Anlässlich des Welttages der Freundschaft wollte Eckart von Hirschhausen am Samstagabend wissen, was wahre Freundschaft auszeichnet und warum Freunde so eine wichtige Rolle spielen. "Hirschhausens Quiz des Menschen" kreiste aber auch um Themen wie "Schilddrüse" und "Gedankenlesen", zu denen Promis, darunter Sonya Kraus, Riccardo Simonetti, David Garrett und Jana Ina Zarrella, Fragen beantworten mussten. Dazwischen wurde locker geplaudert oder der medizinische Fortschritt seziert.

Robert Penz
Eine Kritik
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Es begann irgendwie tief. Oder zumindest eigenartig. Nachdem Eckhart von Hirschhausen Moderatorin Sonya Kraus, Autor Riccardo Simonetti und Moderator Guido Cantz, die ein Team bildeten, sowie Moderatorin Jana Ina Zarrella, Comedienne Meltem Kaptan sowie Geiger David Garrett, die ebenfalls als Formation auftraten, begrüsst hatte, wurde zunächst die Eröffnungsrunde gespielt. Das Team Kraus war aufgerufen, in einer bestimmten Zeit so viele Dinge wie möglich zu nennen, die man lediglich mit Freunden tun könne. Rasch war man da nach "abendessen" oder "im Auto übernachten" bei "einen Dreier" (Kraus) sowie erstaunlicherweise auch bei "in der Toilette vor einander gross machen" (Simonetti). "Nach zehn Minuten war dieser Schwachsinn für mich zu Ende. Ich geh streamen", meinte sogleich jemand auf Twitter, der vielleicht einfach nicht verstehen wollte, warum nur Freunde einen Dreier haben oder vor einander defäkieren sollten. Fazit der Aufwärmrunde jedenfalls: Eigentlich ganz gut, dass nicht alle Freundschaften gleichgeartet sind.

"Hirschhausens Quiz des Menschen": Kraus und Cantz rufen zur Vorsorge auf

Danach wurde mal locker und zwanglos über Freundschaften geplaudert. Simonetti erzählte etwa, dass er quasi seit seiner Geburt eine beste Freundin habe, deren Mutter schon mit seiner befreundet war. Auch für Sonya Kraus, deren Freunde aus den Staaten sogar kurz zugeschaltet waren, seien Freunde enorm wichtig und in ihrem letzten Jahr eine enorme Hilfe gewesen. Die einstige "talk talk talk"-Moderatorin erhielt 2021 die Diagnose Brustkrebs, liess sich daraufhin beide Brüste abnehmen und nahm eine Chemotherapie in Angriff. "Das Universum ist auf meiner Seite und ich bin da durchgesegelt und der Medizin so dankbar", so Kraus zu Hirschhausen. In Ihrem direkten Umfeld seien sechs Frauen von Brustkrebs betroffen, weshalb sie auch betonte, wie wichtig es sei, zur Vorsorge zu gehen. "Das hat mir das Leben gerettet", erzählte Kraus.

Auch Guido Cantz, der kürzlich Gastro- und Koloskopie gleichsam in einem Aufwasch erledigte, bat jetzt alle Männer, zur Vorsorge zu gehen. "Das kann sogar lustig sein. Ich war bei einem sehr bekannten Professor, der hat mich original gefragt: ‚Wollen Sie dabei zuschauen?‘", berichtete Cantz. Zurück zu Freundschaften: David Garrett gestand, keine Schulfreunde zu haben, da er primär in Privatunterricht sass. "Mein wirklich engster Vertrauter ist mein Bruder", offenbarte der Geiger. Zwischenzeitlich mussten auch Fragen beantwortet werden, Fragen wie diese:

Eine Studie hat gezeigt, dass wir…

A: uns im Gespräch besser in Fremde hineinversetzen als in Freunde

B: im Alter eher mit dem Ex-Partner befreundet bleiben

C: in Spielen eher unsere Freunde gewinnen lassen als untere Eltern

Während Team Garrett auf Antwort C setzte, entschied sich Team Kraus korrekterweise für Antwort A. "Bei Menschen, die uns sehr vertraut sind, denken wir oft, dass die ohnehin wissen würden, was man meint. Bei Fremden geben wir uns mehr Mühe Dinge zu erklären", löste Hirschhausen auf. Er interviewte daraufhin Sonja und Dietmar aus dem Publikum, die einander kennen, weil sie für ihn zwei Mal als Leukämie-Patienten als Stammzellenspenderin auftrat. Nach der Transplantation hatten sie anonymen Schriftverkehr, nach zwei Jahren dann ihr erstes Treffen, aus dem sich eine echte Freundschaft entwickelte. "Ihr Blut fliesst jetzt in meinen Adern", so Dietmar, der jetzt schon die dritte Blutgruppe hat, da auch sein Bruder bereits spendete. "Fühlst du dich jetzt weiblicher?", hakte Hirschhausen nach. "Seit ich Sonjas Blutgruppe habe, kauf ich jetzt immer Schuhe", antwortete Dietmar schlagfertig.

Kaus hat Sorge, dass der "Fiffi" hängenbleibt

Dass in "Hirschhausens Quiz des Menschen" nicht stundenlang Fragen durchgepeitscht werden, sondern Einspieler, Interviews, Fragerunden und Spiele einander abwechselten, macht die Sache angenehmer, wenngleich letztere eher semispannend waren. Promis dabei zuzusehen, wie sie zu zweit und mit zusammengebundenen Händen durch Wände mit Hindernissen wie Paketen, Klamotten auf Wäscheleinen oder aufblasbaren Tieren steigen und klettern müssen? Naja! "Ich hab viel zu kurze Beine dafür", lamentierte Kaptan. "Beine haben die richtige Länge, wenn beide bis auf den Boden gehen", liess Hirschhausen sie wissen. "Ich schick die Jungs los, sonst bleibt mein Fiffi hängen", so Kraus wiederum erfrischend offen.

Hochbegabte spricht 15 Sprachen

Auch das Thema "Wortschatz" bekam in der Quiz- und Wissensshow seinen Raum. Unter anderem kam dabei Sidney Noemi Stein zu Wort, die nicht weniger als 15 Sprachen fliessend spricht, darunter neben Spanisch, Französisch und Englisch beispielsweise Japanisch und Hindi. Mit acht Jahren, erzählte die Hochbegabte, habe sie begonnen, Chinesisch und Japanisch zu lernen. Aber auch die Synästhesie habe ihr beim Erlenen von Sprachen geholfen. Damit bezeichnet man eine Variante der Kognition, basierend auf einer neuronalen Gehirnstruktur, bei der verschiedene Gehirnareale auf besondere Art und Weise miteinander in Verbindung stehen, wodurch bestimmte Wahrnehmungsphänomene und Denkprozesse ermöglicht werden, die in einem "neuro-typischen" Gehirn nicht möglich oder anders geartet sind. Stein trat dann auch den Beweis an und parlierte mit einer Norwegerin und einem Chinesen aus dem Publikum. Dann wieder eine Frage:

Wenn die Briten besonders gelassen oder entspannt sind, sind sie sprichwörtlich…

A: "so heiss wie Milch im Tee"

B: "so kalt wie eine Gurke"

C: "so weich wie ein Welpenfell"

Beide Team lagen hier mit Antwort B goldrichtig. Die Redewendung "As cool as a Cucumber" tauchte im 18 Jahrhundert erstmals auf.

Schaltzentrale "Schilddrüse"

Nach dem Wortschatz wurde die Schilddrüse seziert – das Steuerungsorgan des menschlichen Körpers schlechthin, wirkt sie mit ihren beiden Hormonen unter anderem den Stoffwechsel, die Verdauung, Herz- und Gehirnaktivität sowie Darmtätigkeit und Psyche. Was man beim Thema "Schilddrüse" auch lernte, war, dass das Kropfband als Schmuckstück-Teil der bayerischen und österreichischen Tracht seinen Ursprung wohl im Jodmangel hat, der zu einer Vergrösserung der Schilddrüse und dem sogenannten Kropf (Struma) führen kann. Die Kropfbänder verdeckten den Kropf selber oder die Narben nach einer Kropf-Operation. Dann die nächste Frage:

Mit welcher Technik können Medizinstudierende mittlerweile den menschlichen Körper entdecken? Mit dem…

A: virtuellen Seziertisch

B: künstlichen Blutkreislauf

C: Darm-Navigator

Beide Teams entschieden sich für die korrekte Antwort A, worauf sogleich ein virtueller Seziertisch von Prof. Thomas Dresbach von der Georg-August-Universität Göttingen ins Studio geschoben wurde. Der virtuelle Seziertisch ist eine Mittelstufe zwischen Anatomiebuch und Leiche und ein grosser Tisch auf Metall mit zwei postergrossen Bildschirmen, die den menschlichen Körper mal mit Haut und Haar, mal als Skelett und dann wieder im mikroskopischen Längsschnitt zeigen können. Neben dem menschlichen Körper und seinem Innenleben sieht man unter anderem cytologische Bilder sowie Röntgen- und MRT-Aufnahmen. Studierende können an den Bildschirmen des Tisches ihre Schnitttechnik üben, in dem sie mit dem Finger über die gewünschten Stellen fahren. Kosten eines solchen Tisches? Rund 80.000 Euro.

Mentalist Timon Krause in Action

Danach ging es noch um das Thema "Gedankenlesen", wofür Hirschhausen Timon Krause – Europas jüngsten und vielleicht auch besten Mentalisten – auf die Bühne bat. Der vermeintliche Gedankenleser liess zunächst alle im Publikum aufstehen und an ein wildes Tier denken. Jene, die einen Löwen oder Tiger im Kopf stehen hatten, mussten sich gleich setzen. Dann ging’s mit Farben und geometrischen Formen weiter. Platz nehmen mussten nun jene, die an Rot und Blau respektive Dreieck oder Kreis gedacht hatten. Von den Übriggebliebenen fischte Krause eine junge Dame raus, die offenbarte, zuvor an Affe, Gelb und Rechteck im Kopf gedacht zu haben, und liess sie an eine Zahl zwischen 1 und 100 denken. "Affe plus Gelb plus Rechteck ist natürlich 23", stellte der Mentalist nun eine vermeintlich einfache Rechnung auf und verblüffte damit nicht nur die junge Frau auf der Tribüne. Hirschhausen wollte wissen, was hier dahinterstecken würde. "Sehr viel Statistik und ganz wenig Übernatürliches. Es sind zudem Menschenkenntnis und psychologische Kunstgriffe, die aussehen, als könnte ich Gedanken lesen", so Krause.

Team Garrett setzt sich im Finale durch

Nachdem noch über die LGBTQIA+-Bewegung geplaudert wurde und im Zuge eines Spiels Schlager wie "Tausendmal berührt" oder "Verdammt ich lieb dich" durch Lippenlesen und dem Erkennen von Gesten der Darstellenden erraten werden mussten, ging es ins Finale. Dort galt es für die Promis, Dinge in die richtige Reihenfolge zu bringen, wobei die Kernfrage "Welche Zellen leben wie lange?", lautete. Als Beispiel führte Hirschhausen an, dass sich die Harnblase alle 280 Tage erneuere. Jetzt mussten die Teams auch noch Körperteile und Gewebe wie Dünndarm, Oberhaut, Leber oder Knochen und Sinneszellen im Auge einordnen. Es stand bald 3:3 und Team Garrett musste nun wissen, wie lange die Zellen der Lungenbläschen leben würden. Der Geiger wollte sie zwischen Oberhaut und Dünndarm einordnen, liess am Ende eines langen Abends einloggen verhalf damit drei sozialen Einrichtungen zu insgesamt 20.000 Euro.

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