• Italien oder England? Gesucht wird im EM-Finale im Londoner Wembley-Stadion der Nachfolger Portugals.
  • Für Deutschland-Bezwinger England spricht der Heimvorteil, für Italien die gezeigte Konstanz. Für England wäre es der erste Europameistertitel, für Italien der zweite nach 1968.
  • Wer ist in welchem Mannschaftsteil wie gut aufgestellt? Der grosse Vergleich.

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Italien oder England? Die beiden EM-Finalisten haben auf ihrem Weg zum Turnierhöhepunkt viele Stärken und wenig Schwächen gezeigt. Die Mannschaftsteile im grossen Vergleich.

Tor

  • Italien: Mit seinen erst 22 Jahren verfügt Italiens Gianluigi Donnarumma schon über die Erfahrung von mehr als 200 Serie-A-Spielen. In Italien gilt der Keeper von AC Mailand, der vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain steht, als Riesen-Talent und Erbe der Legenden Gianluigi Buffon und Dino Zoff. Im Halbfinale parierte er einen Elfmeter gegen Spanien.
  • England: England und die Torhüter, das passte viele Jahre nicht so richtig zusammen. Jordan Pickford dagegen fällt bislang nicht als Pleiten-, Pech- und Pannen-Torwart auf. Der 27-Jährige vom FC Everton zählt international zwar nicht zur allerersten Garde, doch auf ihn ist Verlass. Bei der EM hat Pickford erst ein Gegentor kassiert.

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England zieht nach umstrittenem Elfmeter erstmals in EM-Finale ein

England kann es kaum glauben: Die Nationalmannschaft hat ihr Trauma besiegt und steht erstmals seit 55 Jahren im Finale eines grossen Turniers. Unterdessen hadert Dänemark mit einem umstrittenen Elfmeter.

Abwehr

  • Italien: Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini: Mit 34 und 36 Jahren zählen Italiens Innenverteidiger weiter zu den Besten auf ihrer Position. Das Rezept: Chiellinis Zweikampfstärke, Bonuccis Spielintelligenz und blindes Verständnis. Links fehlt der Offensivdrang des verletzten Leonardo Spinazzola, ihn ersetzt Emerson. Rechts steht Giovanni di Lorenzo vor seiner wohl schwersten Aufgabe: Raheem Sterling zu stoppen.

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  • England: Eine so starke Defensive hatte England schon lange nicht mehr. John Stones und Harry Maguire bilden ein souveränes Innenverteidiger-Paar, auf den Aussenbahnen der Viererkette verrichten Kyle Walker und Luke Shaw mehr als solide ihre Arbeit. Der Lohn: erst ein EM-Gegentor - und das noch nicht mal aus dem Spiel heraus, sondern durch einen direkt verwandelten Freistoss des Dänen Mikkel Damsgaard.

Mittelfeld

  • Italien: Die Dreierreihe um die spielstarken Marco Verratti und Jorginho sowie den offensiveren Nicolò Barella lenkt Italiens Spiel und gibt das Tempo vor. Das schnelle Aufbauspiel mit vielen Kurzpässen nach vorne sowie vertikale Verlagerungen sollen auch im Finale Erfolg bringen.
  • England: Wer sind denn Kalvin Phillips und Declan Rice? In Deutschland dürften Englands Sechser kaum einem Fan ein Begriff gewesen sein. Bei der EM räumen die Premier-League-Profis bislang fast alles ab. Für die kreativeren Momente sorgen davor Champions-League-Sieger Mason Mount vom FC Chelsea oder Fan-Liebling Jack Grealish von Aston Villa.

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Angriff

  • Italien: Zwei Tore gelangen Ciro Immobile in der Vorrunde, danach enttäuschte Italiens Stürmer. Coach Roberto Mancini hält dennoch am Ex-Dortmunder fest. Auf den Flügeln spielen der dribbelstarke Lorenzo Insigne und der torgefährliche Federico Chiesa ein extrem starkes Turnier, von der Bank können Domenico Berardi und Federico Bernardeschi kommen.

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  • England: Raheem Sterling ist bislang Englands überragender Spieler bei dieser EM. Auf dem linken Flügel überzeugt der Angreifer von Manchester City mit Torgefahr und Tempodribblings. Auch Kapitän Harry Kane kam rechtzeitig in Form: Seine vier Turnier-Tore erzielte er alle in der K.o.-Phase. Auf dem rechten Flügel könnte wieder Phil Foden wirbeln.

Trainer

  • Italien: Der Aufstieg vom gescheiterten WM-Versager 2018 zum EM-Titelfavoriten ist in Italien eng mit dem Namen von Roberto Mancini verbunden. Er erschuf ein Team, das über Mut, Spielfreude, Willen, Zusammenhalt und Mentalität verfügt. "Er hat uns Vertrauen gegeben in einem Moment, als wir es verloren hatten", sagte Verratti über den 56-Jährigen.
  • England: Kein Nationaltrainer Englands war in den vergangenen Jahren beliebter als Gareth Southgate. Der ruhige, eloquente und zurückhaltende Ex-Profi zieht sein Ding durch. Anfangs wurde er für die teils biedere Spielweise der Three Lions kritisiert. Aber sein Team liefert Ergebnisse. Die Fans feiern ihn längst für den erstmaligen Einzug in ein EM-Finale.

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(dpa/hau)

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