Die Liebe zwischen der blutjungen Sisi und Franz Joseph I., dem Kaiser von Österreich-Ungarn, war Stoff für viele Romane und Filme. Und die prägen die Wahrnehmung der Prinzessin und späteren Kaiserin. Historischen Dokumenten zufolge war die Beziehung der Eheleute allerdings weniger romantisch, als auf der Leinwand gezeigt, und Sisi hatte einige exzentrische Eigenheiten.

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Kaiserin Elisabeth von Österreich ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch die "Sissi"-Trilogie mit Romy Schneider in der Titelrolle bekannt. In deren Mittelpunkt steht die innige Liebe zwischen dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und seiner Auserwählten, die verschiedene Krisen und widrige Umstände überdauert. Die Figur der Herzogin, deren Spitzname im Filmtitel fälschlicherweise mit zwei "s" geschrieben wird, ist naturverbunden, einfach, ungezwungen-lebendig und überaus sanftmütig.

In ihrem Buch "99 Fragen zu Kaiserin Sisi" zeichnet die Historikerin Sigrid-Maria Grössing ein anderes Bild von der Frau, die zur Symbolfigur des Habsburger-Mythos wurde. Wir haben daraus einige weniger bekannte Fakten ausgewählt.

Traurige Flitterwochen für die frische Kaiserin

Es mag der jungen Herzogin zunächst geschmeichelt haben, dass der begehrteste Junggeselle seiner Zeit sich in sie verliebt hatte. Doch die Ehe begann für Sisi deutlich weniger romantisch als im Film dargestellt.

Schon am Morgen nach den Hochzeitsfeierlichkeiten widmete sich Franz Joseph sofort wieder seinen Amtsgeschäften. In den ersten Ehemonaten ging er diesen vom düsteren Schloss Laxenburg aus nach.

Dort war während der Flitterwochen ausser dem jungen Paar nur noch die Mutter Franz Josephs anwesend. Sie sollte Sisi offenbar mit den Pflichten einer Kaiserin vertraut machen.

Die junge Braut verfasste in der Zeit traurige Gedichte, die davon zeugen, wie unwohl sie sich fühlte.

Kaiserin Sisi: Das Aussehen zählt

Sisi entwickelte als Kaiserin einen seltsamen Schönheitskult. Sie umgab sich fast ausschliesslich mit für sie attraktiven Menschen. Das Aussehen war für Sisi ein wichtigeres Merkmal als gesellschaftlicher Rang oder Bildung.

Dabei zeigte sie sich auch von weiblicher Schönheit angetan. Sie liess Galerien mit Bildern der schönsten Frauen anlegen. Ihre Hofdamen wählte sie nach deren äusserer Erscheinung aus.

Am Hof hatte Sisi kaum Aufgaben. Das junge Mädchen wurde in ihrer neuen Heimat aber für ihr reizendes Äusseres sehr bewundert. Grössing vermutet, dass sie deshalb eine solche Schönheitsmanie, sowohl in Bezug auf ihr eigenes als auch das Aussehen anderer Menschen, entwickelte.

Sisi und Franz: Eine Bilderbuch-Ehe?

Nachdem die kaiserlichen Ärzte keine Erklärung für schmerzhafte Schwellungen hatten, die Sisi plötzlich befielen, suchte sie inkognito einen anderen Mediziner auf. Dieser diagnostizierte eine Geschlechtskrankheit.

So erfuhr die Kaiserin davon, dass Franz Joseph sie betrogen hatte. Für Sisi brach eine Welt zusammen. Obwohl er ihr versicherte, dass er nur sie liebe und sich intensiv um eine Versöhnung bemühte, verzieh sie ihrem Mann nie.

Der Kaiser hatte tatsächlich eine ganze Reihe von Affären. Für Grössling widerspricht das aber nicht seinen Beteuerungen Sisi gegenüber. Denn diese hatte sich, was die körperliche Liebe angeht, zuvor von Franz Joseph distanziert.

Sisis Geheimnis: Ein Tattoo auf kaiserlicher Haut

Kaiserin Elisabeth war tätowiert. Und den Körperschmuck legte sie sich nicht etwa im jugendlichen Leichtsinn zu, als sie noch bei ihrer Familie in Bayern lebte. Erst 1888, im Alter von 51 Jahren, suchte sie eine Hafenkneipe auf und liess sich einen Anker auf die Schulter stechen.

Ihre Beweggründe dafür sind unbekannt. Überliefert ist aber, dass der Kaiser alles andere als erfreut auf die Tätowierung seiner Gemahlin reagierte. (ada)

Hinweis: Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv.

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