Auf der A10 in Genua ist eine Autobahnbrücke eingestürzt. Nach Angaben der Feuerwehr starben mindestens 35 Menschen. Zudem gibt es viele Schwerverletzte.

Klicken Sie hier zum Aktualisieren

  • Im italienischen Genua ist eine vierspurige Autobahnbrücke eingestürzt.
  • 35 Tote wurden bislang bestätigt – Zahl der Opfer könnte noch steigen.
  • Bei der Brücke handelt es sich um den Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird.
  • Am Mittwoch geht die Suche nach der Ursache des Einsturzes weiter.
  • Ein Experte hat sich über den Zustand deutscher Brücken geäussert.
  • Ex-Fussballprofi Davide Capello überlebte den Einsturz in Genua und schildert apokalyptische Szenen.

19:00 Uhr: Rettungsarbeiten auch nachts

Auch in der Nacht werden die Rettungsarbeiten weitergehen. "Wir werden nicht aufhören zu suchen", sagte der Einsatzleiter des Zivilschutzes, Luigi D'Angelo.

18:45 Uhr: Minister: "Entsetzliche Tragödie"

Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach von einer "entsetzlichen Tragödie". Er schloss in einem Radio-Interview aus, dass Bauarbeiten an der Brücke Grund für den Einsturz seien.

17:52 Uhr: Brückenexperte: Einstürze können sehr verschiedene Einflüsse haben

Bei Brückeneinstürzen sind nach Ansicht eines Experten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau (BAYIKA) sehr unterschiedliche Ursachen denkbar. "Arbeiten können grundsätzlich eine Ursache sein", sagte BAYIKA-Vorstandsmitglied Markus Hennecke der Deutschen Presse-Agentur.

Aber bei sachgemässer Ausführung sei die Sicherheit gewährleistet. In Deutschland arbeiteten Plan- und Prüfingenieure nach dem Vier-Augen-Prinzip zusammen.

Hinsichtlich der eingestürzten Brücke in Genua sagte Hennecke, es sei aus der Ferne schwer, über die Gründe zu urteilen.

Auch Alterungsprozesse von Brücken können dem Experten zufolge eine Ursache von Einstürzen sein.

In Deutschland werden alle Brückenbauwerke demnach intensiv alle sechs Jahre, in einer einfacheren Prüfung alle drei Jahre untersucht.

Klimatische Einflüsse und ständige Überfahrten belasten die Bauwerke zusätzlich.

17:31 Uhr: Elf Überlebende aus Trümmern geborgen

Nach dem Brückeneinsturz in Genua sind elf Überlebende aus den Trümmern geborgen worden. Das sagte Bürgermeister Marco Bucci dem Fernsehsender SkyTG24.

17:22 Uhr: Mindestens 35 Todesopfer laut Feuerwehr-Angaben

Die Zahl der Opfer in Genua ist nach dem Einsturz einer vierspurigen Autobahnbrücke weiter gestiegen.

Es seien mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr.

Zuvor hatte Innenminister Matteo Salvini von 30 bestätigten Toten und Verletzten in ernster Verfassung gesprochen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hiess es, das Generalkonsulat Mailand stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, um Informationen auch zu eventuellen deutschen Opfern zu sichern.

17:08 Uhr: Steinmeier kondoliert Italiens Präsident Mattarella nach Brückeneinsturz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella nach dem verheerenden Brückeneinsturz von Genua kondoliert. "Mit grosser Trauer habe ich von dem tragischen Einsturz eines Teiles der Autobahn bei Genua erfahren, der den Tod zahlreicher Menschen verursacht hat und bei dem viele weitere verletzt wurden", schrieb Steinmeier laut Bundespräsidialamt an Italiens Staatschef.

Den Rettungskräften an der Unglücksstelle wünschte Steinmeier "Kraft für die Bewältigung ihrer Aufgaben". "Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Unglücks und ihren Angehörigen."

17:01 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt weiter

Bei dem Brückeneinsturz in Genua sind nach jüngsten Angaben mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Der italienische Innenminister Matteo Salvini sagte am Nachmittag, es gebe etwa "30 bestätigte Tote und viele Schwerverletzte".

16:51 Uhr: Ex-Fussballer Briegel: "Immer froh, wenn ich drüber war"

Der frühere Fussballnationalspieler Hans-Peter Briegel, von 1986 bis 1988 in Diensten von Sampdoria Genua, hat die nun eingestürzte Brücke in der italienischen Stadt als beklemmendes Bauwerk bezeichnet. "Das war wie eine Achterbahn. Ich war immer froh, wenn ich da drüber war", sagte der 62-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Vor allem die spiralförmige Ausfahrt hat mich sehr nervös gemacht - da fährt man wie ins Nichts, ins Leere." Zuletzt sei er vor zwei Jahren in Genua gewesen, sagte Briegel.

Über den Einsturz der Brücke äusserte er sich entsetzt. "Ich habe ein paar Bekannte in Genua angerufen und gefragt, ob sie in Ordnung sind. Einer meiner Freunde ist heute Morgen noch über die Brücke gefahren", sagte der Europameister von 1980.

Der Einsturz sei für Genua besonders tragisch, weil die Stadt aufgrund ihrer Lage sehr viele Brücken besitze. "Die Menschen müssen jetzt mit diesem Unglück leben und werden wohl jedes Mal, wenn sie über eine der Brücken fahren, daran denken", sagte der Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern.

16:20 Uhr: So ist der Zustand der Brücken in Deutschland

Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua stellt sich die Frage nach dem Zustand von Brücken in Deutschland. Nach jüngsten Zahlen der Bundesanstalt für Strassenwesen (BAST) gibt es hierzulande fast 40.000 Brücken an Bundesfernstrassen - das heisst Autobahnbrücken und Brücken an Bundesstrassen mit Ortsdurchfahrten.

Nach Angaben der BAST ist der Zustand der Brückenflächen bei über 12 Prozent "sehr gut" oder "gut", bei etwa 75 Prozent "befriedigend" oder "ausreichend". Bei fast 11 Prozent ist der Zustand "nicht ausreichend", bei knapp 2 Prozent gar "ungenügend".

Die Zustandsnote bildet nach BAST-Angaben die Grundlage für die weitere Erhaltungsplanung. Eine Zustandsnote "nicht ausreichend" bedeute aber nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung des Bauwerkes, sondern sei vielmehr ein Indikator dafür, dass in näherer Zukunft eine Instandsetzungsmassnahme zu planen sei.

Ein "ungenügender" Zustand weist zwar auf eine beeinträchtigte oder nicht mehr gegebene Stand- oder Verkehrssicherheit hin, kann aber auch lediglich auf Schäden an den Gitterstäben des Geländers zurückzuführen sein. Wenn bei der Bauwerksprüfung eine Sicherheitsbeeinträchtigung festgestellt wird, so werden der BAST zufolge sofort entsprechende Massnahmen getroffen, um die erforderliche Sicherheit weiterhin zu gewährleisten.

16:13 Uhr: Juncker tief betrübt über Brückeneinsturz in Italien

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich erschüttert über den Einsturz der Autobahnbrücke im italienischen Genua geäussert.

Er sei tief betrübt über die Katastrophe, sagte Juncker. "Im Namen der EU-Kommission spreche ich den Familien und Freunden derer, die gestorben sind, und dem italienischen Volk mein tiefstes Mitgefühl und aufrichtiges Beileid aus." Den Rettungskräfte wünschte Juncker "Kraft und Mut".

15:59 Uhr: Führte ein Blitzeinschlag zum Unglück?

Als die Brücke um die Mittagszeit in Genua einstürzte, gab es ein heftiges Gewitter rund um die Stadt. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur Ansa, dass ein Blitz in die Brücke eingeschlagen sei. "Es war kurz nach 11:30 Uhr, als wir einen Blitz gesehen haben, der in die Brücke eingeschlagen ist."

Ein weiterer Zeuge berichtete der italienischen Zeitung "Repubblica": "Um 11.35 Uhr ist ein Blitz in einen Pfeiler eingeschlagen, der Zement hat angefangen zu bröckeln, danach ist alles eingestürzt und es war das Ende der Welt."

15:26 Uhr: Merkel übermittelt Anteilnahme nach Brückeneinsturz in Genua

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat betroffen auf das Drama in Genua reagiert. "Nach dem schrecklichen Brückeneinsturz sende ich den Menschen in Genua und in Italien meine Anteilnahme", erklärte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert. "Zusammen mit vielen Deutschen bin ich in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen."

15:20 Uhr: Zahl der Todesopfer erhöht sich auf 22 - weitere Tote befürchtet

Bei dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua sind nach Angaben des Verkehrsministeriums mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Leider werde diese Zahl noch steigen, sagte Staatssekretär Edoardo Rixi dem Fernsehsender SkyTG24. Zuvor war von mindestens elf Toten die Rede.

15:13 Uhr: Macron bietet Italien Unterstützung an

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat Italien nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke Hilfe angeboten. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen italienischen Volk", teilte Macron auf Twitter mit. "Frankreich steht in dieser Tragödie an der Seite Italiens und hält sich bereit, jegliche nötige Unterstützung zu leisten."

Bildergalerie starten

Genua: Autobahnbrücke eingestürzt - Bilder vom Drama

In der italienischen Hafenstadt Genua sind Teile der vierspurigen Autobahnbrücke Ponte Morandi eingestürzt. Es gibt viele Tote und Verletzte.

15:01 Uhr: Mindestens 20 Fahrzeuge beteiligt

Der öffentlich-rechtliche Sender RAI berichtet, dass mindestens 20 Fahrzeuge an dem Unglück beteiligt gewesen seien.

Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge landeten mehrere Lkw im Fluss Polcevera, der sich direkt unter der Brücke befindet.

14:47 Uhr: Leiter der Rettungsstelle spricht von "Dutzenden Opfern"

Mindestens elf Menschen sind bei dem Brückeneinsturz in Genua ums Leben gekommen. Weitere Tote sind wahrscheinlich. Der Leiter der Rettungsstelle sagte in den Medien, dass es "Dutzende Opfer" gebe. Zudem sollen vier Schwerverletzte in Krankenhäuser gebracht worden sein.

14:39 Uhr: An Brücke waren Wartungsarbeiten vorgenommen worden

Der Autobahnbetreiber "Autostrade" hat in einem Statement mitgeteilt, dass an der eingestürzten Brücke Wartungsarbeiten vorgenommen worden seien, um das Fundament der Fahrbahn zu verstärken. Es habe eine stete Beobachtung über den Zustand der Brücke gegeben, so der Betreiber.

Die Gründe für den Einsturz würden genau untersucht werden. Die Brücke war in den 1960er-Jahren erbaut worden.

13:59 Uhr: Innenministerium bestätigt elf Tote

Beim Brückeneinsturz in Genua sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Innenministerium in Rom.

13:36 Uhr: Rettungskräfte bergen Überlebende aus Trümmern

Rettungskräfte haben mindestens zwei Überlebende aus den Trümmern der eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi, die auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird, geborgen. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es gibt Berichten zufolge aber auch Tote - wie viele, war zunächst unklar.

"Zahlreiche Autos" seien zwischen den Trümmern eingequetscht, berichtete Ansa unter Berufung auf Polizeikreise. Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polcevera gelandet. Nahegelegene Häuser wurden vorsichtshalber evakuiert.

13:22 Uhr: Italiens Verkehrsminister spricht von "entsetzlicher Tragödie"

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli hat den Einsturz der Autobahnbrücke in Genua als "entsetzliche Tragödie" bezeichnet.

"Ich beobachte mit grösster Besorgnis, was in Genua passiert ist und was wie eine entsetzliche Tragödie aussieht", twitterte der Fünf-Sterne-Politiker. "Wir stehen in engem Kontakt mit den Autobahnbetreibern und werden mit Vizeminister (Edoardo) Rixi vor Ort sein." Er sprach der Stadt Genua seine Anteilnahme aus.

13:15 Uhr: Tote nach Einsturz von Autobahnbrücke

Beim Einsturz der Autobahnbrücke sind offenbar Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Rettungskräfte. Zahlen nannte sie aber nicht.

12:50 Uhr: Einsturz ereignete sich während gewaltigem Unwetter

Der Einsturz der Brücke Ponte Morandi habe sich während eines gewaltigen Unwetters ereignet, teilte die Polizei in Genua auf Twitter mit. Der Feuerwehr zufolge ereignete sich der Einsturz gegen 12:00 Uhr mittags.

Fotos zeigen, dass darauf zum Zeitpunkt des Unglücks Verkehr herrschte. "Massenhaft" Einsatzkräfte seien vor Ort

12:33 Uhr: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

In der italienischen Hafenstadt Genua ist eine vierspurige Autobahnbrücke eingestürzt. Zunächst gab es am Dienstag keine Berichte über Tote oder Verletzte.

Laut Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe auf einem Stück von um die 100 Meter ein.

Die Tageszeitung "La Repubblica" schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sein könnten. Laut Feuerwehr handelt es sich um den Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird, der unter anderem Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet überquert. (jwo/tfr/mgdpa)

Teaserbild: © Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa