Bei "Germany's Next Topmodel" steht am Donnerstag das gefürchtete Umstyling an, besonders Vanessa hadert mit ihrem neuen Look. Während zwei Kandidatinnen lässige Sprüche raushauen, müssen am Ende etwas überraschend zwei Models mit viel Sendezeit gehen. Und es stellt sich die Frage, wie ernst es GNTM mit der Diversität wirklich meint.

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Eine Kritik
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Die erste Hälfte der sechsten Folge von "Germany's Next Topmodel" am Donnerstagabend hat etwas von einem Horrorfilm. Schnelle Schnitte und schaurige Musik. Junge, kreischende Frauen und eine diabolisch lachende Heidi Klum. Das Umstyling steht an. Die bei den Fans beliebteste Folge, die von den Models gleichermassen gefürchtet wird.

"Das wird so krass. Das wird so krass. Eieieieieieieieiei." Während die Models angesichts der frisch geschärften Friseurscheren Blut und Wasser schwitzen, versucht Heidi Klum erst gar nicht, ihre Begeisterung zu verbergen. Es scheint der Showmasterin auch in der 17. Staffel noch grosse Freude zu bereiten, die Kandidatinnen ein wenig zu quälen.

Aber nicht alle Models werden umgestylt. Ein Teil der Gruppe zieht direkt in eine schicke Villa in den Hollywood Hills ein und darf chillen, während acht Kandidatinnen neue Frisuren verpasst bekommen. Was auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben scheint, erweist sich als eiskaltes Kalkül. Doch dazu später mehr.

Wütend und beleidigt: Vanessa mag ihre neue Frisur nicht

Klum kündigt extreme Veränderungen an und es erwischt vor allem Vanessa. Deren lange, braune Haare werden zu einem Pagenschnitt gekürzt. Erst werden sie blond gefärbt, dann grün. Für Vanessa ist die neue Frisur der pure Horror. "Der schlimmste Fall ist für mich eingetreten. Ich war wütend, sauer und beleidigt", erzählt sie.

Vor Heidi habe sie sich nichts anmerken lassen wollen, sagt die 20-Jährige. Aber sobald sie wieder zuhause sei, werde sie direkt einen Friseur aufsuchen, um das Drama auf ihrem Kopf korrigieren zu lassen.

Glimpflich davon kommt Sophie, der wohl nicht wenige Zuschauerinnen und Zuschauer die neue Frisur von Vanessa gegönnt hätten. Stattdessen bekommt sie ihre langen Haare einfach schwarz gefärbt und stellt die Nerven des Publikums mit ihrer übertrieben begeisterten Art einmal mehr auf eine harte Bewährungsprobe. "Ich werde es voll Confidence tragen und embracen. Ich habe so einen Confidence-Boost", sagt sie im schlimmsten Denglisch. Man wünscht sich, den Fernseher auf lautlos gestellt zu haben.

Heidi Klum bei GNTM: "Es riecht hier, als hätte jemand Dünnschiss"

Schön ist auch nicht, was Heidi Klum wenig später sagt. "Es riecht hier, als hätte jemand Dünnschiss. Als hätte jemand gefurzt", wundert sich die Showmasterin. Entstanden sind die Gase aber tatsächlich bei der Typveränderung von Luca, die eine Dauerwelle verpasst bekommt. Mit den Lockenwicklern im Haar sieht die Kandidatin aus wie eine Mischung aus der Medusa und dem Coronavirus, aber sie trägt es mit Fassung.

Auch, dass ihr Freund beim Videocall von der neuen Lockenpracht wenig begeistert ist, verunsichert Luca nicht. "Ich fühle mich wie ein geiler Lachs", sagt sie, als sie wenig später im lachsfarbenen Catsuit für den Entscheidungswalk bereitsteht. Ein Spruch, der das Zeug hat, ein echter GNTM-Klassiker zu werden.

Was den Walk selbst angeht, scheinen der Redaktion von "Germany's Next Topmodel" irgendwie die Ideen so auszugehen. Diesmal müssen die Kandidatinnen aus einer überdimensionierten Puderdose klettern und dann über einen Laufsteg laufen, der einer Make-up-Palette nachempfunden ist. Wie jede Woche bekommt Klum für die Entscheidung Unterstützung, diesmal ist Sarina Nowak zu Gast. Das international erfolgreiche Curvy Model nahm selbst an der vierten Staffel von "Germany's Next Topmodel" teil.

Klum schickt Senioren-Model Barbara nach Hause

Kreativität beweist dafür Sophie. "Ich wollte schön wie eine Schnecke hochflattern", kommentiert sie ihren Walk und sorgt für ein weiteres Sprüche-Highlight. Nicht gut kommt dafür Barbara aus der Puderdose, die 68-Jährige liefert anschliessend einen wackeligen Walk ab. Das Senioren-Model, dem gute Chancen auf den Sieg prophezeit wurden, wird daraufhin von Klum und Nowak nach Hause geschickt.

Im Vorfeld wurde die aktuelle Staffel mit grossem Tamtam als die diverseste aller Zeiten angekündigt. Trotzdem mussten bislang fast ausschliesslich Kandidatinnen gehen, die nicht der klassischen Vorstellung eines Models entsprechen. Ob das nun Zufall ist oder nicht und wie ernst es GNTM tatsächlich mit der Diversität meint, weiss wohl nur Heidi Klum selbst.

Jasmin verändert eigenmächtig ihre Perücke

Einen entscheidenden Fehler macht Jasmin, die ebenfalls kein Foto erhält. Sie bekommt beim Umstyling eine Perücke mit langen Haaren verpasst, lässt sich diese aber von einer Stylistin einkürzen, ohne Klum zu fragen. "Ich und mein Team haben uns bei dem Look etwas gedacht", sagt die Showmasterin kühl: "Deine Perücke hat 7.000 Euro gekostet. Das finde ich extrem respektlos." Damit verabschiedet sich eine zweite Kandidatin, die in den ersten Folgen viel Sendezeit erhalten hatte.

Eine weitere Überraschung gibt es am Ende. In der nächsten Woche wird es ein zweites Umstyling für die anderen Kandidatinnen geben. Die Folge mit dem grössten Unterhaltungspotenzial auf zwei Sendungen aufzuteilen, ist tatsächlich ziemlich clever. Und so hat am Ende bei "Germany's Next Topmodel" irgendwie doch alles seinen Sinn.

Mehr Infos zu "Germany's Next Topmodel" 2022 finden Sie hier

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