Man kann RTL bei der neuesten Folge von "Bachelor in Paradise" wirklich keinen Vorwurf machen. Der Sender schmeisst mit Sören und Sebastian einen Hallodri und die ehemalige Liebschaft einer Kandidatin für etwas mehr Tumult ins Paradies. Nur ist Drama eben leider nicht planbar.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

Die vorschauende Zusammenfassung, beziehungsweise die zusammenfassende Vorschau der neuesten Folge von "Bachelor in Paradise" verspricht Einiges: eine alte Affäre, brodelnde Eifersucht, einen nervenaufreibenden Wettkampf, ein Boot in Seenot und sogar die schwere Verletzung eines Kandidaten. So kurz vorm Finale scheinen die Teilnehmer im Paradies noch einmal durch die Hölle zu gehen.

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Mit einem langgezogenen "Moiiiin" beginnt Folge acht jedoch zunächst einmal recht fröhlich. Der Hamburger DJ Sören Altmann schlendert gut gelaunt ins Paradies, schliesslich gilt es, das Männerkontingent noch einmal aufzufüllen. Als Zulassungsvoraussetzung für "Bachelor in Paradise" bringt Sören eine Teilnahme bei "Die Bachelorette" mit Nadine Klein mit.

Sören ist aber nicht irgendwer, sondern glaubt, den Zuschauern damals in Erinnerung geblieben zu sein, weil er auf Nadines Frage, ob er eine Rose annehmen möchte, mit "Na klar, Mäuschen" geantwortet hatte. Auch für "Bachelor in Paradise" hat sich der Hamburger einiges vorgenommen: "Jetzt geht’s endlich los, macht euch auf was gefasst!"

"Bachelor in Paradise": Sebastian Mansla ist wieder da

Was das sein könnte, darüber spekuliert Steffi bereits nach wenigen Minuten beim Date mit Sören: "Es kam halt so rüber, als ob er gar kein Interesse hat, hier wirklich jemanden ernsthaft kennenzulernen." Ein unfassbarer Vorwurf, den Steffi da äussert. Das würde ja bedeuten, dass "Bachelor in Paradise" nur dazu dient, die eigene Bekanntheit zu steigern. So etwas würde doch niemand machen! Die Liebe ist doch heilig! Gerade in Fernsehshows.

Behalten wir Sören also lieber im Auge, widmen uns aber zunächst den versprochenen Turbulenzen. Die alte Affäre kommt ins Paradies, wie das alte Affären im Fernsehen eben so machen: mit einem Kajak. Sebastian Mansla heisst sie, die Affäre, und verbringt mutmasslich mehr Zeit in Fitnessstudios als in Bibliotheken, daher wahrscheinlich auch die Nummer mit dem Kajak. In einem Bibliotheksbus wäre die Präsentation des Waschbrettbauchs irgendwie aufgesetzt rübergekommen. Sebastians Bauch und die Kamera sollten fortan jedenfalls eine innige Freundschaft eingehen.

Doch zurück zum Wesentlichen: "Carina und Sebi kennen sich. Die hatten, glaube ich, mal was", glaubt Serkan Yavuz, dass Carina Spack und Sebi mal was hatten. "Man kennt sich halt", bestätigt Carina umgehend vor der Kamera. Das folgende, ebenso vielsagende wie aufgesetzte, Lachen ist an dieser Stelle nur schwer nachzumachen, soll aber wohl etwas Anrüchig-Mysteriöses zum Ausdruck bringen.

Das mit der Affäre scheint bei Sebastian jedenfalls einem Muster zu folgen, denn "Die Bachelorette" mit Gerda Lewis endete für Sebastian damals als Kurztrip, weil er bereits eine Affäre mit Gerdas bester Freundin mit in die Show brachte. Bei Serkan sorgt Sebastians Ankunft jedenfalls für ein, zwei Angstschweissperlen.

"Befummelt euch ein bisschen!"

Die versprochene brodelnde Eifersucht kommt aber etwas lau daher. Kein Handgemenge, keine Drohungen, kein Reviermarkieren, noch nicht einmal ein böser Blick zwischen den Rivalen. Serkans Motto: "Abwarten und gucken, was passiert." Blöd für den Zuschauer: Passiert ist nichts. Sebastians Aufenthalt bei "Bachelor in Paradise" endet in der Nacht der Rosen schneller, als er Sixpack sagen kann.

Stattdessen sieht man Carina und Serkan beim Dauergezänk, wer wem gerade mehr auf die Nerven geht. Einen Sieger gibt es nicht und auch beim Zuschauer liegen beide gleichauf. Erst Christina Grass erlöst das Publikum mit einem pragmatischen Ansatz: "Befummelt euch ein bisschen, dann geht’s wieder!" Und so wird’s dann auch gemacht.

Die Geschichte der anderen Versprechen, der nervenaufreibende Wettkampf, die schwere Verletzung und die Seenot, sind auch schnell erzählt: Die Herren messen sich in den Disziplinen Liegestütze, Kartenhausbauen und Luftanhalten bis Sebastian gewinnt, die schwere Verletzung von Christian entpuppt sich als verstauchter Knöchel und die Seenot war lediglich ein etwas vorlauter Wellengang. Es herrscht so viel Unehrlichkeit in zusammenfassenden Vorschauen.

Janina Celine will lieber alleine bleiben

Und so taumelt die vorletzte Folge "Bachelor in Paradise" mehr schlecht als recht der Nacht der Rosen entgegen. Kurz vor Schluss wird dann auch Sören noch einmal vorstellig: "Falls ich eine Rose bekomme, werde ich der Frau ein Paar Socken von mir schenken mit meinem Gesicht darauf."

"Die sind auch getragen, übrigens", ergänzt der DJ, um den Wahnsinn komplett zu machen. Man hat sich also völlig ohne Not auf etwas gefasst gemacht.

Als die entscheidende Blumenvergabe naht, bringen die Damen zunächst Michi, Serkan und Marco Cerullo auf die sichere Seite, Steffi entscheidet sich für Oggy Baam, Ernestine Palmert übergibt eine "symbolhafte" Rose an Andreas Ongemach und weil Janina Celine lieber freiwillig geht, als eine Rose zu verteilen, gucken am Ende Christian, Sebastian und Sören in die leere Vase.

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