Jochen Schweizer hat ihn endlich gefunden, seinen Geschäftsführer. Dass sich der Unternehmer "Traumjob"-Finale am Dienstagabend für den 42-jährigen Daniel entschied, lag unter anderem daran, dass dieser mit der Abkürzung "GmbH" etwas anzufangen wusste. Doch der im Format als Tausendsassa inszenierte Schweizer schlug noch ein zweites Mal zu.

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"Unser Programm ‚Der Traumjob‘ hat leider nicht das ganz grosse Publikum gefunden", gestand ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann kürzlich.

Daher hat man sich nach dem Motto "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" dazu entschlossen, auch die letzten beiden Folgen von "Der Traumjob – Bei Jochen Schweizer" rasch als Doppelfolge abzuspulen.

Vier Stunden durfte man den verbliebenen Bewerbern beim Performen auf Ibiza und in Norwegen zusehen. Eine harte Sache.

"Der Traumjob - bei Jochen Schweizer": Müdes Spassgeräte-Vermieten am Strand von Ibiza

Dass die Suche nach einem Geschäftsführer in dieser "Jochen Schweizer"-Produktpräsentation nur zweitrangig ist, erschloss sich dem geneigten TV-Konsumenten bereits in der ersten Folge der Serie.

Zwischenzeitlich durften aber auch am Dienstagabend die vier übriggebliebenen Job-Bewerber – Nergiz, Jessica, Daniel und Peter – ein bisschen aus dem Schatten des umtriebigen Selbstdarstellers treten, was die Angelegenheit aber keineswegs kurzweiliger machte.

Die erste Station führte die Vier jedenfalls nach Ibiza, wo Schweizer natürlich wieder eine Challenge für sie vorbereitet hatte. Es galt, Wasserspassgeräte wie Seabobs oder Surfbretter mit akkubetriebenem Jet-Antrieb am Strand zu vermieten.

Das spannende Regelwerk: Wer am meisten Umsatz macht, ist ein toller Hecht und eventuell sogar affengeil. Was jetzt langweilig klingt, war auch langweilig. Dazu nur so viel: Daniel und Peter haben das Match ex aequo für sich entschieden.

"Harte Business-Facts" für BWL-Studenten im ersten Semester

Am nächsten Tag mussten sich die vier Insulaner im Zuge eines "tiefgreifenden und seriösen Bewerbungsgesprächs", so Jochen Schweizer, den Fragen von Michael Kiesl, dem CEO der Jochen Schweizer Projects Holding stellen.

"Für sie geht es gleich um harte Business-Facts", liess uns wiederum die Stimme aus dem Off wissen. Nergiz machte das Angst: "Man muss überlegen, was man sagt."

Dass sie das durchaus gut drauf hat, bewies sie, als Kiesl von ihr wissen wollte, was den die Abkürzung "GmbH" bedeuten würde. Sie überlegt vermutlich heute noch. Auch eine Bilanz habe sie noch nie erstellt, musste die 38-Jährige zugeben.

Jessica fand ebenso nur wenige Antworten auf Kiesls Fragen. Etwas besser schnitten hingegen die Männer beim Interview ab, was Schweizer aber keinesfalls zufriedenstellte. "Insgesamt keine sehr gute Beurteilung", so der unglückliche Tausendsassa.

Power-Argument: "Ich habe Kopf, ich habe Hand, ich habe Herz"

Des Weiteren musste jeder Bewerber auf der Balearen-Insel noch einen Werbefilm über sich drehen, aus dem hervorgehen sollte, warum er der Richtige für den Job ist.

Erstaunlicherweise konnte Nergiz mit ihrem Video, in dem sie Argumente wie "Ich habe Kopf, ich habe Hand, ich habe Herz" anführte, Jochen Schweizer überzeugen.

Weniger angetan war er wieder einmal von Jessicas Darbietung, die, so Schweizer, "eigentlich ihr eigenes Video, mit dem sie sich für die Show beworben hat, wiederholte." Jessica war somit raus.

Sie durfte nicht mit ins norwegische Risør, wohin Nergiz, Daniel und Peter am nächsten Tag Jochen Schweizer folgen musste.

Jochen Schweizer von der Leistung der Bewerber enttäuscht

Kaum mit dem Wasserflugzeug in Norwegen gelandet, galt es für die drei Verbliebenen, bereits ihre eigene Kajaktour für ein fiktives Tourismusbüro mit einem Werbesujet zu inszenieren.

Wobei inszenieren für jeden einzelnen bedeutete, neben einem Key-Visual einen flotten Slogan zu kreieren. Die mageren Outputs: "There’s no way like Norway!" (Daniel), "Wo Hügge zu Hause ist. Erlebe die Gemütlichkeit der Seele. Erlebe Norwegen!" (Nergiz) und "Happy Norway!" (Peter).

Nicht nur Jochen Schweizer, dem obendrein der "Hygge"-Trend unbekannt war, obwohl er ihn vermutlich irgendwann einmal selbst erfunden hat, war von den Claims enttäuscht.

Die letzte Challenge vor der grossen Entscheidung

Ein allerletztes Mal durften die Kandidaten dann beweisen, dass sie mehr drauf hatten, als üble Werbevideos zu produzieren und schlechte Slogans zu generieren.

Nun hatten sie jeweils für eine Gruppe von Mitarbeitern, die einander noch kaum kannten, ein Teambuilding-Programm auf die Beine zu stellen. Schweizer drohte, die Kunden im Anschluss daran zu befragen, ob sie auch ordentlich bespasst und unterhalten wurden.

Denn Jochen Schweizer stehe für "aussergewöhnliche Veranstaltungen", sagte wer? Richtig: Jochen Schweizer! Den Bewerbern beim Telefonieren, Einkaufen und Nachdenken zusehen, erinnerte dann ein wenig an die Wirkung von Baldriantropfen.

Reden ist Silber, Schweigen ist Teambuilding

Während Nergiz mit ihrer 7-köpfigen Gruppe Hochseefischen ging, setzte Peter sein Team in ein Powerboot, das ob der Lautstärke seines Motors die Passagiere zum Schweigen verdammte.

Dass das Unterbinden jeglicher Kommunikation als Teambuilding-Massnahme ein wenig ins Leere ging, fiel dem schlauen Jochen Schweizer natürlich sofort auf.

"Zu wenig gruppendynamisches Ereignis", meinte der redselige Teambuilding-Guru. Daniel wiederum liess seine Leute auf einem Kanonenboot aus dem 19. Jahrhundert rudern, was vermutlich immerhin eine gewisse Solidarität gegen den Sklaventreiber nach sich zog.

Langweilige Schlussrede mit 200 Allgemeinplätzen

"Jeder der Drei hat sich gut geschlagen", resümierte Schweizer sonderbarerweise. Denn zu diesem Zeitpunkt ging man in Ermangelung kompetenter Bewerber als Zuseher davon aus, dass Schweizer das Format jetzt gleich mit einem "Ich mach‘ den Scheiss selber!" beenden werde.

Mit den Worten "Wir sind am Ende einer langen Reise angekommen", eröffnete der TV-Profi seine wirklich stinklangweilige Schlussrede, in der er noch gefühlt 200 weitere Plattitüden a la "Gemeinsame Erlebnisse sind der Kick jeder sozialen Beziehung" unterbrachte.

Schliesslich ging es aber dann doch noch in die Vollen: "Für dich, liebe Nergiz, haben wir leider keine Position gefunden", so Schweizer, der die 38-jährige Kiosk-Inhaberin aus dem Rennen schoss.

"Traumjob"-Finale: And the Winner is…

Daniel und Peter bescheinigte der Draufgänger mit den 96 Talenten und 102 Hobbys eine veritable "Hands-on-Mentalität".

"Ich habe jemanden gesucht, der allem unseren Spirit verkörpern und die Emotionalität spüren soll, die unser Geschäftsmodell mit sich bringt. Das war das Ziel dieser Reise, diesen Menschen wollte ich finden. Diesen Menschen habe ich gefunden. Dieser Mensch bist du, Daniel!", verriet Schweizer den Gewinner.

Daniels Freude manifestierte sich umgehend in emotionaler Wortgewandtheit. "Hammer! Echt geil, echt richtig geil", so der 42-jährige, der künftig in Jochen Schweizers Unternehmensgruppe als Geschäftsführer fungieren und in der "Jochen Schweizer Arena" in München für alle Sportbereiche und das gesamte Gästemanagement verantwortlich zeichnen wird.

Überraschend kam, dass der 62-Jährige Schweizer dann auch dem zweitplatzierten Peter einen Job in seiner Holding rüberschob. "Ich habe gefunden, wonach ich gar nicht gesucht habe", so Jochen Schweizer.

Peter wird als Geschäftsführer in der "Jochen Schweizer Projects Holding" die Bereiche operatives Marketing und Lizenzgeschäft verantworten.

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