• Netflix, Sky Ticket und Co.: Diese Serien-Überraschungen 2021 sind eine Sichtung wert.
  • Darunter: die unglaubliche, aber wahre Geschichte eines Serienmörders und "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston im moralischen Dilemma.
  • "Die Schlange", "Your Honor" und Co.: Diese Serienstarts 2021 sind (noch) wahre Geheimtipps.

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Die ersten vier Monate im Jahr 2021 sind bereits vergangen - und ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht abzusehen. Bei den Streamingdiensten scheint sich trotz erschwerter Produktionsbedingungen aber kein Ende im schier endlosen Strom neuer Filme und Serien anzudeuten.

Da ist es gar nicht so leicht, als Zuschauer den Überblick zu behalten - erst recht, weil viele Serienperlen sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Wir präsentieren fünf Serienüberraschungen, die Sie bislang wohl eher nicht auf dem Zettel hatten - aber grossartige Unterhaltung versprechen.

"Die Schlange" (Netflix)

Die Netflixserie "Die Schlange" ist eine gelungene Variation von "Bonnie und Clyde".

In den 1970er-Jahren herrschte entlang des Hippie-Trails in Ostasien blanke Panik. Ein Serienmörder, der als "Bikini-Killer" und unter dem Spitznamen "Die Schlange" blutige Bekanntheit erlangte, hinterliess eine Spur der Gewalt: Charles Sobhraj. Die BBC-Serie "Die Schlange", die bei Netflix zum Streamen verfügbar ist, blickt auf dieses dunkle Kapitel zurück und taucht gemeinsam mit Hauptdarsteller Tahar Rahim in die schillernde, brutale und glamouröse Welt des berüchtigten Trickbetrügers, Juwelenhändlers und Serienmörders ein.

Die Serie ist abenteuerlich, mitunter ziemlich grausam, und man kann es kaum glauben, dass die Handlung auf einer wahren Begebenheit beruht. Getragen wird die achtteilige Produktion von famosen Schauspielleistungen. Allen voran brilliert Tahar Rahim in der Hauptrolle als kaltblütiger und narzisstischer Manipulator. Ebenso überzeugend mimt Jenna Coleman ("Victoria") seine Partnerin Marie-Andrée Leclerc, die sich sukzessive zur knallharten Gangsterbraut entwickelt. Nicht zuletzt rundet der von Billy Howle überzeugend verkörperte Verbrecherjäger Herman Knippenberg die packend erzählte und authentisch ausgestattete Handlung ab.

"Your Honor" (Sky Ticket)

Akute Bingewatching-Gefahr geht von der Sky-Serie "Your Honor" aus. Die Mixtur aus Krimi, Thriller und Drama hält von den ersten Szenen bis zum emotionalen Finale die Spannung hoch. Atempausen gibt es in der fantastisch erzählten Serie kaum. Und dann ist da auch noch Bryan Cranston: Der "Breaking Bad"-Star stellt abermals unter Beweis, weshalb er zu den besten Serien-Darstellern gehört. Kaum einer vermag es, psychische Extremsituation so glaubwürdig darzustellen wie der Hollywood-Star - so auch in "Your Honor".

Cranston schlüpft in die Rolle von Michael Desiato. Der Mann ist ein ehrenwerter Richter, dessen Moralkodex nach einem schicksalhaften Ereignis auf die Probe gestellt wird: Bei einem fatalen Unfall kollidiert Michaels Sohn Adam (Hunter Doohan) mit einem Motorradfahrer. Zwar verständigt Adam noch Rettungskräfte, flieht dann jedoch unter Panik von dem Unfallort. Die Rettung kommt zu spät, das Unfallopfer verstirbt - und ein Strudel aus Angst und Gewalt nimmt seinen Lauf. Denn der Verstorbene ist Teil einer Mafiafamilie, der kein Mittel zu schade ist, um seinen Tod zu rächen. Ob Michael seinen Sohn - und sein Seelenheil - retten kann?

"Your Honor": So wird die neue Serie mit "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston

"Breaking Bad"-Star Bryan Cranston ist mit einer neuen Serie zurück: In "Your Honor" verkörpert er den Richter Michael Desiato. © ProSiebenSat.1

"Immer für dich da" (Netflix)

Tully (Katherine Heigl, links) und Kate (Sarah Chalke) sind Freundinnen fürs Leben.

Zugegeben, der Titel der nächsten Serien-Empfehlung lässt auf den ersten Blick eine seichte Kitsch-Orgie vermuten. "Immer für dich da" heisst die Netflix-Produktion, die von der Freundschaft zwischen den untrennbar verbundenen Tully (Katherine Heigl) und Kate (Sarah Chalke) erzählt. Weil nicht nur die Charakterzeichnung der Hauptfiguren, sondern auch die lebensnahe Darstellung derselbigen durch Heigl und Chalke ans Herz geht, sollte man Taschentücher bereit halten.

Doch "Immer für dich da" drückt nicht nur stupide auf die Tränendrüse. Vielmehr meint man als Zuschauer schon recht bald, die beiden Frauen gut zu kennen. Man gewinnt sie lieb, identifiziert sich mit ihren Schicksalen, freut sich über Höhepunkte und trauert gemeinsam mit Tully und Kate, wenn während einer Episode ihrer mehr als 40-jährigen Freundschaft etwas nicht nach Plan läuft. Die Serienadaption des Romans von Kristin Hannah punktet überdies mit ihrer Universalität: Sie behandelt das Leben, die Liebe - und auch den Tod - auf lebensnahe, realistisch und, ja, auch ans Herz greifende Art und Weise.

"Beforeigners - Mörderische Zeiten" (ARD-Mediathek)

Die norwegische Mini-Serie "Beforeigners - Mörderische Zeiten" bringt Menschen und Wikinger zusammen.

Ein ungleiches Polizistenduo ermittelt in einem Mordfall - und noch dazu in Norwegen: Was oberflächlich wie die x-te Neo-Noir-Serie aus Skandinavien anmutet, entpuppt sich in "Beforeigners - Mörderische Zeiten" (abrufbar in der ARD-Mediathek) als subtile Mischung aus Fantasy, Krimi und feiner Gesellschaftskritik.

In der klug erzählten und ungemein spannenden HBO-Produktion sieht sich Norwegen mit einer Welle Zeitreisender konfrontiert: Wikinger, Steinzeitmenschen und Bürgerliche aus dem 19. Jahrhundert tummeln sich da plötzlich in der modernen Welt. Für Ordnung sollen in diesem Multi-Kulti-Clash Lars Haaland (Nicolai Cleve Broch) und seine Wikinger-Kollegin Alfhildr (Krista Kosonen) sorgen. Sie suchen aber nicht nur einen Mörder, sondern kommen peu à peu auch einigen der vielen Rätseln der Zeitreisen auf die Schliche.

Neben dem hervorragend harmonierenden Cop-Duo weist "Beforeigners - Mörderische Zeiten" frappierende Parallelen zur Flüchtlingskrise auf. Gekonnt werden im norwegische Serien-Kleinod Themen wie Auffanglager, Traumabewältigung und Anpassungsschwierigkeiten im Alltag in die Handlung eingewebt. Besonders angenehm: Die Serie setzt sich mit den grossen Fragen unserer Zeit auseinander, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben.

"The One - Finde dein perfektes Match" (Netflix)

Hat für jeden Topf den passenden Deckel: Datingexpertin Rebecca Webb (Hannah Ware).

Die Suche nach dem richtigen Partner fürs Leben kann ganz schön kompliziert sein - und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. Während sich viele Singles durch das Dickicht unzähliger Datingapps swipen, überbieten sich das Fernsehen und Streamingplattformen in immer kurioser werdenden Datingformaten. Angesichts dessen dürften bei vielen Streamingfans beim Titel der Netflixserie "The One - Finde dein perfektes Match" die Alarmglocken läuten - in diesem Fall allerdings vollkommen zu Unrecht.

Star der Serie ist die hippe Geschäftsführerin Rebecca Webb (Hannah Ware), die in der Start-up Szene als "The One" angehimmelt wird. Ihre Dating-Methode verspricht dank DNA-Analyse den genetisch perfekten Partner. Doch, man ahnt es schon, so leicht ist das mit der einzig wahren Liebe dann doch nicht immer.

Wäre ich bereit, mein Liebesglück in die Hand einer erstaunlich skrupellosen Wissenschaftlerin zu geben? Und wenn ja, wie viel würde ich dafür zahlen? Es sind Fragen wie diese, die "The One - Finde dein perfektes Match" aufwirft und die die Zuschauer ins Grübeln bringen. Seine Wirkung entfaltet das Thema vor allem deshalb, weil die Netflix-Produktion nichts mit futuristischer Science-Fiction gemein hat. Stattdessen stehen authentische Menschen mit einem normalen Alltag im Mittelpunkt, die mit einem surrealen Szenario konfrontiert werden. (tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau

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Teaserbild: © Netflix / BBC Pictures / Mammoth Screen / Roland Neveu