Die Annahme, dass Männer für Fächer wie Mathematik besser geeignet sind als Frauen, ist weit verbreitet. Nun haben Studien herausgefunden, dass Mädchen und Jungen die gleichen Mechanismen und Netzwerke benutzen, wenn sie mathematische Probleme lösen.

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Frauen sind in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) immer noch häufig unterrepräsentiert. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass das nicht an biologischen Unterschieden zu Männern liegt.

Mädchen und Jungen benutzen nämlich die gleichen Mechanismen und Netzwerke, wenn sie mathematische Probleme lösen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science of Learning" veröffentlicht.

Es gibt unendlich viele Spiele für Kinder jeden Alters. Und das ist auch gut so, denn Spielzeit ist auch gleichzeitig immer Lernzeit.

Mädchen und Jungen benutzen gleiche Netzwerke

"Wir haben das Verhalten junger Mädchen und Jungen in Mathematiktests untersucht und festgestellt, dass ihre Leistung statistisch gleichwertig war. Sie waren nicht zu unterscheiden", erklärt Jessica Cantlon, leitende Autorin der Studie, dem Nachrichtensender "CNN". In ihrer frühen Kindheit hätten sie die gleichen Fähigkeiten im gleichen Tempo entwickelt.

Die Frage, die sich die Wissenschaftler dann stellten, war: Steckt dahinter der gleiche neuronale Mechanismus? Um das herauszufinden, steckten die Forscher insgesamt 104 Kinder zwischen drei und zehn Jahren in einen MRT-Scanner.

Die Mädchen und Jungen mussten kognitive Tests machen und sich Videos von Mathematikstunden ansehen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei darauf, welche Gehirnregionen am meisten auf mathematische Inhalte und welche auf Tätigkeiten wie Lesen reagierten.

"Wenn wir das bei kleinen Mädchen machen, sehen wir, dass ein bestimmtes Netzwerk im Gehirn reagiert. Und wenn wir die gleiche Analyse bei Jungen durchführen, sehen wir genau die gleichen Regionen", erklärt Cantlon. Die Netzwerke von Mädchen und Jungen, die bei der mathematischen Entwicklung eingesetzt werden, seien identisch. Man könne die Scans einfach übereinanderlegen.

Warum immer noch der Glaube besteht, dass Jungen in MINT-Fächern besser sind als Mädchen, kann die Studie nicht beantworten. Cantlon glaubt, dass vor allem die Gesellschaft daran Schuld ist. (ff)

Verwendete Quellen:

  • Science of Learning: "Gender similarities in the brain during mathematics development"
  • CNN: "Brain scans don't lie: The minds of girls and boys are equal in math"
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