• 06:23 Uhr: RKI registriert 11.437 Corona-Neuinfektionen und 92 neue Todesfälle
  • 05:00 Uhr: Historiker: Impfgegner gab es schon im 19. Jahrhundert
  • 03:19 Uhr: ➤ Weitere Human-Challenge-Studie: Gezielte Wiederansteckung mit Corona
  • 00:56 Uhr: USA: Jeder zweite Erwachsene mit mindestens einer Dosis geimpft

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➤ Weitere Human-Challenge-Studie: Gezielte Wiederansteckung mit Corona

Um die Reaktion des Immunsystems zu erforschen, wollen britische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler junge Menschen mit überstandener Corona-Infektion dem Virus gezielt erneut aussetzen. Ziel ist herauszufinden, welche Virusmenge für eine erneute Infektion erforderlich ist, wie das Immunsystem reagiert und was dies für die Entwicklung einer Immunität gegen den Erreger bedeutet. Bereits seit März läuft in London eine ähnliche Studie, bei der Freiwillige dem Virus gezielt ausgesetzt werden.

Die Analysen sollen nach Regierungsangaben dazu beitragen, die Entwicklung von Corona-Impfstoffen und -Medikamenten zu verbessern und zu beschleunigen. Die neue sogenannte Human-Challenge-Studie soll noch in diesem Monat beginnen.

Die Teilnehmer werden in einer "sicheren und überwachten Umgebung" dem Virus ausgesetzt und von einem Expertenteam begleitet. Gesucht werden junge, gesunde Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die schon einmal mit SARS-CoV-2 infiziert waren, wie die gemeinnützige Stiftung Wellcome Trust und die Universität Oxford am Montag mitteilten.

Human-Challenge-Studien seien eine wichtige Hilfe für Wissenschaftler, sagte die Impfexpertin Helen McShane von der Universität Oxford. Die erneute Infektion lasse Rückschlüsse darauf zu, wie das Immunsystem auf die erste Corona-Infektion reagierte und wie es zur erneuten Ansteckung kommt.

Dies könne etwa bei der Einschätzung helfen, wie gut Menschen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion gegen eine erneute Ansteckung geschützt sind. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Probanden je knapp 5.000 Pfund (rund 5.770 Euro).

Kritiker weisen darauf hin, dass sich bei COVID-19 Langzeitschäden selbst bei jungen, gesunden Menschen nicht ausschliessen lassen. Menschen würden mit dieser Art von Studien vorsätzlich in Gefahr gebracht, obwohl es Alternativen gebe.

Massive Steigerung: Biontech liefert bald mehr als fünf Millionen Dosen pro Woche

Wie der "Spiegel" berichtet, sollen die Lieferungen von Biontech-Impfstoff nach Deutschland ab der übernächsten Woche massiv steigen. Fotocredit: imago images/Belga

Die weiteren Corona-News des Tages:

Industrie kritisiert Infektionsschutzgesetz

08:28 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die geplante Novelle des Infektionsschutzgesetzes scharf kritisiert. "Der Entwurf für das vierte Infektionsschutzgesetz zeigt leider, wie wenig Bund und Länder seit einem Jahr in einer wirklich evidenzbasierten Corona-Bekämpfung vorangekommen sind", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Das Risiko eines regulativen Flickenteppichs bleibt bestehen - und damit die Planungsunsicherheit für Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger."

Zwar brauche es bundeseinheitliche Regeln - anstelle pauschaler Lockdown-Massnahmen und der Fokussierung auf die Sieben-Tage-Inzidenz bedarf es Russwurm zufolge aber einer differenzierten Betrachtung und der Einbeziehung von Erfahrungen aus Modellprojekten.

Mit Blick auf die zunehmende Verfügbarkeit von Impfstoffen sollte die Bundesregierung das Impfgeschehen weiter entbürokratisieren und beschleunigen, so Russwurm. Er forderte die Abkehr "von einer allzu feingliedrigen Impfpriorisierung", sobald alle schutzbedürftigen Gruppen ein Impfangebot erhalten haben.

"Dann werden alle Impfwilligen schneller eine Impfung erhalten können." Steigende Impfzahlen erforderten aus Sicht der Industrie schon jetzt, einen Fahrplan zur Befreiung geimpfter Personen von Corona-Einschränkungen zu erarbeiten und in das Pandemiekonzept aufzunehmen.

Wieder quarantänefreies Reisen zwischen Neuseeland und Australien

07:49 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind wieder quarantänefreie Reisen zwischen Neuseeland und Australien möglich. Der erste Flug bediente am Montag die Route zwischen der australischen Metropole Sydney und dem neuseeländischen Auckland.

Während Neuseeländer schon seit Oktober ohne Quarantänepflicht nach Australien reisen konnten, mussten sie bislang bei der Rückreise nach Neuseeland zwei Wochen in Isolation.

Australiens Premierminister Scott Morrison und Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern bezeichneten das bilaterale Abkommen in einer gemeinsamen Mitteilung als "weltweit einzigartig" und "Win-win-Situation" für beide Länder.

Im neuseeländischen Queenstown auf der Südinsel war die Freude so gross, dass die ersten Passagiere aus Australien mit Musik und einem gratis Bungee-Sprung von der örtlichen Kawarau-Brücke begrüsst wurden.

Beide Staaten hatten ihre Grenzen für Reisende im März 2020 geschlossen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen durften nur noch eigene Bürger und Menschen mit Wohnsitz ins Land.

Mehr Abo-Kündigungen im ÖPNV als zu Beginn der Corona-Krise

07:11 Uhr: Seit den erneuten Lockdown-Massnahmen vom November beschleunigt sich die Abwanderung von Stammkunden bei Bussen und Bahnen. Rund 15 Prozent der früheren Abo-Kunden hätten ihr Ticket inzwischen gekündigt, teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

"Zu Beginn der Pandemie haben uns unsere Kundinnen und Kunden mit einem Abonnement in einem hohen Masse die Treue gehalten", sagte er. Damals lag die Abwanderungsquote laut VDV bei lediglich rund fünf Prozent.

"Mit Beginn der erneut verschärften Beschränkungen Ende des vergangenen Jahres nehmen wir jedoch aufgrund der zunehmenden Dauer der Pandemie - mit vielen Menschen, die weiterhin in Kurzarbeit sind oder von zu Hause arbeiten - eine Zunahme der Kündigungen wahr", teilte Wortmann weiter mit. Bei den Zahlen handele es sich um einen bundesweiten Durchschnitt über alle Regionen und Verkehrsträger hinweg.

Die Verkehrsunternehmen in Deutschland haben allein im vergangenen Jahr Einbussen in Höhe von zusammen rund 3,5 Milliarden Euro verzeichnet. Mit einem ebenso hohen Schaden rechnet der VDV auch für das laufende Jahr. Die Unternehmen halten den Bus- und Bahnverkehr trotz eingebrochener Fahrgastzahlen weitgehend aufrecht. Bislang haben Bund und Länder 5 Milliarden Euro Unterstützung zugesagt. Verband und Unternehmen verhandeln derzeit über eine weitere Finanzspritze.

Viele Unternehmen versuchen unterdessen, die Kunden mit neuen Abo-Modellen und Zeitkarten zu halten und zurückzugewinnen. So wurde in und um Stuttgart ein 10er-Tagesticket eingeführt. Wer mal zu Hause und mal im Büro arbeitet, kann die Fahrkarten nach und nach abfahren und braucht keine Monatskarte mehr. Auch die Deutsche Bahn hat für den Nahverkehr ein 10er-Tagesticket eingeführt.

Robert-Koch-Institut registriert 11.437 Corona-Neuinfektionen und 92 neue Todesfälle

06:23 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 92 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.25 Uhr wiedergeben.

Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13.245 Neuinfektionen und 99 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 165,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.153.699 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.787.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.006.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 1,16 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Historiker: Impfgegner gab es schon im 19. Jahrhundert

05:00 Uhr: Schon im 19. Jahrhundert wurde in Deutschland über eine Impfpflicht und über Nebenwirkungen des Impfens diskutiert. Das hat der Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, Mario Kramp, bei Recherchen für ein Buch über Kriegsgefangene im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 herausgefunden. Nach dem deutschen Sieg wurden vor 150 Jahren vorübergehend fast 400.000 französische Gefangene in Deutschland festgehalten. Bis zu 19.000 davon waren in Köln stationiert.

Die Kölner Bürger unternahmen Ausflüge in die Gefangenenlager und bezahlten Eintritt, um die fremden Truppen sehen zu können. Über diesen intensiven Austausch wurde aber auch das Pockenvirus übertragen, das sich in den Gefangenenlagern und dann in der Stadt Köln ausbreitete. Die Behörden appellierten daraufhin an die Bevölkerung, sich "auf der hiesigen Impfanstalt" impfen zu lassen oder ihre früheren Impfungen aufzufrischen.

Der Stadtrat musste jedoch feststellen, dass die Kölner trotz der Epidemie eine "unverantwortliche Gleichgültigkeit" an den Tag legten. Ein Stadtverordneter erkundigte sich, ob man keine Impfpflicht einführen könne. Der Bürgermeister antwortete jedoch, dafür gebe es keine rechtliche Grundlage. Befürworter einer Impfpflicht wurden als "Impffreunde" oder "Impffanatiker" bezeichnet.

Obwohl die Wirkung der Pockenimpfung längst bewiesen war, gab es viele Impfgegner - selbst in den Reihen der Ärzte. Der Kölner Arzt Dr. Waegener konnte das nicht begreifen: Natürlich gebe es Nebenwirkungen und "zuweilen tödtliche Zufälle", schrieb er, aber der Nutzen der Impfung sei doch ungleich grösser. "Zwischen zwei Uebeln" sei stets das kleinere zu wählen, so der Arzt. Insgesamt fielen der Pockenepidemie 1871 in Köln knapp 500 Menschen zum Opfer.

USA: Jeder zweite Erwachsene mit mindestens einer Dosis geimpft

00:56 Uhr: Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung in den USA haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als die Hälfte aller Erwachsenen dort mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen - rund 130 Millionen Menschen - wurde bis Sonntag mindestens eine Dosis verabreicht, wie aus CDC-Statistiken hervorging.

Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollständig geimpft.

Die Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses teilte mit, derzeit würden im Schnitt mehr als drei Millionen Impfungen am Tag verabreicht. Insgesamt wurden in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern schon fast 210 Millionen Coronavirus-Dosen gespritzt. Ausgeliefert wurden bislang mehr als 264 Millionen Dosen. Die erste Impfdosis in den USA war am 14. Dezember 2020 einer Krankenschwester in New York gespritzt worden.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.