• EMA empfiehlt Impfstoff von Johnson & Johnson.
  • Rund 5.000 Menschen liegen deutschlandweit wegen einer COVID-19-Infektion auf einer Intensivstation.
  • Währenddessen wurden die Corona-Daten für Nordrhein-Westfalen nur unvollständig übermittelt.
  • Alle Corona-Meldungen vom 20. April im Überblick.

Hier geht es zum aktuellen Corona-Live-Ticker.

➤ EU-Behörde gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff

Nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson.

Allerdings könne der Wirkstoff tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Experten hatten das Präparat nach acht Fällen von Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA erneut geprüft.

Die EMA hält daran fest, dass die Vorzüge des Impfstoffs, COVID-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert.

In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Die Thrombosen vorwiegend in den Hirnvenen waren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung aufgetreten.

Vor einer Woche hatten die USA die Nutzung des Präparats vorübergehend ausgesetzt. Acht Fälle von Thrombosen waren aufgetreten nach etwa sieben Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat in den USA.

In der EU war die Lieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der Experten abzuwarten.

Die weiteren Corona-News des Tages:

In der Schweiz sind Geimpfte für sechs Monate von Quarantäne befreit

17:35 Uhr: Gegen das Coronavirus vollständig geimpfte Personen müssen in der Schweiz nach einem Kontakt mit einem Infizierten nicht mehr in die Quarantäne.

Diese Regel gilt für sie für sechs Monate nach der Impfung, wie Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, am Dienstag in Bern sagte. Sie sollten sich aber testen lassen, falls sie Symptome haben.

Die Regel greift nicht bei der Einreise. Die Test- und Quarantänepflicht je nach Herkunftsregion bleibe bestehen, präzisierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auf der Schweizer Liste der Risikoländer und -regionen stehen auch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen.

Wer sich dort in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne.

Schwesig: Wer Astrazeneca nicht verimpft, bekommt weniger Biontech

17:02 Uhr: Zur Erhöhung des Impftempos in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Regierung den Druck auf die Landkreise und kreisfeien Städte.

Wer bis kommenden Freitag seinen Überhang an Astrazeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat Biontech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) liegen in den Impfzentren noch rund 3.000 Astrazeneca-Impfdosen aus bisherigen Lieferungen. Vor zwei Wochen waren es noch rund 53.000 gewesen. Mit mehreren Sonder-Aktionen gelang es, den Berg weitgehend abzutragen.

Norwegen für Touristen weiter Tabu

16:05 Uhr: Die norwegische Regierung hat am Dienstag ihre Einreisebeschränkungen verlängert. Das heisst, dass Touristen aus dem Ausland vorerst nicht ins Land gelassen werden. Die Regelung gilt zunächst bis zum 12. Mai.

Obwohl das skandinavische Land vergleichsweise niedrige Ansteckungszahlen hat, sind die Einreiseregeln sehr streng. Im Wesentlichen ist nur Norwegern und in Norwegen registrierten Ausländern die Einreise gestattet.

Wer von einer unnötigen Auslandsreise zurückkommt, muss für eine Woche auf eigene Kosten ins Quarantänehotel. Selbst ausländische Familienmitglieder, Partner und Geschäftsreisende sind in der Regel nicht willkommen. In Norwegen waren in den letzten 14 Tagen durchschnittlich rund 163 Corona-Fälle per 100.000 Einwohner registriert.

Südtirol will Gastronomie innen mit Corona-Pass erlauben

15:41 Uhr: In Südtirol sollen ab kommender Woche Restaurantgäste auch innen essen und trinken dürfen, wenn sie einen Nachweis etwa über eine Corona-Impfung oder einen negativen Corona-Test haben.

Es sei geplant, dass der Nachweis unter anderem per Handy-App mit dem Corona-Pass Südtirol vorgelegt werden könne, sagte der Landeshauptmann der Autonomen Provinz, Arno Kompatscher, am Dienstag in Bozen.

Voraussetzung ist demnach, dass Bozen-Südtirol in die gelbe Corona-Risikozone mit moderaten Beschränkungen fällt. Mit Blick auf die Infektionslage ging Kompatscher am Dienstag auch davon aus.

Die Verordnung für diese Pläne soll am Freitag beschlossen werden. Ab Montag soll dem Vorhaben der Regierung in Rom zufolge in den italienischen Regionen, die zu den gelben Zonen zählen, die Aussengastronomie wieder möglich sein.

In Südtirol will die Landesregierung mit vielen Corona-Tests und -Impfungen vermeiden, dass nach wenigen Tagen oder Wochen Schliessungen folgen, wie Kompatscher weiter erklärte. Im Schnitt verzeichnen die Gesundheitsbehörden dort täglich 80 Corona-Neuinfektionen.

Für den Präsenzunterricht an Schulen sind Tests verpflichtend. Am Montag wurden dort knapp 35.000 davon gemacht und 28 positive Fälle entdeckt.

Knapp 5.000 COVID-19-Fälle auf Intensivstationen bundesweit

Die Zahl der Schwerkranken mit COVID-19 auf deutschen Intensivstationen nähert sich der Marke von 5.000. In den Kliniken bundesweit werden nun 4.966 solche Fälle behandelt, das sind 34 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des Divi-Intensivregisters vom Dienstag hervorgeht. So hoch war die Auslastung zuletzt Mitte Januar.

Einer der wissenschaftlichen Leiter des Intensivregisters, Christian Karagiannidis (Klinikum Köln-Merheim), zeigte sich in einer Video-Schalte des Science Media Centers (SMC) sehr beunruhigt durch die "enorme Belastung" für Ärzte und Pflegekräfte.

Nur ein Drittel der Intensivstationen könne noch "einfach so" Patienten aufnehmen. Hunderten Kliniken mangele es an Personal, viele führten nur noch eingeschränkt planbare Operationen durch.

Je nach Region unterscheidet sich die Lage. Karagiannidis sagte, in Nordrhein-Westfalen seien von Montag auf Dienstag 20 COVID-19-Intensivpatienten hinzugekommen, in Köln komme die Mehrheit der Patienten derzeit aus der Gruppe der Berufstätigen.

Wenig belastet sei hingegen Schleswig-Holstein. Daneben gebe es Bundesländer, in denen die Intensiv-Auslastung nicht ganz so stark steige, zum Beispiel in Berlin. "Das heisst, wir haben eine gewisse Verhaltensänderung auch der Bevölkerung." Menschen hätten offenbar die Warnungen aus der Medizin ernst genommen. Durch Ostern habe es eine Abbremsung gegeben.

Auswertungen zur Situation von deutschen COVID-19-Genesenen nach sechs Monaten zeigten ein "substanzielles Problem" auch bei Überlebenden, betonte Karagiannidis. In den Monaten nach der Entlassung müsse ein Teil von ihnen doch wieder ins Krankenhaus aufgenommen werden, einige stürben auch erst einige Zeit nach der Entlassung.

Gesellschaftlich solle man deshalb auf das Vermeiden von Infektionen achten, um die Langzeitfolgen zu verhindern.

Sachsen hebt Impfpriorisierung für Astrazeneca in Praxen komplett auf

14:52 Uhr: In Sachsen können sich ab sofort alle Bürger in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, ist damit die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben.

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 20. April

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt bei 1,06.

Quarantäne für geimpfte Altersheimbewohnerin nach Kontakt mit Infiziertem rechtswidrig

13:55 Uhr: Die angeordnete Quarantäne für eine bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Bewohnerin eines Altersheims im Münsterland ist rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht Münster gab ihrem Eilantrag statt, wie es am Dienstag mitteilte - allerdings nicht wegen der bereits erfolgten Impfung. Es ging vielmehr um Ermessensfehler der Gemeinde Altenberge. Die Absonderung im Pflegeheim führe nämlich zu besonderen Belastungen, hiess es. (Az. 5 L 255/21)

Die Frau hatte Kontakt mit einem Infizierten, weswegen die Kommune Quarantäne anordnete. Dagegen zog sie vor Gericht und argumentierte, dass sie zweimal geimpft sei und ein PCR-Test negativ ausgefallen sei. Ausserdem sei sie aus Gesundheitsgründen dringend auf Bewegung angewiesen.

Das Gericht folgte dieser Argumentation nur zum Teil. Trotz der Impfung lasse sich eine "hinreichend wahrscheinliche Aufnahme von Krankheitserregern" nicht verlässlich ausschliessen, erklärte es. Ein negatives Testergebnis allein führe auch nicht dazu, dass die Verfügung der Gemeinde aufgehoben werden müsste.

Allerdings sei die besondere Situation der Frau nicht berücksichtigt worden. Die Gemeinde habe eine Ausnahme "nicht einmal erwogen". Dies hätte aber "mit Blick auf die ohne Weiteres mögliche Ausstattung der Antragstellerin mit FFP2-Masken oder weitergehender Schutzkleidung" und durch das Verhindern ihres Zusammentreffens mit anderen Bewohnern, wenn sie zeitweise ihr Zimmer für körperliche Betätigung verlasse, nahe gelegen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt werden.

RKI-Daten für NRW wegen "erheblicher Störungen" unvollständig

13:37 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 12:45 Uhr wiedergeben.

Allerdings waren die Corona-Daten für Nordrhein-Westfalen nur unvollständig an das RKI übermittelt worden. "Seit gestern Abend bestehen erhebliche Störungen im Landesverwaltungsnetz", berichtete eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG.NRW) in Bochum.

Eine "grössere Zahl" von Meldungen der Gesundheitsämter habe das LZG noch nicht erreicht. Über den Grund wurde zunächst nichts bekannt. Über die Probleme hatte zuvor der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Aus einer Tabelle ging dabei hervor, dass grosse Städte wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall gemeldet hatten.

Sterbefälle in zweiter Aprilwoche etwa im Schnitt der Vorjahre

13:04 Uhr: Die Sterbefallzahlen in Deutschland haben in der zweiten Aprilwoche etwa im Schnitt der Vorjahre gelegen. In der 14. Kalenderwoche vom 5. bis zum 11. April starben 19.018 Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das waren 82 Sterbefälle weniger als im Schnitt der Jahre 2017 bis 2020. Für den gesamten März war diese Differenz noch deutlich grösser gewesen.

Erstmals stieg in diesem Jahr auch die Zahl der wöchentlich erfassten COVID-19-Todesfälle. In der letzten Märzwoche wurden dem Robert-Koch-Institut 1033 Corona-Tote gemeldet, das waren 34 mehr als in der Vorwoche.

Mitte März lagen die Sterbefallzahlen in allen Bundesländern unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Daten liegen bislang nur bis einschliesslich zur elften Kalenderwoche vom 15. bis zum 21. März vor.

Am deutlichsten unter dem Durchschnitt lagen in dieser dritten Märzwoche die Sterbefallzahlen in Hamburg (minus 80 Fälle), im Saarland (minus 63 Fälle) und in Bremen (minus 36 Fälle). In Berlin kamen die Sterbefallzahlen dem Durchschnitt der Vorjahre am nächsten.

US-Impfkampagne zeigt, dass Corona-Vakzine wirken

12:52 Uhr: In den USA hat inzwischen mehr als die Hälfte aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Konkret wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bis Montag rund 132 Millionen Bürger über 18 Jahren geimpft. Dies entspreche 50,7 Prozent aller Erwachsenen. Rund 85 Millionen Erwachsene haben demnach bereits den vollen Impfschutz, dies entspreche 33 Prozent aller Erwachsenen.

Die Daten zeigen auch, wie wirksam die COVID-19-Impfstoffe sind: Laut CDC habe es mehr als 14 Tagen nach der jeweils zweiten Dosis weniger als 6.000 Infektionen unter den vollständig geimpften Erwachsenen geben. Keiner der Infizierten sei schwer erkrankt oder gestorben, wie der Sender CNBC berichtet.

CDC-Direktorin Rochelle Walensky erklärte demnach zwar, dass die Zahl der Infizierten unter den Geimpften wohl tatsächlich höher liege. Das ändere aber nichts am Gesamtbild: "Diese Impfstoffe funktionieren", betonte Walensky. "Das ist eine wirklich ermutigende Nachricht."

Zuletzt wurden in den USA im Schnitt mehr als drei Millionen Menschen pro Tag geimpft. Begonnen hatte die Impfkampagne im Dezember. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden allein 110 Millionen Impfstoffdosen des Vakzins von Biontech/Pfizer verabreicht, hinzu kamen 93 Millionen Impfstoffdosen des Vakzins von Moderna sowie 7,9 Millionen Dosen des Johnson&Johnson-Impfstoffs.

Trotz der Impf-Erfolge warnte der führende Virologe Anthony Fauci am Sonntag, das Land sei immer noch in einer "prekären Lage". Im Sieben-Tage-Mittel liege die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei rund 60.000. "Das ist ein Punkt, an dem wir nicht stehen wollen", sagte er.

Unicef sieht massive Auswirkungen der Coronakrise für Kinder und Jugendliche

12:22 Uhr: Ein Jahr nach dem ersten Lockdown zeichnen sich nach Unicef-Angaben massive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche ab. Die vielfältigen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens gefährden nach Einschätzung des Kinderhilfswerks nicht nur die Bildungserfolge junger Menschen, sondern haben auch weitreichende Folgen für ihr gesamtes Wohlbefinden und ihre Entwicklung.

"Ich glaube, das lastet auch auf den Seelen der Kinder", sagte die Schirmherrin von Unicef Deutschland, Elke Büdenbender, am Dienstag bei der Vorstellung des Unicef-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2021. Die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte: "Je länger die Pandemie dauert, umso mehr nehmen Frust und Stress in den eigenen vier Wänden zu."

Der Unicef-Bericht zeige, dass Deutschland bei der Zufriedenheit der Kinder schon vor der Pandemie im internationalen Vergleich zur Mittelmass gewesen sei, sagte der Unicef-Vorstandsvorsitzende Georg Graf Waldersee. Mängel, die auch vorher schon da gewesen seien, würden jetzt "schonungslos offengelegt". Dazu gehörten zum Beispiel Defizite bei der digitalen Ausstattung der Schulen.

Leiter der Charité-Intensivmedizin: Jeder dritte Corona-Intensivpatient stirbt

11:31 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen ist die Situation auf deutschen Intensivstationen weiter dramatisch. Laut des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) lag am Montag die Zahl der Corona-Intensivpatientinnen und -patienten bei 4910.

"Wir sind zwar noch von den Patientenzahlen im Januar entfernt, aber es scheint fast unausweichlich, dass wir da wieder hinkommen", sagte der Leiter der Intensivmedizin der Berliner Charité, Kai-Uwe Eckardt, in einem Interview mit der "Zeit". Bereits jetzt habe die Klinik Operationen absagen und die Betten auf anderen Stationen reduzieren müssen.

Zugleich betonte er: "Bei der Diskussion über die Betten wird vergessen, dass trotz der Therapie etwa jeder dritte COVID-19-Patient auf einer Intensivstation stirbt." An der Charité sei die Sterblichkeit sogar noch etwas höher, weil dort die am schwersten erkrankten Patienten aus Berlin und Brandenburg versorgt werden.

Eckardt zufolge werden die Corona-Patienten zudem immer jünger. Im Durchschnitt seien diese nun etwa 53 Jahre alt. "Wir haben auch bereits Patienten verloren, die keine 30 Jahre alt waren", erklärte der Mediziner.

Kritik an Corona-Politik: Aerosol-Experte sieht Sport im Freien als kein Problem

Obwohl für viele Sportarten Hygienekonzepte vorliegen, steht der Sport in Deutschland weitgehend still. Aerosolforscher haben nun in einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel darauf hingewiesen, dass die Corona-Infektionsgefahr bei Aktivitäten im Freien sehr gering ist. Sie kritisieren, dass die Politik nicht entsprechend handelt.

Österreich: Breite Öffnungsschritte mit Zutrittstests im Mai

10:23 Uhr: Die geplante Öffnung von Gastronomie, Tourismus und Kultur in Österreich soll ab Mitte Mai unter strengen Auflagen erfolgen.

"Alle Branchen brauchen endlich wieder einen Schritt in Richtung Normalität", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag im ORF-Radio. Die Massnahme werde mit Zutrittstests verbunden sein.

"Natürlich werden Personen, die ins Konzert gehen wollen, die ins Theater gehen wollen oder die auch auf Urlaub fahren wollen, einen Test machen müssen", sagte der Regierungschef. Die Sicherheitskonzepte in der Corona-Krise sollen dann in weiteren Schritten im Juni und Juli heruntergefahren werden. Die Details würden gegen Ende der Woche präsentiert, so Kurz.

In Österreich sind in den meisten Bundesländern mit Ausnahme von Gastronomie und Hotellerie seit Anfang Februar alle Geschäfte und viele Dienstleister geöffnet. In Wien und Niederösterreich gilt wegen der angespannten Lage in den Kliniken im gesamten April ein Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Österreich zuletzt auf knapp unter 200 gefallen.

Jeder fünfte Deutsche gegen Coronavirus geimpft

10:11 Uhr: 20,2 Prozent der Bevölkerung ist Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen hervor. Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz bekommen. Innerhalb eines Tages wurden 381 095 weitere Impfungen verabreicht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent.

Produktion von Johnson & Johnson-Impfstoff in US-Werk nach Panne gestoppt

08:44 Uhr: Nach einer Panne bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA gefordert.

Die Firma Emergent BioSolutions, die das Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland betreibt, erklärte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte Ende März bestätigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore "nicht den Qualitätsanforderungen" entsprochen habe. Johnson & Johnson nannte selbst keine Zahlen. Laut der "New York Times" waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson kündigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zusätzliche Dosen zu liefern.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU zugelassen. Anders als in den USA ist der Impfstoff in der Europäischen Union aber noch nicht im Einsatz.

Vergangene Woche waren die Impfungen mit dem Vakzin in den USA nach vereinzelten Fällen schwerer Blutgerinnsel vorläufig gestoppt worden. Auch die Auslieferung des Impfstoffs nach Europa wurde verschoben. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt am Dienstagnachmittag ihre aktualisierte Einschätzung zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson bekannt.

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Hausärzte bekommen kein Astrazeneca mehr

06:47 Uhr: Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen einem Bericht zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant - allerdings nur noch den Impfstoff von Biontech und Pfizer.

Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtete, wird der Bund den Praxen "für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschliesslich den Impfstoff von Biontech-Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich mehr, als bisher avisiert waren".

Massive Steigerung: Biontech liefert bald mehr als fünf Millionen Dosen pro Woche

Wie der "Spiegel" berichtet, sollen die Lieferungen von Biontech-Impfstoff nach Deutschland ab der übernächsten Woche massiv steigen. Fotocredit: imago images/Belga

RKI registriert 9609 Corona-Neuinfektionen und 297 neue Todesfälle

06:14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:09 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 162,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.163.308 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.803.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.303.

Blasen statt Nasebohren - Forscher arbeiten an neuen Corona-Tests

05:37 Uhr: Blasen statt unangenehmes Nasebohren: Französische Wissenschaftler forschen derzeit an einer Alternative zum PCR-Test, der bisher mit Abstand am zuverlässigsten Aufschluss über eine Corona-Infektion gibt. Damit wollen sie noch in diesem Jahr eine Rückkehr zum "echten Leben" ermöglichen.

"Die Patienten sind sehr offen und empfänglich für dieses Experiment", sagt der Virologe Alexandre Gaymard, der das Projekt CovidAir leitet. Seit gut einem Monat haben bereits mehr als 2800 Bürger in das Rohr geblasen, das mit einem Gerät in der Grösse eines Kühlschranks verbunden ist.

"Die Maschine trennt und untersucht die Moleküle, die jemand ausatmet", sagt Studienleiter Gaymard. "Daraus entsteht eine Grafik, die von einem Computerprogramm ausgewertet wird." Grundlage ist die Massenspektrometrie, mit der Moleküle im Detail untersucht werden können.

Nach ein bis zwei Minuten soll das Ergebnis vorliegen. Ob Krankenhäuser, Schulen oder Geschäfte: "Diese Maschine kann überall dort eingesetzt werden, wo es auf ein schnelles Ergebnis ankommt", sagt Gaymard.

Um herauszufinden, wie zuverlässig das Gerät die Atemluft auswertet, machen die Probanden vorher noch einen regulären PCR-Test. Er gilt bisher als "Goldstandard", muss allerdings von einem Labor ausgewertet werden. Das Ergebnis des PCR-Test liegt in der Regel erst nach 24 bis 72 Stunden vor.

Das neue CovidAir-Gerät habe bei den bisherigen Messungen eine Zuverlässigkeit von 95 Prozent im Vergleich zum PCR-Test ergeben, betont Gaymard. Das wäre deutlich besser als die auch in Deutschland gängigen Antigen-Schnelltests, die gerade bei unsymptomatischen Testpersonen als unzuverlässig gelten.

Ob und wann die neue französische Maschine Serienreife erlangt, dürfte sich frühestens nach Ende der Testphase im Juni herausstellen. Sollte sich die neue Methode als erfolgreich erweisen, könnte sie theoretisch auch bei anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe zum Einsatz kommen, hoffen die Forscher - womöglich auch bei künftigen Pandemien.

Aerosol-Experte: Spricht nichts gegen Sport im Freien

04:12 Uhr: Beim kontaktlosen Sporttreiben im Freien ist das Risiko einer Corona-Ansteckung nach Ansicht des Präsidenten der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) äusserst gering.

"Im Freien gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben", sagte GAeF-Präsident Christof Asbach im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Gesellschaft an die Politik appelliert, aus der Erkenntnis, dass Infektionen in Innenräumen stattfinden, ein praktisches Handeln abzuleiten.

"Wir haben damit einen Grundstein zum Verständnis gelegt, dass draussen sehr wenig passieren kann. Das bezieht den Sport natürlich mit ein", sagte Asbach. "Wenn wir nicht über Zweikampfsportarten wie Ringen oder Judo reden, sondern über Mannschaftssportarten oder Tennis, das auch nicht erlaubt war und bei dem man sich ohnehin nicht nahekommt. Da sehen wir ein extrem geringes Infektionsrisiko." Das hätte man auch deutlich früher so kommunizieren können, meinte der GAeF-Chef.

Obwohl der Sport zeitig für jede Sportart spezielle Hygienekonzepte entwickelt hat, ist er weitgehend stillgelegt. Für Asbach ist das nicht verständlich. "Das ist eine Frage, die wir uns auch gestellt haben und die ein Anlass war, diesen offenen Brief zu schreiben", sagte er. "Um zu verstehen, wie sich virenartige Partikel verhalten, da sind wir eben gefragt. Da hatten wir den Eindruck, nicht ausreichend gehört worden zu sein."

Corona-Warn-App bekommt Check-in- und Impfpass-Funktion

03:22 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird mit neuen Funktionen zur Pandemiebekämpfung ausgebaut. So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen wird, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

In künftigen Versionen soll - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Ausserdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können.

Mit der neuen Check-in-Funktion in der Version 2.0 reagieren die App-Macher auf neue Erkenntnisse: Bislang registriert die App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht ausreicht.

In geschlossenen Räumen wie Geschäften, Gaststätten oder Gotteshäusern verbreiten sich die Aerosole auch über grössere Entfernungen hinweg. Ausserdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

Alle Corona-Meldungen vom 19. April zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Teaserbild: © Getty Images/Michael Ciaglo