• Ashleigh Barty hat Geschichte geschrieben.
  • Die Australierin ist die erste Tennisspielerin seit 1978, die in ihrem Heimatland gewinnt.
  • Gegen die US-Amerikanerin hatte die Weltranglistenerste vor allem in zweiten Satz grosse Probleme.

Mehr Sportthemen finden Sie hier

Ashleigh Barty hat sich als erste australische Tennisspielerin seit 1978 zur Australian-Open-Siegerin gekürt. Die Nummer eins der Welt gewann das wechselhafte Endspiel am Samstag in Melbourne mit 6:3, 7:6 (7:2) gegen die amerikanische Überraschungsfinalistin Danielle Collins. Damit hielt Barty dem Druck der Erwartungen stand und beendete die 44 Jahre lange Wartezeit der sportbegeisterten Australier. Trotz eines 1:5-Rückstands im zweiten Satz durfte die 25-Jährige am Ende nach dem Tiebreak feiern.

Collins verpasste am Tag vor dem Herren-Endspiel zwischen dem spanischen 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal und dem russischen Weltranglisten-Zweiten Daniil Medwedew in ihrem ersten grossen Finale ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Australian Open 2022: Rod Laver und Chris O'Neil schauen zu

Für Barty war an einem für diese zwei Grand-Slam-Wochen ungewöhnlich kühlen Abend im australischen Sommer alles angerichtet: Die australische Tennis-Ikone Rod Laver war unter den Ehrengästen ebenso wie Chris O'Neil, die 1978 als zuvor letzte Australierin bei den Australian Open siegte und bei der stimmungsvollen Show den Daphne Akhurst Memorial Cup auf den Court brachte.

Von Anfang vermittelten die Zuschauer in der gut gefüllten Rod-Laver-Arena, dass sie ihre Hoffnungsträgerin mit zum Titel tragen wollten. Unermüdlich erklangen die "Ash"-Anfeuerungsrufe für die Weltranglistenerste, der ungewohnte unerzwungene Fehler unterliefen. Insbesondere der Aufschlag half ihr, ins Match zu finden.

Collins führte ihre Marotte fort, darauf zu verzichten, sich während der Seitenwechsel hinzusetzen. Beim 2:2 hatte Collins die erste Breakchance, die Barty aber bravourös mit einer Vorhand an die Linie abwehrte. Auch vom Publikum schien die Anspannung abzufallen. Nervosität war Collins zumindest nicht anzumerken. Dann half die Grand-Slam-Finaldebütantin mit einem Doppelfehler beim ersten Breakball Bartys aber mit. Die Australierin holte sich das Break zum 4:2, jubelte aber nach dem Satzgewinn nicht.

Collins zieht im zweiten Satz auf 5:1 davor - und verliert den Faden

Der Schlussakt des Damen-Turniers war ein Finale der Gegensätze. Mit dem Finaleinzug der Topgesetzten Barty war zu rechnen gewesen. Die Frage war, ob sie der Last der Erwartungen gerecht wird. Auf die Weltranglisten-30. und an Position 27 gesetzte Collins hätte wohl kaum einer gesetzt. Zudem stand auf der einen Seite die nur 1,66 Meter grosse Barty, die mit ihrem breitem Repertoire glänzt. Auf der anderen die Wucht der 1,78 Meter grossen Amerikanerin.

Und die brachte sich über ihre Emotionen immer mehr ins Spiel, dominierte lange den zweiten Satz mit ihrer Aggressivität und zog auf 5:1 davon. Barty, der ersten Australian-Open-Finalistin seit Wendy Turnbull 1980, schien die Satzführung dagegen keine Sicherheit zu verleihen. Der erste Satzverlust im gesamten Turnierverlauf drohte, doch Barty kämpfte sich zum 5:5 zurück - und war im Tiebreak voll da.

Für Barty ist es der dritte Grand-Slam-Titel nach dem French-Open-Gewinn 2019 und dem Wimbledon-Sieg im vergangenen Jahr. Sie darf sich über ein Preisgeld von rund 1,8 Millionen Euro freuen. (dpa/sap)

Australian Open: Frustrierter Medwedew schreit den Schiedsrichter zusammen

Im Viertelfinale gegen Rafael Nadal ist es Denis Shapovalov, der sich mit Schiedsrichter Jaume Campistol anlegt, und im Halbfinale vergreift sich Nadals Endspielgegner Daniil Medwedew im Ton. Gefrustet vom Spielverlauf gegen Stefanos Tsitsipas, geht der Russe auf den Unparteiischen los. Ob der nicht bemerke, dass Tsitsipas gecoacht wird. (Teaserbild: AFP/Michael Errey) © Eurosport