Organspende

Im Ringen um neue Regeln für Organspenden wird am Montag ein weiteres Modell vorgestellt. Der Vorschalg kommt von einer Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linke-Vorsitzende Katja Kipping.

Neun Jahre lang hat Sonja Vonderschmitt auf eine Spenderleber gewartet. Neun Jahre, in denen die Ehefrau und Mutter zweier Töchter dem Tod näher war, als dem Leben. In der Hoffnung, zumindest bei einem Menschen die Bereitschaft zur Organspende zu wecken, erzählt sie hier ihre Geschichte. Eine Geschichte von Gedächtnisverlust, inneren Blutungen und Notoperationen, vielen geplatzten Geburtstagsfeiern und einem alles verändernden Anruf.

Ein elektronisches Register soll Organspenden erleichtern und Angehörige entlasten. Das neue System startet am Montag in der Schweiz.

Die Union ist über Gesundheitsminister Jens Spahn verärgert: Der Organspende-Vorschlag des Gesundheitsministers findet in der eigenen Partei kaum Zuspruch - im Gegenteil: Man mache sich einen Gesetzentwurf durch eine zu frühe Diskussion kaputt.

Es gibt zu wenige Organspender in Deutschland. Um das zu ändern, möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun eine Widerspruchslösung – und dadurch jeden zum Spender machen. Ausser man widerspricht. In vielen anderen europäischen Ländern ist diese Handhabung bereits üblich.

In den Niederlanden ist es ganz einfach – und hierzulande?

In der Schweiz werden nur Organe entnommen, wenn der Verstorbene oder die Angehörigen ausdrücklich zugestimmt haben. Diese "Zustimmungslösung" führt zu weniger Organspenden als in anderen Ländern. Doch Ethiker lehnen es ab, jeden Verstorbenen als potenziellen Organspender anzusehen.

Den Todeszeitpunkt eindeutig zu bestimmen, ist keine einfache Sache. Das ist aber eine Voraussetzung für Organspenden. Das Transplantationsrecht sieht vor, dass ein Patient hirntot sein muss. Doch lässt sich das zweifelsfrei feststellen? Medizin und Ethik sind sich darüber in einigen Fällen uneins.