Vergangenen Samstag hat sich das Leben von Laetitia Guarino über Nacht verändert: Die 21-Jährige ist zur neuen "Princess of Switzerland" gekürt worden. Im Interview zeigt sich die Medizinstudentin sympathisch und bodenständig und verrät, wofür sie - vielleicht - die Hüllen fallen lassen würde.

Laetitia, wie hast du den Wahlabend am Samstag erlebt? Beschreib doch bitte, wie du dich fühlst.

Laetitia Guarino: Ich habe wirklich nicht erwartet, dass ich die neue Miss Schweiz werde. Man sieht mir meine Überraschung auch auf den Fotos und Videos der Show an, nach dem Motto: "Oh mein Gott, ich bin's wirklich geworden!" Ich war also sehr überrascht. Ich sah meinen Vater auf der Tribüne weinen, er war sehr stolz auf mich und mein Freund kam zu mir auf die Bühne und umarmte mich. Das war sehr emotional. Auch die Party war fantastisch, es war fast wie im Traum. Alle waren ja nur wegen mir da.

Du bist die erste Miss Schweiz, die nicht an der Wahl zur Miss Universe teilnimmt. Stattdessen engagierst du dich in karitativen Projekten. Wofür genau wirst du dich einsetzen?
Ich bin seit zwei Jahren bei der Organisation "Bone Marrow" (Die Vereinigung informiert über Blutstammzellenspende und versucht mit ihrem Engagement, Neuspender zu gewinnen, Anm.). Auch an meiner Universität versuche ich, Leute für diese Organisation zu begeistern. Und jetzt als Miss Schweiz hat meine Stimme natürlich mehr Gewicht.

Hast du dir von der ehemaligen Miss Schweiz Dominique Rinderknecht ein paar Tipps geholt?
Mit Dominique habe ich mich zwar nicht ausgetauscht, dafür aber mit Whitney Toyloy. Sie ist einfach fantastisch. Sie gab mir sofort ihre Telefonnummer und sagte, ich könne sie jederzeit anrufen, wenn ich was bräuchte.

Als du das erste Mal nach deiner Wahl auf dein Handy geschaut hast, wie viele Anrufe und Nachrichten hattest du?
Am Samstag hatte ich mein Telefon nicht bei mir, mittlerweile ist auch der Akku leer. Ich habe ehrlich mein Handy gesagt schon eine ganze Weile nicht mehr in der Hand gehabt. Aber auf Facebook sind bereits über 2.000 Freundesanfragen eingegangen. Auf einmal habe ich offenbar sehr viele Freunde.

Wie sieht denn jetzt nach der Wahl dein Terminkalender aus?
In den kommenden Tagen und Wochen habe ich viel Arbeit vor mir. Viele Shootings für meine Sponsoren und natürlich ganz viele Interviews mit Medien. Aber ich freue mich drauf, es wird bestimmt super.

Was willst du in diesem einen Jahr als Miss Schweiz erreichen?
Ich will mich vor allem für die "Corelina"-Kinderherz-Stiftung engagieren und für die Dinge kämpfen, die mir wichtig sind.

Gibt es auch etwas, wovor du im Hinblick auf deine Amtszeit Angst hast?
Ich habe ein bisschen vor den Medien Angst. Manchmal kann die Presse ja auch nicht so nett sein. Ausserdem möchte ich nicht, dass meine Freunde und meine Familie irgendwann sagen, ich hätte mich verändert.

Für euren grossen Auftritt wurdet ihr in der Missen Akademie vorbereitet. Was war für dich dort die härteste Challenge?
Die Missen Akademie war für mich insofern eine Herausforderung, als dass ich gerade mitten in den Prüfungen für mein Studium steckte. Da meine Examina zwei Tage nach dem Ende der Akademie stattgefunden haben, musste ich mich darauf vorbereiten, während die anderen Mädchen sich ausruhen konnten. Aber die Akademie an sich war super, ich habe beispielsweise tanzen gelernt.

Wie möchtest du als Miss in Erinnerung bleiben?
Ich möchte als eine natürliche und lustige Miss in Erinnerung bleiben.

Welche der vergangenen Missen haben dich besonders inspiriert?
Ich finde die Miss Schweiz 2005 Lauriane Gilliéron ganz toll, als ich sie sah war ich geradezu hingerissen. Dominique war sehr rockig und hat frischen Wind hineingebracht. Und spätestens seit Samstag bin ich grosser Fan von Whitney Toyloy. Sie ist natürlich und lustig, ich liebe sie einfach.

Entstand zwischen dir und den andere Missen-Kandidatinnen eine Freundschaft oder wart ihr eher Konkurrentinnen?
Natürlich waren wir auch Konkurrentinnen, aber besonders in Celine Morel habe ich eine Freundin gefunden. Aber natürlich ist es nicht immer einfach, wenn ein Haufen junger Frauen mit dem gleichen Ziel zusammenkommt, das ist ja klar.

Unter welchem Motto möchtest du dein Missen-Jahr begehen?
Ich will mich stark für "Corelina" einsetzen und viel darüber sprechen, ausserdem bin ich schon sehr gespannt auf meine Reise nach Kambodscha mit Hannes Schmidt für die Organisation "Smiling Gecko". Ausserdem werde ich mich natürlich bei "Bone Marrow" weiterhin einbringen. Zudem bin ich gegen das Tragen von Pelz. Auch dafür würde ich mich gerne stark machen. Ansonsten ist es mir einfach wichtig, natürlich und ich selbst zu sein.

Würdest du dich für den Playboy ausziehen?
Nein, danke. Nacktbilder kommen für mich grundsätzlich nicht in Frage. Wenn es allerdings darum geht, sich gegen das Tragen von Pelz einzusetzen, wie es in den Kampagnen der Tierschutzorganisation "Peta" umgesetzt wird, dann könnte ich zumindest darüber nachdenken. Aber nicht jetzt.