Wer geglaubt hatte, der Regen über Wimbledon bringe den All England Lawn Tennis and Criquet Club nach all den Jahrzehnten nicht mehr aus dem Konzept, sieht sich bereits am Auftakttag des bedeutendsten Tennisturniers der Welt eines Besseren belehrt. Es kommt zu skurrilen und teils peinlichen Szenen. Mittendrin ist der Titelverteidiger.

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Der Regen kam gleich am ersten Tag, und prompt wurde es für die doch so wettererprobten Verantwortlichen der All England Championships etwas peinlich. Als der Niederschlag einsetzte, liessen sie erst nach langem Zögern die Plane über den Centre Court ziehen, als sich dann das Dach über der Arena schliesslich geschlossen hatte, war es zu spät: Der Platz war zu feucht, zudem schien es Probleme mit der Lüftung zu geben.

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Iga Swiatek hat auf Court 1 Glück

Auf dem ebenfalls mit einem Schiebedach ausgestatteten Court 1 ging alles viel schneller. Die Weltranglistenerste Iga Swiatek aus Polen musste dort nur kurz warten, ehe sie gegen die Chinesin Zhu Lin 6:1, 6:3 gewann.

Regenunterbrechung in Wimbledon am Eröffnungstag des Turniers am 3. Juli 2023
Regenunterbrechung in Wimbledon am Eröffnungstag des Turniers am 3. Juli 2023: Die Plätze sind mit Planen abgedeckt, um die Feuchtigkeit von den Rasenflächen fernzuhalten. © AFP/Adrian Dennis

Nebenan dagegen dauerte es am Ende 1:29 Stunden, ehe Titelverteidiger Novak Djokovic sein Match gegen Pedro Cachin aus Argentinien nach dem zu Ende gespielten ersten Satz (6:3) wieder aufnehmen konnte - da hatte es dann schon wieder aufgehört zu regnen, und der an Nummer vier gesetzte Casper Ruud aus Norwegen führte mit 6:1 gegen den Franzosen Laurent Lokoli.

Novak Djokovic geht mit dem Handtuch ans Werk

Djokovic nahm die Sache mit Humor, mit einem Handtuch und zur Belustigung des Publikums versuchte er sogar, die Stelle trocken zu wischen. Besser wurde es aber erst, als drei Mitarbeiter mit grossen Föhns anrückten.

Helfer rücken mit mächtigen Föhns an und trocknen den Center Court in Wimbledon am 3. Juli 2023
Helfer rücken mit mächtigen Föhns an und trocknen den Center Court in Wimbledon am 3. Juli 2023, als Titelverteidiger Novak Djokovic eigentlich zum Auftakt gegen Pedro Cachin spielen sollte. © AFP/Daniel Leal

Auf den nicht überdachten Aussenplätzen war Maximilian Marterer aus Nürnberg dagegen den Launen der Natur weiter ausgesetzt. In seinem Duell mit Borna Gojo aus Kroatien stand es 1:1 nach Sätzen. Kurz vor 16:00 Uhr Ortszeit ging es auch für ihn weiter.

Anna-Lena Friedsam ist bereits ausgeschieden

Zu diesem Zeitpunkt war als erste der zehn Deutschen nur Anna-Lena Friedsam durch, die 29-Jährige aus Neuwied verlor gleich zum Auftakt der 136. All England Championships gegen die US-Amerikanerin Alycia Parks in zähen 1:41 Stunden 4:6, 3:6. Es war im vierten Duell mit der Nummer 51 der Weltrangliste ihre vierte Niederlage.

In dem weitgehend ausgeglichenen Match auf mässigem Niveau kassierte die auf Rang 87 geführte Friedsam, die bereits 2016 die dritte Runde erreicht hatte, im ersten Satz das vorentscheidende Break zum 3:5. Kurze Zeit später verlor sie im ersten Spiel des zweiten Durchgangs ihr Service, ebenso zum Matchverlust.

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Die drei anderen deutschen Frauen sollen wie Alexander Zverev erst am 4. Juli ins Turnier eingreifen. Dabei trifft Tatjana Maria, die im Vorjahr das Halbfinale erreicht hatte, auf Sorana Cirstea, die letztjährige Viertelfinalistin Jule Niemeier auf French-Open-Finalistin Karolina Muchova aus Tschechien. Tamara Korpatsch, die als "lucky loser" ins Hauptfeld gerückt war, spielt gegen die kanadische Qualifikantin Carol Zhao. (sid/hau)


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