Vor 25 Jahren öffnete Prinzessin Diana in einem Exklusiv-Interview mit der BBC ihr Herz. Ihr Bruder Charles Spencer wirft dem Sender und Journalist Martin Bashir nun vor, sich die Zusage für das Gespräch mit unlauteren Methoden erschlichen zu haben.

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"Es waren drei von uns in dieser Ehe." Mit diesem Satz über die Affäre von Prinz Charles mit Camilla Parker Bowles schrieb Prinzessin Diana 1995 Fernsehgeschichte. Ihr Bruder Charles Spencer erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Sender BBC und den Journalisten, der das legendäre Interview geführt hat. Er soll es sich mit unlauteren Methoden erschlichen haben.

Wie die britische "Daily Mail" berichtet, bezichtigt der jüngere Bruder der 1997 verstorbenen "Prinzessin der Herzen" die BBC in einem Brief an Generaldirektor Tim Davie der Schönfärberei und "Unehrlichkeit". Journalist Martin Bashir wirft er Sensationsjournalismus vor. Der heute 57-Jährige hatte mit dem weltweit beachteten Interview einen grossen Erfolg gefeiert.

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Gegenstand der Diskussion sind gefälschte Kontoauszüge, die angeblich deutlich machen, dass zwei Mitarbeiter des königlichen Hofes von Sicherheitsbeamten bestochen wurden, um Informationen über Prinzessin Diana weiterzugeben. Journalist Bashir hatte sie Charles Spencer gezeigt und ihn dazu gebracht, den Kontakt zu seiner Schwester herzustellen.

"Wenn ich diese Kontoauszüge nicht gesehen hätte, hätte ich Bashir meiner Schwester nicht vorgestellt", heisst es in einer E-Mail, die Spencer am 23. Oktober verschickte. "Folglich wäre er bloss einer von Tausenden Journalisten geblieben, die sich eine Mini-Chance erhofften, dass sie mit ihnen sprechen würde."

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Intervie mit Diana: 1996 entschuldigte sich die BBC

Die BBC hatte die Vorgänge bereits 1996 untersucht und sich entschuldigt. Im April des Jahres resümierte der Sender, dass die Nutzung der gefälschten Dokumente sich allerdings weder direkt, noch indirekt auf die Entscheidung der Prinzessin ausgewirkt habe, mit Martin Bashir zu sprechen.

Die mediale Aufmerksamkeit rund um das anstehende 25-jährige Jubiläum des Interviews führte nun jedoch dazu, dass Charles Spencer die Diskussion erneut anfachte. In seinem Brief fordert er eine erneute formale Untersuchung der Vorgänge und eine Entschuldigung. Diese schulde die BBC ihm, den Zuschauern und seiner verstorbenen Schwester.

"Wir wiederholen die Entschuldigung gerne", willigte die britische Sendergruppe am Dienstag in einer Stellungnahme ein. Obwohl sich der Vorfall "vor einem Vierteljahrhundert zugetragen" habe, werde man "neue Informationen zuverlässig und fair untersuchen". Spencer selbst wurde darum gebeten, relevante Informationen weiterzuleiten.

COVID-19-Erkrankung von Martin Bashir erschwert die Untersuchung

Erschwert werden die angekündigten Bemühungen jedoch durch die Tatsache, dass Martin Bashir selbst aktuell nicht befragt werden kann. Der Journalist, dem 2003 vorgeworfen wurde, die Dokumentation "Living with Michael Jackson" zu dessen Nachteil inszeniert zu haben, kämpft derzeit mit einer heftigen COVID-19-Erkrankung.

"An Interview with H.R.H. the Princess of Wales" zog vor 25 Jahren knapp 23 Millionen Zuschauer vor die Fernsehbildschirme. In dem Exklusiv-Interview gab die Mutter der Prinzen William und Harry Details aus ihrer Ehe preis und sprach über ihre psychischen Probleme. Zum Zeitpunkt des Gesprächs lebte sie bereits von Prinz Charles getrennt, war aber noch nicht geschieden.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

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