• Kerstin Ott wird mit der "Schlagerinsel"-Tour in Oberhausen und Wien auftreten.
  • Im Interview erklärt die 40-Jährige, wie sie zur Schlagerszene und dem Skandal-Song Layla steht.
  • Sie verrät auch, was sie auf eine "Schlagerinsel" mitnehmen würde.
Ein Interview

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Frau Ott, Sie sind Teil der "Schlagerinsel"-Tour, werden im August in Oberhausen und im September in Wien dabei sein. Eine "klassische" Schlagersängerin sind Sie eigentlich nicht. Haben Sie sich über die Jahre mit der Schlagerwelt arrangiert?

Kerstin Ott: Es ist witzig, dass mir diese Frage so häufig gestellt wird. Der deutsche Schlager hat sich in den vergangenen Jahren doch sehr gemausert. Von daher bin ich einfach sehr dankbar, ein Teil davon zu sein, mit "arrangieren" hat das nichts zu tun. Vielmehr bin ich stolz darauf, dass die Menschen hierzulande deutsche Songs gerne hören.

Oft wird bemängelt, dass immer dieselben Künstler:innen in den grossen TV-Shows auftreten – auch Sie sind häufig dabei. Täuscht der Eindruck?

Zunächst möchte ich betonen, dass ich keinen Einfluss darauf habe. Ich habe diese Konzepte nicht aufgestellt (lacht). Aber jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, weiss, wie schwierig es ist, überhaupt eine gute Show auf die Bühne zu stellen. Es gibt inzwischen viele gute TV-Shows. Wir sollten lieber froh sein, dass wir dort überall auftreten dürfen ...

... unter anderem bei der "Giovanni Zarrella Show", die vor gut einem Jahr gestartet ist. Wie fällt Ihr Zwischenzeugnis für die Show Ihres Kollegen aus?

Ich finde es schön, wie die "Giovanni Zarrella Show" aufgebaut ist, und habe den Eindruck, dass sich das Team viele Gedanken macht. Die Zusammenarbeit klappt hervorragend. Mir gefällt, dass nicht nur Schlager-Acts, sondern auch Künstlerinnen und Künstler aus anderen Genres dabei sind. Ich bin also ein Fan.

Sind Sie auch ein Fan des "Pride Month", der im Juni gefeiert wurde?

Grundsätzlich muss ich nicht überall stattfinden, wo "Pride" draufsteht. Logischerweise ist es aber ein wichtiger Punkt, auch für die gesamte Gesellschaft. Es hat viel mit Akzeptanz zu tun. Da sind wir auf einem guten Weg und dürfen nicht aufhören, weiter daran zu arbeiten.

Sollte man nicht eher dahin kommen, dieses wichtige Thema das gesamte Jahr über zu leben, als sich auf einen bestimmten Monat zu fokussieren? Sie singen Ihren Song "Regenbogenfarben" ja auch nicht nur innerhalb eines Monats ...

In erster Linie sind die Personen wichtig, die für etwas kämpfen. Denn nur so können sie auch Personen finden, die zuhören. Ich glaube, dass es darum geht.

Wundert es Sie, dass in der heutigen Zeit ein Titel wie "Layla", in dem teils sexistische Inhalte transportiert werden, auf Platz eins der Singlecharts stürmen kann?

Man kann die Lieder mögen oder eben nicht. Ich denke, es gibt schlimmere Texte als diesen.

Die einen streben eine Zensur des Hits an, die anderen starten eine "Free Layla"-Petition, wie etwa Ikke Hüftgold. Auf welcher Seite stehen Sie?

Es gibt natürlich Songs, die verboten gehören. Dieser gehört für mich nicht dazu.

Abschliessend: Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine "Schlagerinsel" nehmen?

Meine Frau, meinen Hund Jakob und viel Pizza (lacht).