Das sagenumwobene Atlantis ist eines der grössten Rätsel der Menschheit: Existierte die paradiesische Insel wirklich, und wenn ja, wo? Vor 9.600 Jahren soll sie im Meer versunken sein, in nur einem Tag und einer Nacht.

Atlantis war ein Paradies: Auf der sonnigen Insel wuchsen Blumen und Früchte in Hülle und Fülle. Sie war von Wäldern bedeckt, in denen unzählige wilde, aber auch zahme Tiere lebten, darunter sogar Elefanten. Weitverzweigte Kanäle durchzogen die Landschaft, auf denen sogar Schiffe fahren konnten. Die Insel war riesig, fast so gross wie ein eigener Kontinent – und laut Überlieferung grösser als Asien und Libyen zusammen.
Im Zentrum der Insel lag eine prachtvolle, von mehreren Mauerringen umschlossene Stadt. Neben einer Akropolis stand ein Poseidontempel mit einer grossen Statue des Meeresgottes. Sie und die Königshäuser waren mit Silber und Gold verziert, die Decken bestanden aus kostbarem Elfenbein. Zwei Quellen versorgten die Bewohner mit kaltem und sogar mit warmem Wasser. Die Atlantiden waren reich, weil ihre Heimat auch Bodenschätze im Überfluss besass, neben Gold und Silber auch ein schimmerndes Metall namens "Oreichalkos".

Nach 24 Jahren hat Loch-Ness-Experte eine Erklärung für das Phänomen.

Kaufleute trieben blühenden Handel mit dem Rest der Welt und nutzten dazu einen der beiden grossen Häfen. Im anderen lag die mächtige Seeflotte, mit deren Hilfe Atlantis grosse Teile Afrikas und Europas unterworfen hatte. Nur einmal war die Streitmacht nicht erfolgreich: Die Athener gewannen bei einer Auseinandersetzung die Oberhand.

Das schreckliche Ende von Atlantis

Kurz danach geschah plötzlich eine schreckliche Naturkatastrophe: Ein starkes Erdbeben wühlte das Meer auf, die traumhafte Insel wurde überflutet. Sie versank mit allen Bewohnern innerhalb von nur einem Tag und einer Nacht für immer in den Fluten.
Die Geschichte von Atlantis beschrieb erstmals der griechische Philosoph Platon im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Gleich in zwei seiner Schriften entwarf er die Vision der Insel, die seinen Worten zufolge 9.000 Jahre zuvor existiert haben sollte. Der Name "Atlantis" bedeutet demnach "Insel des Atlas". In der griechischen Mythologie war dieser der Sohn des Meeresgottes Poseidon und einer sterblichen Mutter. Atlas herrschte über die Stadt Atlantis, seine Brüder hatten die Macht im restlichen Reich.
Bis heute rätseln Wissenschaftler und Schatzsucher, ob es die sagenumwobene Stadt wirklich gegeben hat. Schon zu Platons Zeiten überlegten die Menschen, wo das versunkene Paradies gelegen haben konnte. Es kommen viele Orte in Frage, unzählige wurden im Lauf der Zeit ins Spiel gebracht. Ein vielversprechender Kandidat ist Gibraltar. Platon selbst gibt Hinweise auf den Ort: Die Insel würde vor den Toren Herakles liegen. Damit war in der Antike die Meerenge zwischen Afrika und Europa gemeint, die heutige Strasse von Gibraltar.

Kuba oder Helgoland als paradiesische Orte

Aber auch die Kanarischen Inseln könnten Atlantis beherbergt haben. Vielleicht lag das Inselreich im Bermudadreieck, in der Nähe von Kreta oder im Schwarzen Meer? Manche vermuten, Kuba sei Platons paradiesische Insel, und sogar die deutsche Hochseeinsel Helgoland wurde schon für Atlantis gehalten. Vielleicht ist Atlantis aber auch längst entdeckt worden: Einige Forscher glaubten, dass es sich dabei um die zerstörte antike Stadt Troja handelte. Doch die These hat einen Haken: Troja liegt auf dem Festland und nicht am Meer.
Immer wieder tauchen neue Spekulationen auf: In den 1960er Jahren elektrisierte eine neue Theorie die Atlantis-Fans. Auf der griechischen Insel Santorin hatte es im Jahr 1650 vor unserer Zeitrechnung einen Vulkanausbruch gegeben. Zufall oder Hintergrund für Platons Geschichte? Andere Experten sind felsenfest überzeugt, dass die Insel 1.500 Meter tief auf dem Meeresgrund in der Nähe der Azoren lag.
Die Jagd nach der verschwundenen Insel nimmt manchmal skurrile Züge an: Vor ein paar Jahren wollte ein Archäologe seltsame Muster im Atlantik entdeckt haben – mit Hilfe von Google Earth. Er war sicher: Das ist Atlantis. Google allerdings dementierte schnell: Es handele sich lediglich um einen Softwarefehler.

Das Gefäss, das unsterblich machen soll, wird seit 800 Jahren gesucht.

Kein Atlantis-Sucher hat jemals einen handfesten Beweis für die Existenz des Paradieses vorgelegt. Es gibt weder geologische Hinweise noch Ruinen, Münzen oder sonstige Gegenstände, die auf Atlantis hinweisen. Wissenschaftler sind sicher: Die sagenhafte Insel hat es nie gegeben. Dennoch beschäftigt der Mythos die Menschheit, seit Platon erstmals von ihr berichtete. Sie taucht zum Beispiel in Fantasy-Romanen wie "Perry Rhodan" auf und ist Thema von Disney-Filmen oder in der Fernsehserie "Stargate: Atlantis".

Platons Mythos: Wahrheit oder Erfindung?

Womöglich war Platons Erzählung nur als Sinnbild gedacht. Er stützte sich zwar auf Überlieferungen ägyptischer Priester, verpackte seine Theorien ansonsten aber oft in Geschichten. Vielleicht wollte er die Bewohner der Hochkultur in Athen warnen: Selbst die mächtigsten Staaten können untergehen. Vielleicht haben die Götter die Atlantiden für ihre Gier nach immer mehr Macht und Reichtum bestraft.
Andererseits beschreibt Platon die Insel mit sehr vielen Details. Das hätte nicht gemusst, wäre es ihm nur um ein Gedankenspiel gegangen. Während er bei anderen seiner Parabeln klar herausstellte, dass es sich nur um einen Mythos handelte, betonte er bei der Atlantis-Geschichte: Diese sei wahr – "in jeder Hinsicht".