War da was los: In Folge elf geht es bei "Germany's next Topmodel" für die Kandidatinnen um den Einzug in die Top Ten. Ausserdem steht das Unterwassershooting an, Male-Models stehen bereit, die Damen müssen tanzen lernen und einen neuen Bösewicht gibt es auch noch. Quasi zwei Folgen zum Preis von einer.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

Es gibt nun wirklich interessantere Zahlen. Die kecke Eins zum Beispiel, die sich gerne nach vorne drängelt. Oder die mystische Sieben mit ihrem geheimnisvollen Strich in der Mitte. Oder natürlich die gemütliche Acht mit ihrer Rubensfigur. Aber trotz der vielen anderen spannenden Zahlen ist man bei "Germany's next Topmodel" nur von der langweiligen Zehn fasziniert.

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"Diese Woche geht es um alles. Um den Einzug in die Top Ten", macht Heidi Klum in der jüngsten Folge den Auftakt und auch ihre Auszubildenden huldigen dem Zehner-Fetisch: "Also ich möchte unbedingt in die Top Ten", lässt beispielsweise Maureen verlauten und auch Julia ist wegen der Top Ten maximal motiviert: "Das ist jetzt der Einzug in die Top Ten. Gib einfach alles!"

Ja, die Top Ten haben es den Damen angetan. Dabei ist die Zehn auch historisch gesehen nicht besonders in Erscheinung getreten. Okay, von den Zehn Geboten einmal abgesehen. Ausserdem sollten die Kandidatinnen doch in der Zwischenzeit wissen, dass es völlig wurscht ist, ob man mit dem vierten oder mit dem vierzehnten Platz bei GNTM nicht in Erinnerung bleibt.

Neu bei GNTM: das Unterwasser-Male-Mode-Shooting

Wie auch immer. Vor den Einzug in die begehrten Top Ten hat die Klum jedoch das obligatorische Unterwasser-Shooting gesetzt. Und das Male-Model-Shooting. Beides oft genug die Angstgegner der Kandidatinnen. Weil die Klum aber weiss, wie man sich regelmässig selbst übertrumpft, packt sie diesmal beide Shootings zusammen und macht daraus das neue Unterwasser-Male-Model-Shooting.

Im Detail bedeutet das, dass sich die Models ein Krönchen, ein Tuch und Muscheln (!) anziehen und dann in einem Freibad vor einer Ruinenkulisse einem Male-Model unter Wasser schöne Augen machen müssen. "Das Wichtigste ist, nicht in Panik zu geraten", erzählt der Modeltauchsicherheitseinweiser, meint damit aber nicht die Male-Models, sondern den Umgang mit dem Atemgerät.

Julia ist aber die Einzige, bei der es erst im zweiten Anlauf klappt. Ansonsten läuft es und am Ende tauchen genauso viele Models wieder auf, wie zuvor untergetaucht sind. Das Auffälligste am ganzen Unterwasser-Male-Model-Shooting ist lediglich der Umstand, dass die Klum die ganze Zeit am Rumnörgeln ist. Hier dauert es zu lange, dort macht Model Derrick Faxen und Mittag ist auch schon bald.

Streit zwischen Lijana, Larissa und den Österreicherinnen – und Nadine

Vor ganz anderen Problemen stehen hingegen Klums Schutzbefohlene. Es kommt nämlich zu handfesten Meinungsverschiedenheiten in der Gruppe. Im Kern geht es wohl um Knatsch zwischen Larissa und Lijana auf der einen und den Österreicherinnen auf der anderen Seite. Man ist sich nicht einig, wer was über wen gesagt hat und wer wem mehr egal ist.

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung kommt heraus, dass Nadine die Böse ist, weil sie laut Larissa zwischen den beiden Parteien "Lügengeschichten" gestreut haben soll. Danach wird es unübersichtlich, denn auch Julia ist plötzlich involviert und im Streit mit Nadine hat Lijana die Antwort für alle, die sich schon immer gefragt haben, ob Nadine hier die Schlimmste von allen ist: "Du bist hier die Schlimmste von allen."

Ein Riesentumult also um die Frage, wer hier wen in ein schlechtes Licht gerückt hat. Was werden die Mädchen erst für Augen machen, wenn sie sehen, was der Mann vom Schnitt seit Wochen aus den ganzen Geschichtchen der Damen gemacht hat. Nach einer Vielzahl von Aussprachen haben sich am Ende aber alle wieder lieb, was der Produktionsfirma mit Blick auf die kommenden Folgen den Angstschweiss auf die Stirn getrieben haben dürfte.

Larissa bekommt ihren ersten Job

Aber weil zwischen all den Streitereien noch ein bisschen Sendeplatz zu füllen ist, gibt es in dieser Folge auch noch ein Casting von einem Haarpflegemittelhersteller. Dazu treffen die Mädchen in Los Angeles Sophia und Armin von John Frieda. Es könnten aber auch John und Frieda von Sophia Armin oder Armin und Frieda von John Sophia gewesen sein. Man kann bei GNTM nicht immer voll konzentriert sein.

Egal, die Mädchen sollen jedenfalls einen kurzen Clip zum Thema Bad-Hair-Day einsprechen. Zwar kommen auch Nadine, Jacky und Lijana in die engere Auswahl, aber am Ende darf nur Larissa mit Sophia, Armin, John und Frieda nach Berlin fliegen und dort für Haarwaschmittel werben. Zur Belohnung gibt’s von der Klum für Larissa eine Freikarte für die nächste Runde.

Weil aber immer noch ein bisschen Zeit ist, hat sich ProSieben von RTL "Let's dance"-Tanzlehrer Massimo Sinató ausgeliehen, der den Mädchen – warum auch immer - Tango & Co. beibringen soll. Das macht der auch brav, so dass die Damen ihre neuerworbenen Tanzskills in den finalen Walk integrieren können, schliesslich "muss man sich als Model ständig neuen Herausforderungen stellen", wie die Klum erklärt.

Julia Przybylski muss gehen

Also tanzwalken oder walktanzen die Damen ihren Entscheidungswalk, den die ehemalige GNTM-Teilnehmerin Rebecca Mir als Co-Jurorin bewerten soll, denn sie "ist Model, Moderatorin und Entertainerin", wie Klum erklärt. Vor allem aber ist sie bei ProSieben unter Vertrag und - brat mir einer einen Storch – die Frau von Tanzlehrer Sinató. Mir hatte ihn seinerzeit als Teilnehmerin bei "Let's Dance" einfach nach Drehschluss behalten.

Nun also sitzt das Paar zusammen bei GTNM und begutachtet die Lauf-Tanz-Leistungen der Kandidatinnen. Am Ende stehen dabei nur noch Julia und Maribel zur Disposition. Sowohl Sinató als auch Klum finden Maribel besser und honorieren auch ihren Kampfgeist: "So wie du gekämpft, hat kein anderes Mädchen", erklärt die Klum Maribel und gibt ihr das entscheidende Foto. Dementsprechend schafft es Julia nicht unter die besten zehn. Aber es gibt ja noch so viele andere schöne Zahlen.