Polit-Talk: "Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner"

"Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner": An vier Tagen die Woche senden ARD und ZDF politische Talkshows. In unserer Rubrik finden Sie Nachberichte und Kritiken zu ausgewählten Sendungen und Themen.

Maybrit Illner will in ihrer Sendung diskutieren, ob das deutsche Sozialsystem die vielen Flüchtlinge verkraftet oder der soziale Frieden in Gefahr ist. Am Ende geht es um mehr Flexibilität.

"Trump for President? Wer versteht die Amerikaner?", fragte Sandra Maischberger in der gestrigen Ausgabe ihrer Sendung. Ihre Gäste sind alle ziemlich überrascht - bis auf eine Trump-Befürworterin, die die Geschichte seines Aufstiegs noch einmal ganz anders deutet.

Zum zweiten Mal binnen fünf Monaten stellt sich Angela Merkel kritischen Fragen von Anne Will. Die Bundeskanzlerin gibt einen Antworten-Mix auf das Wie in der Flüchtlingskrise – und strahlt dabei viel Souveränität aus.

Angela Merkel ist in der ARD-Talkshow "Anne Will" zu Gast und rechtfertigt einmal mehr ihre Haltung in Bezug auf Flüchtlinge. Drastische Worte wählt sie zu den Vorfällen in Clausnitz, Bautzen und Köln.

74 Jahre ist Edmund Stoiber mittlerweile alt, aber von seiner Angriffslust hat der der frühere bayerische Ministerpräsident nichts eingebüsst. Das bewies der CSU-Politiker am Donnerstag in der Talkshow von Maybrit Illner mit seiner harten Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Seine wichtigsten Aussagen im Faktencheck.

Vor der Sendung von Maybrit Illner stellte sich die Frage, wie viele dieser Talkshows über Merkel und ihre Flüchtlingspolitik dieses Land noch braucht und ob es nicht vielleicht sogar bereits genug waren. Die illustre Runde mit einem äusserst emotionalen Edmund Stoiber und einem durchweg relaxten Sigmar Gabriel machte deutlich: Diese Sendung war sicherlich nicht überflüssig – ein Polit-Talk der Kategorien "wertvoll" und "unterhaltsam".

Nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Sachsen will Sandra Maischberger der Frage nachgehen, inwiefern die Bundeskanzlerin mit ihrer Flüchtlingspolitik das Land spalte. Herausgekommen sind hektisch und polemisch geführte Diskussionen.

Angela Merkel unter Zugzwang: Noch immer ringt die Bundeskanzlerin um eine Lösung der Flüchtlingssituation. Frank Plasberg zieht mit seinen Gästen Bilanz: Was hat Merkel erreicht? Und welche Möglichkeiten bleiben ihr noch?

Angela Merkel will eine europäische Lösung für die Flüchtlingssituation. Nur: Europa will das nicht – so scheint es jedenfalls. Der Druck in der Politik ist gross. Das zeigt sich auch bei "Maybrit Illner", deren Gäste sich einen intensiven Schlagabtausch liefern.

Packt der deutsche Sozialstaat das? Sandra Maischberger macht in ihrer Sendung eine Frage zum Thema, die wohl viele Bürger in der Flüchtlingskrise umtreibt. Die Positionen ihrer Gäste liegen spektakulär weit auseinander.

Vor dem EU-Flüchtlingsgipfel will Frank Plasberg abklopfen, ob die Vorstellungen der Europäer, vor allem von Österreichern und Deutschen vereinbar sind. Das Ergebnis in seiner Runde lässt einen wenig harmonischen Gipfel am Donnerstag erwarten.

Bei Anne Will wurde Sonntagabend über den Krieg und das Leid in Syrien diskutiert. Man suchte in der Talkrunde Lösungsansätze, um den Frieden zu erreichen und räumte Russland eine bedeutende Stellung in dieser Sache ein. Es sassen sich Russland-Kritiker und Russland-Versteher gegenüber – eine Kombination, die viel Zündstoff versprach. Über die Frage, welche Rolle Russland im Konflikt tatsächlich spielt und welche Ziele Putin in Syrien wirklich verfolgt, herrschte Uneinigkeit.

Sandra Maischberger will Griechenland-Krise und Flüchtlingskrise in einen Zusammenhang bringen. Die Fragestellung ist berechtigt, doch ein griechischer Polit-Star macht ihr das Leben schwer.

Angela Merkel erlebt derzeit die schwerste Krise ihrer Kanzlerschaft. Wird ihr die Flüchtlingspolitik das Amt kosten? Oder kriegt sie noch einmal die Kurve? Bei "Anne Will" springt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für Merkel in die Bresche. Doch die Debatte bleibt farblos - weil jemand fehlt.

Die Unsicherheit der Bürger ist nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Grossstädten weiterhin gross. Weil viele den Schutz und die Sicherheit in ihrem Land nicht mehr gewährleistet sehen, befinden sich Bürger und Staat in einer gefährlichen Vertrauenskrise. Aber was ist Hysterie und was berechtigte Angst? Auch nach der Sendung wird der Zuschauer von Moderator Frank Plasberg und seinen Gästen mit dieser Frage allein zurückgelassen.

Sind Flüchtlinge nun gut oder böse oder doch einfach Menschen mit allen Facetten? Diese Frage scheint immer noch nicht genug abgearbeitet worden zu sein, findet offenbar Anne Will. Auf die Hysterie in der öffentlichen Debatte antworten ihre Gäste mit viel Nüchternheit.

Die AfD hat sich mit ihrer Stimmungsmache verzockt. Das zeigt die Sendung "Maybritt Illner". Selbst Grüne und CDU verbünden sich gegen den rechtspopulistischen Aufsteiger. Jetzt müssen sie nur noch die verunsicherten Wähler überzeugen.

Sandra Maischberger möchte von ihren Gästen wissen, ob man die AfD angesichts steigender Umfragewerte endlich ernst nehmen müsse. Doch die gehen nur aufeinander los. Die Attacken zeigen, wie viel Mitschuld die etablierten Parteien am Aufstieg der AfD haben.

Die Debatte zur Flüchtlingspolitik ist festgefahren. Das beweist die Runde bei Frank Plasberg. Es mangelt an politischen Alternativen, die Koalition bekriegt sich lieber gegenseitig, als konstruktiv voran zu arbeiten. Und die CSU dürfte schon bald ein Problem haben.

Österreich gibt sich selber eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen. Das sorgt für kontroverse Reaktionen in Deutschland – und in der Sendung von Anne Will. Eine AfD-Politikerin blamiert sich in dieser ordentlich.

Die CSU fordert in der Flüchtlingskrise strikt einen Kurswechsel der Kanzlerin und verweist vehement auf das Beispiel Österreich. Hat Angela Merkel nun gar keine andere Wahl mehr, als einzuknicken? Maybritt Illner geht dieser Frage mit ihren Gästen nach – und deckt auf, wie schlimm es um das Miteinander von CDU und CSU wirklich bestimmt ist.

Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen ein schwieriges Thema. Heraus kommt eine Diskussion, die fesselt – und deren Ergebnisse einen umso fassungsloser zurücklassen.

Schwere Zeiten für Zwischentöne: Köln hat das Vertrauen vieler Menschen in Politik und Medien erschüttert. Frank Plasberg entscheidet sich in seiner Sendung "Hart aber fair" für die Offensive und warnt vor "Parallel-Öffentlichkeiten".

Anne Will ist zurück. Nach vier Jahren übernimmt die Journalistin den Sonntagstalk von Günther Jauch. "Nach Köln – Höchste Zeit für eine neue Flüchtlingspolitik?", möchte Will wissen - und macht sich ihr sonntägliches Comeback damit unnötig schwer.

Wer übt Gewalt aus und warum? Und wie kann sich die Gesellschaft davor schützen? Diese Fragen sollten nach Köln und Istanbul im Vordergrund stehen. Die erstaunlich konstruktive Debatte bei "Maybrit Illner" zeigt: Statt Gespräche über angebliche Problemkulturen zu führen, sollten wir viel eher die Probleme mit unserer Gesprächskultur überdenken.

Sandra Maischberger spricht zwei Wochen nach der Silvesternacht von Köln mit ihren Gästen über die "Angstrepublik Deutschland". Sie will wissen: Was ist berechtigte Sorge, was übertriebene Hysterie? Antworten darauf gibt es aber wenige.

Die "ARD"-Moderatorin Anne Will will sich eigentlich an Debatten über Obergrenzen und Kontingente vorbei zu hangeln. Es gelingt ihr nicht. Gleich vier Gäste vertreten drastische Meinungen. Heraus kommen plausible Antworten zum Thema der Sendung, aber eine noch viel entscheidendere Erkenntnis.

Sandra Maischberger blickt zurück und fragt: Welche Lehren müssen wir aus 2015 ziehen? Ein "Quartett der Querdenker" war angekündigt. Was der Titel versprach, konnte die Runde jedoch nicht einhalten.

Der Jahresrückblick bei "Hart aber fair" sollte eine Debatte über die grossen Krisen von 2015 werden, um Flucht, Terror und die Skandale bei VW und beim DFB.  Doch natürlich ging es fast ausschliesslich um Flüchtlinge. Bei Frank Plasberg polarisiert das Thema mal wieder – insbesondere zwischen zwei Urgesteinen der bayerischen Politik.

Die "ZDF"-Moderatorin wagt die x-te Sendung zur Flüchtlingskrise und daraus resultierenden Sicherheitsbedenken. Die wohl massgebliche Antwort wird in der Debatte versteckt. Und bis auf einen Youtber, dessen Clips in die Höhe schiessen dürften, profitiert niemand.

Mit vielen Worten nichts gesagt: Auch nach der Erklärung von Beate Zschäpe, der Hauptangeklagten im NSU-Prozess, bleiben viele Fragen offen. "Das Skript einer zweitklassigen Soap", nennt es ein Opferanwalt in der Talksendung von Anne Will. Das Leid der Angehörigen der Opfer hat Zschäpe damit nur vergrössert.

Merkel ein "Betriebsunfall", Merkel als "unpolitischer Mensch": Bei Sandra Maischberger diskutieren Politiker und Journalisten über die Frage: "Scheitert Merkel?"   

Der Moderator wird von einer forschen Kollegin zeitweise bloss gestellt, ein Bundesminister wirkt wenig souverän und ein Star-Koch wählt einen spektakulär lasziven Vergleich. Die Debatte bei Frank Plasberg rund ums Fleisch ist chaotisch und polarisierend zugleich.

Befürworter von Flüchtlingskontingenten fordern, dass eine festgelegte Anzahl an Flüchtlingen organisiert nach Deutschland geholt wird. Ist das die Lösung für einen gesteuerten, menschenwürdigen Zustrom?

Es soll der etwas andere Talk bei Sandra Maischberger werden, ohne grosse Politiker-Reden, mit viel Authentizität und Erfahrungsschatz. Es kommen interessante Geschichten dabei rüber, doch die Debatte wirkt reichlich ziellos.

Mit der Zahl der Flüchtlinge steigt auch die Zahl der rechtsradikalen Gewalttaten in Deutschland.  Frank Plasbergs Polit-Talk "Hart aber fair" wollte den Ursachen des rechten Hasses auf den Grund gehen, bot dann aber vor allem der Parteichefin der AfD eine Plattform.

Stiller Abgang: Günther Jauch verabschiedet sich von seinem Polit-Talk und er tut es in typischer Jauch-Manier: ohne Blaskapelle, grosse Gesten und Tamtam. Und leider auch ohne grosse Erinnerungsmomente. Nur Wolfgang Schäuble durfte als einziger Gast zum Abschied winken.

Mit Luftschlägen soll der IS besiegt werden. Doch reicht das? Nein, meint die Runde in der "ZDF"-Sendung und befürwortet ein unpopuläres Szenario.

Es sollte um die Bundeskanzlerin gehen und um die Frage, wie viel Macht sie im zehnten Jahr ihrer Kanzlerschaft noch hat. Diskutiert hat die Talkrunde bei Anne Will dann aber hauptsächlich über Asylpolitik.

Wie weit darf man gehen, um dem Terror Einhalt zu gebieten? Bei Frank Plasberg wird besonnen und scharf debattiert. Ein IS-Kenner wirft den Moscheengemeinden Versagen vor, der BKA-Chef spricht von ausgereizten Kapazitäten – und eine Islamismus-Expertin schildert vom Kampf gegen die Radikalisierung Jugendlicher.

Wie soll man über Geheimes sprechen? Günther Jauch wollte wissen, wie gross die Terrorgefahr in Deutschland ist. Ein Gast hätte die Frage eigentlich am besten beantworten können. Doch auch von ihm gab es kaum konkrete Antworten.

"Maybritt Illner" will unter dem Eindruck der Anschläge von Paris und des Terror-Alarms von Hannover Vorschläge für die Bekämpfung des IS erörtern. Es gelingt der Runde in bemerkenswerter Eintracht. Die Verteidigungsministerin nennt ungewohnt konkret eine erste Massnahme der Bundeswehr. 

Am Dienstag wurde das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft abgesagt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière wollte die konkreten Gründen nicht nennen, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Wie gross aber ist die Terror-Gefahr in Deutschland? Das wollte Anne Will von ihren Gästen wissen. 

Maischberger-Gäste warnen vor "Hysterisierung" und Kriegstreiberei.

Frank Plasberg fragt bei "Hart aber fair", wie die Gesellschaft nach den Attentaten von Paris ihre Werte verteidigen kann. Mit seinen Gästen diskutiert er über strenge Grenzkontrollen und darüber, ob ein Krieg gegen den IS notwendig ist. Ein mögliches Burka-Verbot macht er zum "Kriegsnebenschauplatz".

Frankreich steht nach den Terroranschlägen unter Schock. Die westliche Welt hat ihre Solidarität ausgesprochen, doch was bedeutet das? Diese und andere Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.

Offenbar hat Angela Merkel kaum noch einen Überblick über Entscheidungen in der Flüchtlingsfrage. Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizère begehren vermeintlich auf. Maybritt Illner will deshalb in ihrer Sendung beantworten, ob der Kanzlerin die Kontrolle über die Regierung entgleitet - mit einem unbefriedigenden Ergebnis.   

Sie haben jeden Tag mit den Flüchtlingen zu tun, und doch kommen sie in der öffentlichen Debatte viel zu wenig zu Wort: Die vielen Helfer in Deutschland, die sich beruflich oder ehrenamtlich um die Ankommenden kümmern. Bei "Hart aber fair" sprechen sie über ihre Erlebnisse, zeigen die Probleme auf und widerlegen viele Vorurteile.

Guido Westerwelle ist in der Öffentlichkeit zurück. Nach seiner Leukämie-Diagnose war der ehemalige FDP-Politiker gestern Abend Gast bei "Günther Jauch". Es war ein gleichermassen lehrreiches wie emotionales Gespräch, das den ehemaligen Aussenminister in bisher unbekannter Demut zeigte.

Bei Anne Will vergleichen Hans-Peter Friedrich und Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner Zäune an den EU-Binnengrenzen mit denen, die der deutsche Häuslebauer um sein Anwesen stellt.