Eine Einbruchserie, die Bürgerwehr sowie die sozialen Netzwerke machten den Kommissaren Falke und Grosz im "Tatort: Treibjagd" zu schaffen. Warum das Einbrecher-Duo nicht durchweg böse dargestellt wurde, wer der Filmkater ist und die Antworten auf weitere Fragen zum Krimi gibt es hier.

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Warum geht einem dieser "Tatort" so nahe?

Schauspielerin Franziska Weisz (Kommissarin Julia Grosz) gehört zu den vielen Menschen, bei denen schon einmal eingebrochen worden ist, daher lag ihr das Thema dieses Krimis.

"Normalerweise geht es immer um Mord und damit habe ich persönlich in meinem Leben wenig zu tun. Aber Einbruch ist omnipräsent", sagt Weisz. Die gebürtige Wienerin ist in einem Vorort aufgewachsen, in dem es immer mal wieder Einbruchswellen gab.

Doch es wird noch persönlicher: Auch in ihre eigene Wohnung ist schon einmal eingebrochen worden.

"Dieses Gefühl, man wird beobachtet, man wird ausgespäht, jemand hat in den privaten Sachen herumgekramt, ist ganz schrecklich", erinnert sich die Schauspielerin. Zurecht haben viele Menschen Angst davor, wie sie findet.

Welche Rolle spielen die sozialen Medien bei der Eskalation im Krimi?

Eine andere wichtige Rolle spielen die sozialen Medien im Krimi. Hier wird gezeigt, wie auf solchen Plattformen eine Realität geschaffen wird, die mit dem, was tatsächlich passiert, gar nichts mehr zu tun hat.

Das könne man gerade in der rechten Szene gut beobachten, erklärt "Tatort"-Regisseurin Samira Radsi: "Ich habe bei meiner Recherche für den Film auch Bürgerwehren im Internet gegoogelt, und da sieht man sehr eindrücklich, wie die Menschen in den sozialen Medien sich gegenseitig hochpushen."

Und wenn Beiträge sehr schnell viral gehen und sich verselbstständigen, könne es eben passieren, dass Menschen andere Menschen jagen, weiss die 50-jährige gebürtige Krefelderin.

Warum wird das Einbrecher-Duo nicht als durchweg böse dargestellt?

Ungewöhnlich an dem "Tatort" ist, dass das Einbrecher-Duo nicht durchgehend böse dargestellt wird. Vielmehr kann man sich streckenweise sogar mit ihnen identifizieren.

Die Drehbuchautoren Benjamin Hessler und Florian Oeller haben sich für diese Sichtweise entschieden, weil sie wollten, dass die Zuschauer beiden Seiten so nah kommen, dass ein einfaches und undifferenziertes Urteil schwierig wird.

"Die Einbrecher gehen ihrem Handwerk mit kalter, routinierter Brutalität nach. Wir zeigen gleich am Anfang, wie sie ein Familienidyll zerstören und sich um das Trauma, das sie damit hinterlassen, nicht sonderlich scheren", fassen die Autoren die eine Seite zusammen.

Andererseits verbergen sich hinter den Skimasken "ganz normale junge Leute, die Beziehungen führen, glücklich sind, nachvollziehbare Bedürfnisse haben".

Wie hat sich das Verhältnis zwischen dem Ermittler-Duo verändert?

"Strassenbulle" und Einzelgänger Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ermittelte zum ersten Mal im April 2013 ("Feuerteufel"). Nachdem Kollegin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) nach nur sechs Folgen das Handtuch warf, ist seit März 2016 ("Zorn Gottes") Polizistin Julia Grosz die Ermittlerin an Falkes Seite.

Das gegenseitige Misstrauen und ihr distanziertes Verhältnis ist inzwischen Geschichte. Im aktuellen Fall ist Grosz endlich auf Augenhöhe mit Falke. Sie merken, was sie aneinander haben, trotz aller Differenzen.

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Wer ist der Kater?

Nach sechs Filmen ohne ihn, hat der rot-weisse Kater Elliot endlich mal wieder einen Gastauftritt in diesem "Tatort" gehabt. Der leicht übergewichtige Kater lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und ist der ideale Ausgleich für den impulsiven Kommissar Falke.

Elliot teilt zudem seine Vorlieben für Milch und einen ungebundenen Lebensstil. "Ich war total froh, dass die Katze Elliot wieder dabei ist. Das ist ja auch so ein Vagabund wie Falke. Sie kommt und geht, wann sie will, und gibt ihm einen persönlichen Touch", freut sich auch Wotan Wilke Möhring über den tierischen Co-Star.

Der erfahrene Stubentiger überzeugte neben dem Sonntagskrimi auch schon in Filmen wie "Nils Holgersson" und "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". (ili)  © spot on news