• 18:30 Uhr: ➤ Betrug mit Covid: Neuseeländer lässt sich gegen Geld zehn Mal impfen
  • 16:20 Uhr: Coronaviren im Internet angeboten? - Mann in Niederlanden festgenommen
  • 11:33 Uhr: Über tausend Teilnehmer bei Corona-Protesten in Sachsen-Anhalt
  • 08:15 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 402,9
  • 07:47 Uhr: Grünen-Gesundheitsexperte fordert vorgezogene Booster-Impfungen wegen Omikron
  • 00:20 Uhr: Hausärzteverband sieht Corona-Impfung in Apotheken und Tierarztpraxen kritisch

➤ Betrug mit Covid: Neuseeländer lässt sich gegen Geld zehn Mal impfen

Ein Mann in Neuseeland soll gegen Geld bis zu zehnmal an nur einem Tag eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Der Mann sei vermutlich von anderen dafür bezahlt worden, berichtete das Nachrichtenportal Stuff. In Neuseeland müssen sich Impfwillige nicht ausweisen.

Das Gesundheitsministerium zeigte sich besorgt und strengte Ermittlungen an. Ärzte bezeichneten laut Stuff das Verhalten sowohl des Mannes als auch derjenigen, die ihn für das Impfen bezahlten, als "gefährlich, dumm und egoistisch". Gerade wegen der kursierenden Delta-Variante des Virus sei eine Impfung wichtig, hiess es. Eine Ärztin fügte an, am ersten Tag nach der Impfung dürfte es dem Mann nicht sonderlich gut gegangen sein. Das Gesundheitsministerium riet allen Menschen, die mehr Dosen als empfohlen erhalten haben, so schnell wie möglich ärztlichen Rat zu suchen.

Viele Geschäfte und Einrichtungen in Neuseeland verlangen für den Zutritt einen Nachweis über eine vollständige Impfung. Etwa 89 Prozent der Neuseeländer sind vollständig geimpft. Bei einer Bevölkerung von 5 Millionen Menschen gab es seit Beginn der Pandemie etwa 12.500 Infektionsfälle und 46 Tote.

Die weiteren Corona-News des Tages

Coronaviren im Internet angeboten? Mann in Niederlanden festgenommen

16:20 Uhr: Die niederländische Finanzpolizei hat einen Mann festgenommen, der im Internet die Lieferung von Coronaviren zur Selbstinfektion angeboten haben soll. Der Tatverdächtige stehe in Verbindung mit einer entsprechenden Homepage, die inzwischen abgeschaltet worden sei, berichtete die Einheit für Betrugsbekämpfung des Finanzministeriums (FIOD) in Den Haag.

Für 33,50 Euro sie dort die Zustellung eines sogenannten Coronakits per Post angeboten worden, berichtete die Zeitung "De Telegraaf" am Samstag. Angeblich soll es ein Röhrchen mit einer Viren-Flüssigkeit sowie einen Selbsttest enthalten haben. Die Anbieter versprachen demnach, dass die Viren nicht älter als drei Monate seien und Käufer damit "sicher sein können, dass auch die letzten Mutationen und Varianten mit dabei sind".

Potenziellen Käufern wurde laut FIOD versprochen, dass sie sich nach Selbstinfektion und überstandener Erkrankung bei den Gesundheitsbehörden eine Bescheinigung für Genesene gemäss der 2G-Regel ausstellen lassen könnten. Der Verdächtige sei inzwischen wieder auf freiem Fuss. "Die weiteren Ermittlungen müssen zeigen, ob er etwas verkauft hat und wenn ja wie viel und ob das überhaupt wirkt", sagte ein FIOD-Sprecher der Nachrichtenagentur ANP.

Die Behörde für Gesundheitsfürsorge warnte vor Selbstinfektionen: "Wer sich gezielt selbst ansteckt, bringt schuldhaft die öffentliche Gesundheit in Gefahr", erklärte eine Sprecherin.

Mehrere Tausend Demonstranten gegen Corona-Massnahmen in Hamburg

16:14 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben am Sonnabend in Hamburg gegen Corona-Schutzmassnahmen demonstriert. Unter dem Motto "Das Mass ist voll – Hände weg von unseren Kindern!" machte sich der Zug am Nachmittag auf den Weg durch die Stadt. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf und bis zu 10.000 Teilnehmern. "Die Abstände werden eingehalten, soweit man das sehen kann", sagte ein Polizeisprecher.

Für und gegen Corona-Regeln: 500 Menschen bei Demos in Trier

16:00 Uhr: Rund 500 Menschen sind am Samstag in Trier wegen der Corona-Regeln auf die Strasse gegangen: Mehr als 400 von ihnen demonstrierten gegen die Vorschriften und die begrenzte Impfpflicht. Die anderen etwa 100 Menschen hatten sich zu einer Gegendemonstration versammelt, wie die Polizei weiter mitteilte. Zu grösseren Zwischenfällen sei es aber nicht gekommen. Gegen die Kritiker der Corona-Massnahmen hätten mehrere Platzverweise verhängt werden müssen, weil sie Anordnungen der Polizei nicht nachgekommen seien. Dazu kamen nach Polizeiangaben drei Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Friedliche Demonstration in Schwerin gegen Corona-Massnahmen

14:1 Uhr: In Schwerin haben am Samstagmittag mehrere hundert Menschen gegen die Corona-Massnahmen protestiert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich zunächst etwa 370 Menschen, im Verlauf der Demonstration stieg die Zahl der Teilnehmenden auf 760. Die angemeldete Veranstaltung sei friedlich und ohne Ausschreitungen verlaufen, sagte eine Sprecherin. Die Polizei hatte für die Demonstration mehrere Strassen gesperrt und sich mit einem Grossaufgebot auf den Protestzug vorbereitet.

Schwesig: Kampf gegen Corona ist wichtigste Aufgabe

13:01 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat den Kampf gegen Corona als momentan vordringliche Aufgabe der Politik bezeichnet. "Das ist jetzt die wichtigste Aufgabe, dass wir dieses Land aus der Pandemie führen", sagte Schwesig am Samstag auf dem SPD-Parteitag in Berlin. Mit Blick auf den neuen SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte Schwesig, nicht einer alleine werde die Pandemie bekämpfen können. Dies gehe nur gemeinsam.

Zentral sei in diesem Zusammenhang auch entschlossenes Eintreten gegen Einschüchterungsversuche von Gegnern der Corona-Massnahmen. "Es ist eine Minderheit, die diese Gesellschaft bedrohen will, und diese Bedrohung dürfen wir nicht zulassen." Schwesig erinnerte daran, dass die Polizei vor wenigen Tagen Menschen gestoppt hatte, die sich zu einem Fackelaufzug vor ihrem eigenen Haus aufmachen wollten. Erst wenige Tage zuvor hatte ein solcher Aufzug vor dem Wohnsitz der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bundesweit für Empörung gesorgt.

Über tausend Teilnehmer bei Corona-Protesten in Sachsen-Anhalt

11:33 Uhr: In Sachsen-Anhalt haben am Freitagabend insgesamt über tausend Menschen gegen die Corona-Auflagen protestiert. Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, liefen die fünf Versammlungen jedoch überwiegend friedlich ab. In Stendal gab es mit etwa 550 Teilnehmern den grössten Protest. Nachdem die Teilnehmer dort durch das Stadtgebiet gezogen waren, versammelten sie sich zu einer Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz. Nach Angaben der Polizei war die Versammlung vorher angemeldet worden.

Weitere angemeldete Proteste gab es in Naumburg und Sangerhausen, an denen sich jeweils um die 300 bis 400 Menschen beteiligten. Die Versammlungen in Blankenburg und in Braunsbedra waren nicht angemeldet worden. Hier versammelten sich nach laut Polizei jeweils zwischen 150 und 250 Teilnehmer. Alle fünf Versammlungen wurden durch die Polizei begleitet.

In Rathenow im Westen Brandenburgs versammelten sich am Freitagabend mehrere hundert Menschen bei einem unangemeldeten Protest gegen die Corona-Massnahmen. Nach Angaben der Polizei lief der Aufzug, der auf dem Märkischen Platz begann und endete, friedlich ab. Als einige Teilnehmer jedoch ihren Aufzug auf einer weiteren Strasse fortsetzen wollten, sei es zu teils aggressivem Verhalten gegenüber den Beamten gekommen. Ein Polizist wurde verletzt.

Erneut über eine Million Corona-Impfungen - 22,5 Prozent geboostert

10:08 Uhr: Den vierten Tag in Folge haben am Freitag mehr als eine Million Menschen in Deutschland eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Insgesamt 1,055 Millionen Dosen wurden am Vortag verabreicht, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. 915.000 davon waren den Angaben zufolge Auffrischungsimpfungen.

Insgesamt haben mittlerweile rund 18,7 Millionen Menschen eine sogenannte Boosterimpfung erhalten - das entspricht etwa 22,5 Prozent der Bevölkerung. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben laut RKI mindestens 57,8 Millionen Menschen oder 69,5 Prozent der Bevölkerung. Mindestens 60,3 Millionen Menschen (72,5 Prozent) haben bisher mindestens eine Impfung.

Aktuell sind nach RKI-Angaben 22,8 Millionen Menschen nicht gegen das Coronavirus geimpft, das entspricht 27,5 Prozent der Bevölkerung. Für 4 Millionen dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren (4,8 Prozent) steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 402,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag der Wert bei 402,9. Am Vortag hatte er noch bei 413,7 gelegen, vor einer Woche bei 442,7. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 53.697 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter insgesamt 6.477.217 Fälle gemeldet. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 5.368.300. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland stieg um 510 auf 105.506.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Seit Anfang November stieg der Wert rasant an. In der Folge wurden täglich neue Höchststände registriert. Seit Anfang der Woche ist die Inzidenz kontinuierlich gesunken.

Als entscheidenden Massstab für eine Verschärfung der Corona-Massnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen.

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heisst, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von COVID-19 Genesene sind zugelassen. Am Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,71.

Grünen-Gesundheitsexperte fordert vorgezogene Booster-Impfungen wegen Omikron

07:47 Uhr: Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat angesichts der sich weiter ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus ein höheres Impftempo und vorgezogene Booster-Impfungen gefordert. "Wir müssen nun in den Modus einer vorausschauenden Pandemiepolitik kommen", sagte Dahmen der "Rheinischen Post" vom Samstag.

"Die Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen, aber schon heute müssen wir uns dagegen wappnen." Das Boostern sei "wirksam und entscheidend", wie aktuelle Daten zeigten.

"Wir werden auch den Zeitpunkt der Booster-Impfungen vorziehen müssen", sagte Dahmen. Deshalb sei jetzt "maximales Tempo beim Impfen" nötig. Dahmen lobte, dass der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammen mit dem neuen Krisenstab "sofort mit einer Impfinventur für Klarheit" sorge, wie viel Impfstoff wo und wann zur Verfügung stehe und dafür sorge, "dass schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich geschützt werden" könnten.

Ramelow hofft auf Weihnachten ohne noch strengere Kontaktregeln

02:00 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) plädiert einem Medienbericht zufolge für ein Weihnachtsfest ohne noch strengere Kontaktbeschränkungen jenseits einer 2G- oder 2G-plus-Regelung. "Ich wünsche mir, dass wir mit 2G oder 2G plus, aber ohne darüber hinausgehende oder weitere Beschränkungen wirklich hinkommen", sagte Ramelow der "Rheinischen Post" (Samstag).

Es seien gerade erst neue und verbindliche Regeln zur Pandemieabwehr beschlossen worden. "Wir sollten ein Weihnachtsfest ohne zusätzliche Reise-Restriktionen und ohne neue Kontaktvorgaben versuchen", sagte der Linke-Politiker, der derzeit auch Bundesratspräsident ist.

Erst am Freitag hatten Bundestag und Bundesrat den Weg zur Nutzung strengerer Corona-Regeln in den Bundesländern freigemacht. Auch für eine Impfpflicht in bestimmten Bereichen wie der Pflege gab es vom Parlament und der Länderkammer grünes Licht.

In Thüringen, wo Ramelow eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung führt, gelten bereits seit mehr als zwei Wochen strenge Regeln - unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind und einer Sperrstunde ab 22 Uhr in der Gastronomie. Thüringen gilt mit einer Inzidenz oberhalb von 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche zu den am stärksten betroffenen Bundesländern in Deutschland.

Hausärzteverband sieht Corona-Impfung in Apotheken und Tierarztpraxen kritisch

00:20 Uhr: Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes sieht die Beteiligung von Apothekern und Tierärzten an der Corona-Impfkampagne kritisch. Es sei "fragwürdig, wenn etwa in der Apotheke kein Arzt vor Ort ist, der bei – sehr seltenen – Komplikationen einschreiten kann", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Bild" (Samstagsausgabe). Auch vom Einsatz der Veterinäre in Impfzentren erwarte er "kaum einen Effekt auf die Impfkampagne".

Ohnehin fänden die allermeisten Impfungen in den Praxen statt. "Besser wäre es, wenn möglichst viel Impfstoff in den Praxen ankommt", fügte Weigeldt hinzu.

Nach Einschätzung des Verbandschefs wird ab Sommer 2022 die vierte Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erforderlich sein. "Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird", sagte Weigeldt. Er hoffe, dass die vierte Corona-Impfung "schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung" verabreicht werden könne, "um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen".

Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag das neue Infektionsschutzgesetz gebilligt, das neben einer Impfpflicht für das Personal in Einrichtungen der medizinischen Versorgung und Pflege auch Neuerungen bei der Impfkampagne vorsieht. Demnach können künftig Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker zusätzlich gegen das Coronavirus impfen. Voraussetzung ist eine entsprechende Schulung.

Hausärzte-Funktionär rechnet mit nötiger vierter Corona-Impfung

00:05 Uhr: Die derzeitigen Auffrischungsimpfungen werden nach Einschätzung des Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt nicht die letzten sein, die gegen Corona nötig werden. "Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag).

Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann "schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung" verabreicht werden könne, "um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen".

Es zeichnet sich bereits ab, dass Impfungen gegen die Virusvariante Omikron nötig werden könnten. Die Hersteller Biontech/Pfizer gehen davon aus, dass ihr Impfstoff weiterhin vor einer schweren Erkrankung schützt. Bis März wollen sie - unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung - einen an Omikron angepassten Impfstoff bereitstellen.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.