fand Christian interessant und authentisch. Er ist sehr progressiv zur Sache gegangen.

Stimmt, er hat nichts anbrennen lassen und einen Kuss-Rekord aufgestellt ...

(lacht) Er hat sich so gegeben, wie er ist, das fand ich gut. Christian hat jetzt nicht gedacht: 'Ich darf dich nicht küssen, weil sonst haben alle ein schlechtes Bild von mir.' Für mich ist ein Kuss etwas sehr Intimes.

Herr Kralitschka, im Hochsommer startet RTL "Die Bachelorette". Könnten Sie sich vorstellen, als Kandidat in dieser Show mitzumachen?

Ich selbst als Kandidat, als einer von den 20 Männern? Nein. Ich muss ehrlich sagen: Das wäre nichts für mich.

Jan Kralitschka ist 37 Jahre alt, arbeitet als Rechtsanwalt und Model. Er nahm 2013 in der dritten Staffel als TV-Junggeselle in der RTL-Kuppelshow "Der Bachelor" teil.