Nach einer zähen ersten Folge geraten die Dinge bei "Paradise Hotel" in Folge zwei nun langsam in Bewegung. Doch gerade, als die Sache Fahrt aufnimmt, verliert die Show ausgerechnet ihren Trash-TV-Hoffnungsträger.

Selbst wenn man ein gewisses Mass an Abgestumpftheit berücksichtigt, war die erste Folge von "Paradise Hotel" in der vergangenen Woche ziemlich harmlos: ein nur verbal offengelegtes Penis-Tattoo und ein halbherzig angekündigter Beischlaf – für so etwas stehen echte Trash-TV-Fans noch nicht mal auf.

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Folge zwei war diesbezüglich zwar auch nicht wesentlich trashiger, aber die Dinge sollten in Bewegung geraten. Zuerst jedoch nur rein wörtlich, denn nach der ersten Nacht schält sich die Bagage nur zäh aus den Doppelbetten: "Ich hab' zwar realisiert, dass eine nagelnigelneue Frau neben mir liegt, aber für mich war das absolut kein komisches Gefühl. Als wenn das üblich ist", beschreibt beispielsweise Tuncay das Aufwachen neben Cheyenne.

"Was steht heute so an?", fragt Andreas voller Tatendrang in die Frühstücksrunde, als dann doch alle wach sind. "Chilli Vanilli" ruft jemand, der das für ein gelungenes Wortspiel hält. Tobi schlägt hingegen Sex vor, was zu diesem frühen Zeitpunkt der Show zwar etwas verwundert, aber auf erfrischende Weise noch einmal das Konzept von "Paradise Hotel" offenlegt: Alles kann, nichts muss, aber es wäre schon schön, wenn die Kandidaten machen, was sie nicht müssen, aber sollen.

Tobi scheint Trash-TV also verstanden zu haben, schiebt aber zur Täuschung andere Gründe vor: "Das ist auf jeden Fall Entspannung, sag ich mal so", sagt Tobi mal so. Später glaubt Tobi noch, dass Sex die Quelle der ewigen Jugend sei. Nun ja, er hat sich bemüht. Julia fühlt sich derweil gut neben Andreas und freut sich, dass ihm ihr Geruch gefällt. "Sie ist ich in weiblich", findet daraufhin Andreas, was so formuliert ein wenig merkwürdig klingt. Aber wir wissen ungefähr, was Andreas meint.

"Paradise Hotel": Tobi will mit halbgarer Geschichte punkten

Die Flirt-Maschinerie ist also in Gang gesetzt und so geht jeder dem nach, was er hierfür am dienlichsten hält. Am Pool versucht Tobi, der sich selbst als Mischung aus Bachelor und Playboy sieht, eine Sitzposition zu finden, bei der möglichst viele Muskeln sichtbar angespannt sind und Omar, der einzige Solo-Kandidat mit der Wild-Card, unternimmt mehr oder weniger subversive Anstrengungen, der Konkurrenz eine Frau abzujagen.

"Scheisse, der hat mit Michelle 15, 20 Minuten geredet", erkennt David die heraufziehende Bedrohung und offenbar sind 15 bis 20 Minuten für David für ein Gespräch sehr lange. Und in der Tat, Omars Umwerbungen wirken. "Ich weiss schon ungefähr, was ich möchte und Tobi ist es halt nicht", erzählt beispielsweise Julia über ihren Zimmergenossen.

Damit die Sache noch ein bisschen Fahrt aufnimmt, sollen die Kandidaten kurz darauf "Die Büchse der Pandora" spielen. Das ist so ein bisschen Pflicht oder Wahrheit – nur ohne Pflicht: Es wird reihum ein Geheimnis der Kandidaten nach dem anderen preisgegeben. Wer hat mal bei seinem Ex ins Handy geguckt, warum hatte David mit 28 bisher nur eine Beziehung, was war Andreas' grösstes Erfolgserlebnis? Die Antworten in chronologischer Reihenfolge: Cheyenne, weil halt, sehr viel abgenommen.

So weit so langweilig – bis Tobi sich noch einmal an seinen Trash-TV-Auftrag erinnert und erzählt, dass seine Exfreundin ihm über Monate hinweg eine Schwangerschaft vorgespielt hat. Doch die Hotel-Bande ist von Tobis Trash-Einsatz wenig begeistert. Cheyenne hat als Erste Zweifel an der Geschichte: "Ich glaube, der hat das richtig einstudiert vorm Spiegel." Auch David sieht sich getäuscht: "Das ist für mich Schwachsinn."

Luisa muss sich entscheiden: Andreas oder Tobi

Den Aufreger hat man sich aber für den Schluss aufgehoben, denn da muss sich plötzlich Omar für eine Dame entscheiden, mit der er dann sicher in der nächsten Runde ist. Ein Schock für Yücel: "Was dann kam, damit hat, glaube ich, niemand gerechnet." Niemand – ausser die Herren und Damen der Produktionsfirma. Die haben sich das nämlich ausgedacht. Wie auch immer, Omar entscheidet sich für Julia, die bislang im Team Tobi spielte und nun Omars Wildcard hat. "Jetzt hat das Problem der Tobi auf seiner Seite", erkennt David blitzschnell.

Doch Omars Entscheidung hat nicht nur für Tobi Konsequenzen, denn Tobi gräbt nun an Luisa, was wiederum Andreas nicht so toll findet, der sich aber für Julia interessiert, was Luisa daraufhin in Gefühlsverwirrung stürzt und der Grund ist, warum sie mit Andreas das Gespräch sucht. Mit anderen Worten: Das Konzept der Show geht auf. Niemand will alleine sein, was weniger mit Gefühlen zu tun hat, als mit den Spielregeln, denn wer bis zur "Paarzeremonie" keinen Partner nachweisen kann, muss die Koffer packen.

Für Andreas ist die Wahl bei der "Paarzeremonie" dann deshalb so etwas wie eine Nahtoderfahrung: "Dein ganzes Leben geht so an dir vorbei." Am Ende kommt es wie es kommen sollte und sowohl Andreas als auch Tobi wählen Luisa, die sich nun entscheiden muss, wer bei ihr bleiben darf und wer gehen muss.

Andreas und Tobi versuchen noch im Rahmen ihrer Möglichkeiten Luisa mit gesprochenem Wort für sich zu gewinnen, am Ende entscheidet sich Luisa aber gegen Tobias. Konkurrent Andreas findet im Nachgang noch tröstende Worte: "Also alles, alles Gute für den Tobi weiterhin auf seinem Weg. Er soll sich halt nur nicht mit mir anlegen. Weil jetzt sieht er, was er davon hat." Die Quelle der ewigen Jugend muss Tobi jetzt jedenfalls woanders suchen.

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