Von Tag eins der aktuellen Staffel an wütet sich Walentina Doronina so sehr durch "Das Sommerhaus der Stars", dass der Schnitt nicht an ihr vorbeizukommen scheint. Die Wortausbrüche der 23-Jährigen sagen viel über Doronina selbst, über die Zuschauer, die sich das gerne ansehen und am meisten natürlich darüber aus, was RTL so für ein Programm haben möchte. Und in Folge fünf scheint Doronina nicht von ihrer Attitüde lassen zu wollen.

Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Um die neue Folge "Das Sommerhaus der Stars" zu verstehen, muss man in die vergangene Woche blicken. Zugegeben, zu verstehen gibt es beim "Sommerhaus" eigentlich nicht viel. Jede Folge fängt mit Gezeter an, geht mit Geschrei weiter und endet in einem Streit. Lediglich Anlass und Protagonisten des Trash-TV-Gepöbels wechseln, und wer in Folge fünf von Anfang an durchblicken möchte, der muss eben kurz beim Ende von Folge vier vorbeischauen.

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Da schwang die vor einer Nominierung geschützte Walentina Doronina grosse Reden und verglich als eine Art Argumentation die Genitalien ihres Freundes Can Kaplan mit denen von Konkurrent Zico Banach. Mindestens genauso sinnfrei war der Streit, den Maurice Dziwak vom Zaun brach. Er warf Aleks Petrovic Heuchelei vor, weil der sich mit seinem "Staatsfeind Nummer eins", Walentina Doronina, aussprechen wollte, und nominierte ihn anschliessend. Ein Wort gab das andere, und in dieser Konstellation ging man dann ins Bett und albträumte sich in Folge fünf.

Bei so viel Trouble vorm Zubettgehen ist der morgendliche Gemütskater nur noch Formsache, und so wacht Pia Tillmann mit Tränen und Bauchschmerzen wegen Doroninas Rede vom Vortag auf. Auch Maurice Dziwak hat immer noch Puls. Da kann die "Exit Challenge" zwischen den Stehfests und Team Petrovic/Nwattu um den Verbleib im Haus nur für Abwechslung sorgen. Worum es bei dem Spiel geht, ist irrelevant, wichtig für den weiteren Verlauf ist nur, dass Aleks Petrovic und Vanessa Nwattu gewinnen. "Maurice ist der Nächste", kündigt Petrovic schon mal an.

Neuzugang im "Sommerhaus": "Viele Blicke, viele Hörner"

Dem will Dziwak in nichts nachstehen: "Wer mit dem gut ist, ist auch hier mein Feind", verspricht er allen anderen. Zeit also für ein klärendes Gespräch zwischen Dziwak und Petrovic, aber da wir hier ja im "Sommerhaus" sind, ist das keine gute Idee. Oder, wie es Tim Toupet zusammenfasst: "Jetzt sind sie beim Fremdgehen. Das eskaliert." So sieht es aus, und die Argumente sind auch reichlich skurril: "Dein Nachname ist lächerlich!", wirft etwa Petrovic Dziwak an den Kopf.

Es ist ein wenig unfair von der Produktion, aber in genau diese Atmosphäre wirft RTL ein neues Paar über dem "Sommerhaus" ab: Luigi "Gigi" Birofio und seine Freundin Dana Feist. Doch die bringen nicht nur ein unverbrauchtes Gemüt, sondern auch Dana Feists Abneigung gegenüber Doronina mit ins Haus. "Viele Blicke, viele Hörner", hat Birofio ein Gespür für die angeknackste Stimmung. Damit die sich nicht so schnell wieder einrenkt, organisiert die Produktion das nächste Spiel.

Als Stimmungskillerschlagworte seien hier genannt: Wippe, Gegenstände platzieren, ins Gleichgewicht kommen und Absprache. Hier zeigt vor allem Walentina Doronina ihr sprachliches wie menschliches Geschick: Mit "Du nervst mich, du fuckst mich ab!", "Halt deine Fresse!", "Wie sehr ich dich hasse!", "Es fuckt mich so ab, deine Dummheit" oder "Alles ermüdet mich an dieser Beziehung!" lässt die 23-Jährige ihren Freund Can Kaplan an ihren Gedanken teilhaben. Der antwortet schlussendlich mit einer Gegenfrage: "Was bist du für ein Psychopath, Mann?"

"Die ganze Aufmerksamkeit auf mich – ist doch toll!"

Wenigstens eine Prise Teilhumor bewahren sich da Maurice Dziwak und Ricarda Raatz. Als Dziwak auf der Wippe stehend meint: "Es gibt hier keinen Ausgleich!", erklärt ihm Raatz das Offensichtliche: "Natürlich – es ist eine Wippe!" Am meisten zu lachen haben am Ende aber Justine Dippl und ihr Freund Arben Zekic, denn die beiden gewinnen das Spiel und sind dementsprechend vor einer Abwahl geschützt.

Für die hat die Produktion wieder ein Stimmungsbarometer installiert und lässt die Promis probehalber abstimmen. "So, wie ich gehört hab, sind Walentina und ihr Freund nicht so beliebt", wagt Birofio eine Prognose vor dem Urnengang und liegt damit richtig: Maurice und Ricarda Raatz erhalten zwei Stimmen, Walentina und Can Kaplan stolze fünf, der Rest bleibt ohne Stimme. "Die ganze Aufmerksamkeit auf mich – ist doch toll!", zieht Doronina ihr eigenes Fazit aus der Wahl.

In der Sache liegt die junge Frau damit richtig, mit ihrer Attitüde offenbar auch. Denn die Zuschauer können aktuell nicht genug bekommen von Walentinas Hang zu cholerischen Wutausbrüchen und Provokationen. Die Quoten der aktuellen Staffel jedenfalls können sich sehen lassen. Doch damit Doroninas Masche nicht zu schnell zu langweilig wird, tat RTL gut daran, mit "Gigi" Birofio einen Typen nachzuschieben, der Clown und Eskalateur gleichermassen beherrscht. Die Vorschaubilder von Folge sechs lassen jedenfalls erahnen, wohin die Reise gehen wird.

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