Zehn Jahre Dschungelcamp und Werbeeinnahmen in Rekordhöhe. Bis zu 120.000 Euro müssen Unternehmen aktuell für einen 30-sekündigen Werbespot während der Ausstrahlung des Dschungelcamps 2016 hinblättern. Das lässt andere Sendungen alt aussehen.

Es waren so viele Zuschauer wie noch nie! Bereits nach den ersten drei Folgen der aktuellen Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" verfolgen im Schnitt 7,3 Millionen Zuschauer, wie Jenny Elvers, David Ortega und Co. den australischen Dschungel aufmischen.

Am Samstag fieberten sogar rund acht Millionen Zuschauer beim Dschungelcamp 2016 mit. Das Format scheint sich vom leichten Einschaltquotentief von durchschnittlich 6,8 Millionen im Vorjahr erholt zu haben.

Erstmals splittete der Kölner Privatsender die zwölf Teilnehmer im Dschungel in zwei Teams auf. Das Team "Base Camp" um Schauspielerin und Dschungeldauergast Brigitte Nielsen (52) lebt im altbekannten Lager.

Das Team "Snake Rock" um Schauspieler Rolf Zacher (74) haust in einem neuen Camp. Bei den Prüfungen sollen die Kandidaten gegeneinander antreten und um Essensrationen kämpfen.

So teuer sind die Werbespots

Dank neuer Regeln sind Tränen, Streit und Spannung vorprogrammiert. Klar, dass die Aussichten und bereits hohen Quoten Begehrlichkeiten bei Werbepartnern wecken.

Und diese lässt sich der Sender RTL zum Jubiläum der Staffel auch lukrativ bezahlen. Dabei liegt der teuerste Werbespot von 30 Sekunden bei 120.000 Euro, verrät Cordelia Wagner vom RTL-Vermarkter "IP Deutschland".

Im vergangenen Jahr mussten Unternehmen noch rund 90.000 Euro hinblättern – also gut 30.000 Euro weniger. Zu den grössten Werbekunden zählen laut Wagner der Backwarenhersteller "Bahlsen", Handelsriese "Müller Deutschland" sowie die Reise-Suchmaschine "Momondo". Generell kämen die meisten Werbekunden aus der Lebensmittelbranche.

Der Preis für einen Werbespot berechnet sich dabei nach dem so genannten Tausender-Kontakt-Preis, so Wagner. Diese Kennzahl legt jeder Sender in Verbindung mit seinem Vermarkter fest. Sie gibt an, welcher Geldbetrag bei einer Werbemassnahme eingesetzt werden muss, um 1.000 Personen einer Zielgruppe zu erreichen.

Deutlich mehr als bei ARD und Co.

Mit den Werbeeinnahmen übertrifft die Sendung andere Formate wie die Tagesschau, obwohl die Nachrichtensendung zur 20-Uhr-Sendezeit fast zehn Millionen Zuschauer zählt und somit das Dschungelcamp um über zwei Millionen überholt.

Freitagabend, kurz vor der Tagesschau, müssen Unternehmen für 20 Sekunden Werbung rund 33.000 Euro zahlen, erklärt Joachim Becker vom ARD-Vermarkter " ARD Werbung Sales & Services".

Im Februar sind es sogar rund 34.800 Euro. Warum ist der Februar teurer? "Das hängt von der Nachfrage ab. Im Januar sind zum Teil Werbekampagnen noch nicht fertig produziert", so der Leiter des TV-Preismarketings.

Hochgerechnet auf die RTL-Richtgrösse müssen Unternehmen im Februar für 30 Sekunden Werbung in der ARD 52.200 Euro an die Öffentlich-Rechtlichen zahlen. Ein Bruchteil also der Werbeeinnahmen des Privatsenders RTL durch das Dschungelcamp. Hier liegt der Mindestpreis immer noch bei 60.000 Euro.

Kein Vergleich zu den USA

Doch selbst 120.000 Euro für 30 Sekunden Werbezeit stehen in keinem Verhältnis zu den astronomischen Preisen in den USA. Denn die Werbespots während der Halbzeitpause des Super Bowls lassen sich manche Firmen sogar bis zu vier Millionen Dollar (rund 2,9 Millionen Euro) kosten.

Bereits im letzten Jahr schaffte es das RTL-Dschungelcamp mit durchschnittlich 3,7 Millionen Zuschauern auf den ersten Platz der beliebtesten Show-Formate. So das Ergebnis einer Recherche des Medienmagazins "dwdl.de".

Dahinter landeten "Deutschland sucht den Superstar" und "Das Supertalent" – ebenfalls Sendungen von RTL. Beide Sendungen verfehlten im Durchschnitt die 3-Millionen-Zuschauer-Marke.