Eine Jubiläumsausgabe, in der es nichts zu feiern gibt. Zumindest nicht für Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt. In der 30. Folge von "Joko & Klaas gegen ProSieben" müssen sich die beiden ihrem Auftraggeber geschlagen geben und ab Mittwoch die Pro7-Werbeblöcke moderieren. Als "Werbewichtel".

Christian Vock.
Eine Kritik
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15 Minuten. In 15 Minuten kann man eine Menge anstellen. Die "Tagesschau" gucken zum Beispiel. Oder drei 5-Minunten-Terrinen erwärmen. Man könnte auch zwei Runden um den Block gehen, eine Edelgeranie umtopfen, drei Partien Mau-Mau spielen oder die Steuererklärung machen – wenn man ein bisschen schludert.

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Natürlich könnte man auch die ersten 15 Minuten von "Joko & Klaas" gucken und sehen, was man sonst noch so in 15 Minuten machen kann. Denn dort müssen Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt am Dienstagabend acht Aufgaben lösen: eine Tür einhängen, ein Bonbon von einer Mauer holen und essen, einen Anhänger mit einer Anhängerkupplung verbinden oder einen bestimmten Akkord auf einem Klavier spielen.

Das Handicap: In diesen 15 Minuten sollte durchgängig ein Buzzer gedrückt werden, denn wird er nicht gedrückt, läuft die Zeit dreimal so schnell ab. Selbstverständlich waren die Aufgaben so gewählt, dass manche von ihnen mindestens drei Hände erfordern, der Buzzer also losgelassen werden muss.

Klaas Heufer-Umlauf: "Du siehst aus wie ein Limoncello"

Klingt verzwickt, aber muss zu schaffen sein – zumindest leichter als die Sache mit der Steuererklärung, wenn man keinen Stress mit dem Finanzamt haben möchte. Doch gleich bei der ersten Aufgabe verbrauchen Winterscheidt und Heufer-Umlauf bereits fünf Minuten, so dass es am Ende ziemlich knapp wird. Genauer gesagt so knapp, dass es nicht eine Sekunde länger hätte dauern dürfen. "Das gibt zu Recht einen richtig kräftigen Applaus. Eine Punktlandung im ersten Spiel", zollt Moderator Steven Gätjen den beiden Respekt.

Der hatte Winterscheidt und Heufer-Umlauf noch vor Spielbeginn auf eine Besonderheit aufmerksam gemacht: "Ist euch zufällig in Bezug auf die heutige Sendung etwas aufgefallen?", fragt Gätjen und Heufer-Umlauf antwortet mit Blick auf Gätjens Outfit: "Ja, du siehst aus wie ein Limoncello", spottet Heufer-Umlauf und erklärt: "Das ist ein Getränk. Das ist so niedlich und ruft so nach Urlaub, aber es knallt einem trotzdem hart die Birne weg."

Heufer-Umlauf ist also in Laune, doch Gätjen meint etwas anderes: "Heute Abend feiern wir Jubiläum. Das ist unsere 30. Ausgabe von 'Joko & Klaas gegen ProSieben'." Doch auch Winterscheidt ist gut aufgelegt und witzelt ironisch: "Die 30 feiert man ja immer. Die 25 nicht, die 50 nicht …" Doch egal, ob es nun die 25., die 30. oder die 50. Ausgabe von "Joko & Klaas gegen ProSieben" ist, so richtig viel zu feiern hatten die beiden Moderatoren in ihrer eigenen Show diesmal nicht.

"Joko & Klaas gegen ProSieben": Kampf um 15 Minuten Sendezeit

Zur Erinnerung: Winterscheidt und Heufer-Umlauf müssen in der Show sechs Aufgaben lösen. Schaffen sie eine Aufgabe, erspielen sie sich für das siebte, das Finalspiel, einen Vorteil. Welcher Vorteil das ist, erfährt man im Finale. Gewinnen Heufer-Umlauf und Winterscheidt auch das Endspiel, erspielen sie sich, und damit wären wir wieder bei der Sache mit den 15 Minuten, eine Viertelstunde Sendezeit am Mittwochabend, die sie völlig frei gestalten dürfen.

In der vergangenen Woche hatten sie diese 15 Minuten genutzt, um den Menschen, die gerade in der Ukraine bombardiert werden, Aufmerksamkeit zu verschaffen. Und in dieser Woche? In dieser Woche läuft es erst einmal nicht so rund. Im zweiten Spiel müssen Winterscheidt und Heufer-Umlauf sich lediglich gegenseitig Klamotten nähen und das ist genauso einfach wie unspektakulär – und lediglich zweimal witzig. Einmal, als Winterscheidt eine Hose näht, bis er merkt, dass gar kein Faden in der Maschine ist und zum zweiten Mal, als sie im Studio ihre selbst geschneiderten Klamotten vorführen.

Danach gibt es für die beiden nicht mehr viel zu lachen, denn die folgenden Spiele gehen allesamt verloren. Gegen die Influencer Caro Daur und Riccardo Simonetti müssen sie App-Symbole zeichnen und erraten und gegen Roman Weidenfeller und Alexander Klaws sollen sie gegenseitig Puppen im Studio verstecken, die das gegnerische Team finden muss. Wer die Puppen schneller findet, gewinnt und das sind in diesem Fall eben nicht Heufer-Umlauf und Winterscheidt.

Winterscheidt und Heufer-Umlauf verlieren gegen ProSieben

In Spiel Nummer vier müssen die beiden Moderatoren symbolische Gegenstände auf einem Zeitstrahl platzieren und dabei die Zeiträume treffen, in denen das Ereignis, das der Gegenstand symbolisiert, stattgefunden hat. Doch das geht genauso schief wie das sechste Spiel, in dem Heufer-Umlauf aus einem fahrenden Auto in ein Ziel springen muss und so haben Joko & Klaas gegen ProSieben lediglich zwei von sechs möglichen Vorteilen im Finalspiel und für das hat Steven Gätjen eine unangenehme Überraschung parat: "Es wartet im Finale eine echte Legende auf euch: lang, gruselig, hart."

Es geht um das Spiel "Am fliessenden Band", bei dem auf einem langen Fliessband acht Aufgaben angefahren kommen, die Winterscheidt und Heufer-Umlauf lösen müssen, bevor die Aufgaben am anderen Ende ankommen. Doch so schnell die beiden auch Bausteine nach Farben sortieren, Zahlen addieren oder "Stadt, Land, Fluss" spielen, am Ende reicht es nicht, um genügend Aufgaben zu lösen. Dementsprechend müssen Winterscheidt und Heufer-Umlauf diesmal wieder die Strafe von ProSieben ertragen.

Und hier hätten den Sender viele Zuschauerwünsche erreicht, um die Strafe, die in der vergangenen Show nicht genutzt wurde, noch einmal zu nehmen. Also werden nun Heufer-Umlauf und Winterscheidt eine Woche lang jeden Werbeblock im Pro7-Programm als "Werbewichtel" verkleidet an- und abmoderieren. Keine schöne Aufgabe, doch dafür müssen sich die beiden diesmal nicht überlegen, was sie in der Viertelstunde Sendezeit so machen sollen und können die 15 Minuten anderweitig nutzen. Zum Bespiel, um die Steuererklärung zu machen.