• Woche für Woche gibt es bei "Let's Dance" Ausfälle wegen Corona-Infektionen, die Tanzshow läuft mittlerweile seit sechs Wochen und der Cast war noch nicht ein einziges Mal komplett.
  • Öffentliche Kritik an der Show wurde bereits laut. "Let's Dance" zu pausieren oder gar abzubrechen, ist aktuell aber kein Thema.
  • Eine RTL-Sprecherin und ein Mediziner erklären, warum die Ansteckungsfälle trotz Hygienekonzepts derzeit kaum zu verhindern sind.

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Seit Mitte Februar läuft die 15. Staffel von "Let's Dance", in bislang keiner einzigen Folge der RTL-Show war der Cast komplett. In der fünften Folge am Freitag befand sich Moderator Daniel Hartwich in Quarantäne, er wurde von Jan Köppen vertreten. Auch Kandidat René Casselly musste wegen einer COVID-19-Erkrankung passen.

Zuvor mussten bereits Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Caroline Bosbach, Hardy Krüger jr., und Timur Ülker wegen Corona-Infektionen pausieren. Bei den Tanz-Profis wurden Malika Dzumaev, Renata Lusin, Kathrin Menzinger und Andrzej Cibis nach positiven Testergebnissen in Quarantäne geschickt.

Auch Juror Joachim Llambi setzte bereits aus. Angesichts des Corona-Chaos wurde im Netz bereits gewitzelt, dass "Let's Spread" der bessere Name für die Show wäre. "Let's Dance" abzusetzen oder zu pausieren ist bei RTL trotz öffentlicher Kritik beispielsweise durch Oliver Pocher derzeit aber kein Thema.

"Leider sind wir bei 'Let's Dance' genauso wie ganz Deutschland auch nicht von der aktuellen Infektionswelle verschont geblieben", teilte RTL-Sprecherin Mandy Berghoff mit: "Bisher haben wir es geschafft, jede Woche eine spannende Show zu produzieren, die den Zuschauern am Freitagabend ein bisschen Glitzer und gute Laune bringt, um vom Alltag abzulenken, der bei vielen stark von Sorgen und Ängsten geprägt ist. Wir hoffen natürlich, das auch weiter tun zu können."

Hygienekonzept bei "Let's Dance": 2G+ und engmaschige Tests

Von der Kennenlernshow am 18. Februar bis zum Finale am 13. Mai wird "Let's Dance" insgesamt 13 Folgen haben. Produziert wird unter 2G+-Bedingungen, zudem werden alle Beteiligten sehr engmaschig und intensiv getestet. Im Gegensatz zu einer Show wie beispielsweise "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", ist es aber natürlich nicht möglich, das komplette Produktionsteam und alle Kandidatinnen und Kandidaten für einen Zeitraum von 13 Wochen in einer isolierten Blase leben zu lassen.

"Das, was auf den ersten Blick wirken kann, als wäre das Hygienekonzept von 'Let's Dance' weniger effektiv als in anderen Shows, ist eigentlich genau das Gegenteil. Wir testen unsere Teilnehmer sehr oft und dadurch erkennen wir sehr viele Infektionen, meist zum Glück entweder symptomlose oder mit sehr milden Verläufen, die im 'normalen Leben' gar nicht aufgefallen wären. So können wir direkt handeln und die betroffenen Personen isolieren", erklärt Berghoff.

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"Im Gegensatz zu anderen Shows befinden sich unsere Teilnehmer aber natürlich nicht in einem abgeschlossenen Raum, sondern leben ausserhalb der Produktion und der Trainings eben auch einen Alltag. Sie versuchen natürlich grundsätzlich alle, ihre Kontakte einzuschränken – aber im Gegensatz zu 2021 befindet sich Deutschland dieses Jahr auch nicht mehr in einem Lockdown und Omikron ist leider sehr viel schneller übertragbar als Delta. Das zeigt sich ja generell in Deutschland momentan", sagt die RTL-Sprecherin.

Engmaschige Tests führen zu zahlreichen entdeckten Infektionen

Angesichts der aktuell sehr hohen Inzidenz scheint das Corona-Chaos bei "Let's Dance" kaum vermeidbar. Ähnlich sieht das auch Dr. Alexander Baumann, der von einer "hohen Dunkelziffer" nicht erkannter Infektionen in der Bevölkerung ausgeht. In einem engmaschigen Testsystem, wie es bei "Let's Dance" angewendet wird und in dem PCR-Tests zum Einsatz kommen, bleibt hingegen kaum eine Infektion verborgen.

"Wer viel testet, entdeckt auch viel. Dadurch hat man die Möglichkeit, die angesteckten Personen vorzeitig rauszufischen, bevor sie in Kontakt mit anderen kommen", sagt Baumann, der als niedergelassener HNO-Facharzt in einer Praxis in München-Haidhausen regelmässig COVID-19-Patientinnen und - Patienten behandelt.

"Meine Vermutung ist, dass die Durchseuchung von der Politik gewollt ist. Sonst wären die Beschränkungen Ende März nicht so krass gefallen", sagt Baumann. Trotz hoher Fallzahlen sind Clubs und Bars voller Menschen, die ohne FFP2-Maske zusammen feiern. Entsprechend sieht der Mediziner auch keinen Grund, eine Sendung wie "Let's Dance" aufgrund der Coronafälle auszusetzen.

"Let's Dance" spiegelt das Infektionsgeschehen wider

"Ich bin der Meinung, solange das Gesundheitssystem nicht überlastet und die Intensivbettenkapazität nicht erreicht ist, muss es möglich sein muss, Veranstaltungen stattfinden zu lassen, wenn man ein gutes Hygienekonzept hat und niemanden gefährdet", sagt Baumann.

Was derzeit bei "Let's Dance" passiert, spiegelt letztlich nur das Infektionsgeschehen in Deutschland während der Omikron-Welle wider. Trotz Tests und Hygienekonzepten sind Ansteckungen derzeit kaum zu vermeiden, wenn Menschen zusammenkommen. Egal ob in Fitnessstudios, Restaurants, Clubs, im Fussballstadion oder eben in einer Tanzshow im Fernsehen.

Verwendete Quellen:

  • Schriftliche Beantwortung von Anfrage durch RTL-Sprecherin Mandy Berghoff
  • Telefonisches Interview mit Dr. Alexander Baumann, der als niedergelassener Facharzt in der HNO-Praxis München-Haidhausen regelmässig COVID-19-Patientinnen und Patienten behandelt
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