Donald Trump ist seit dem 20. Januar 2017 im Amt – zwei Jahre beziehungsweise 730 Tage. Über die erste Hälfte seiner Amtszeit ist viel geschrieben worden. Doch wie sieht die Trump-Ära eigentlich in Zahlen aus? Wir präsentieren die spannendsten, einige davon dürften überraschen.

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Dass Donald Trump im November 2016 die Wahl zum US-Präsidenten gewann, kam für viele unerwartet. Dass darauf derartige Chaos-Jahren folgen könnten, wohl nicht.

Hillary Clinton, die gegen ihn die Wahl verlor, sieht sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt: In einem Essay für die amerikanische Monatszeitschrift "Atlantic" warf sie Donald Trump unlängst vor, die Demokratie auszuhöhlen. Nach seiner Wahl zum Präsidenten habe sie zunächst gehofft, ihre Befürchtungen seine Person betreffend seien übertrieben. Ihre Sorge habe sich allerdings bestätigt.

So ist nicht nur die Liste an Rücktritten und Entlassungen unter Trump lang, sondern auch die seiner Verfehlungen und Lügen. Zudem gräbt sich FBI-Sonderermittler Robert Mueller immer tiefer in Trumps womöglich nicht ganz lupenreine Vergangenheit. Ein drohendes Amtsenthebungsverfahren schwebt seit Monaten wie ein Damoklesschwert über seiner Präsidentschaft.

Dessen ungeachtet steuert Trump nun auf seine zweite Halbzeit zu. Eine Fakten-Bilanz der ersten zwei Jahre:

Donald Trumps Lügen und Irreführungen

Die "Fact Checker" der "Washington Post" haben überprüft, wie oft Trump zwischen seiner Amtseinführung im Januar 2017 und Ende 2018 gelogen oder getäuscht hat. Sie kamen auf 7.645 falsche oder irreführende Behauptungen in 710 Tagen.

Im Schnitt gab Trump im vergangenem Jahr durchschnittlich mehr als 15 solcher Äusserungen pro Tag von sich. Nach Zählung der "Washington Post" sind das fast dreimal so viele wie noch 2017.

Beleidigungen durch Trump

Die "New York Times" zählt 551 "Menschen, Orte und Dinge", die Trump seit seiner Präsidentschaftskandidatur (Zählung ab 15. Juni 2015) bislang beleidigt hat. Besonders oft zum Ziel werden Medien, die kritisch über ihn berichten: Trump verunglimpft sie als "Feinde des Volkes".

Adjektive in Tweets

Im Zeitraum von Januar 2017 bis Juni 2018 kam das negative Adjektiv "bad" 117-mal in Trumps Tweets vor, so das Ergebnis einer Auswertung des Wirtschaftsmagazins "Handelsblatt". "Weak" und "terrible" folgen mit 47 und 40 Erwähnungen.

Positiv besetzte Adjektive in Tweets sind "great" (850-mal) , "massive" (875-mal) und "wonderful" (72-mal.)

Bewertung der Beziehungen zwischen Deutschland und den USA

63 Prozent der befragten Deutschen halten die Beziehungen für eher schlecht. 58 Prozent der befragten US-Amerikaner halten die Beziehungen für eher gut. Das ergab eine Befragung der Körber-Stiftung von 2018.

Vermögen von Donald Trump

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Trump einer Auswertung des Statistikportals Statista zufolge ein Vermögen von 4,5 Milliarden US-Dollar. 2018 (Stand: Oktober) betrug es 3,1 Milliarden US-Dollar.

Jahresgehalt im Vergleich zur Bevölkerung

Das Jahresgehalt von Donald Trump betrug einer Statista-Analyse zufolge im Jahr 2017 das 6,6-Fache des durchschnittlichen Einkommens der US-Bevölkerung (gemessen am Bruttonationaleinkommen pro Kopf). Zum Vergleich: Angela Merkel hat das 7,4-Fache, Wladimir Putin das 11,3-Fache.

Beliebte Wikipedia-Artikel

Statista hat die beliebtesten Wikipedia-Artikel zusammengetragen. Demnach liegt der Eintrag zu Donald Trump auf Platz 13 im Ranking der meistaufgerufenen Wikipedia-Artikel im Jahr 2018. Er wurde 17,49 Millionen Mal geklickt.

Vertrauen in US-Präsidenten Obama vs. Trump

2018 wurden vom Pew Research Center Menschen aus 25 europäischen Ländern hinsichtlich ihres Vertrauens in Barack Obama und Donald Trump bezüglich weltpolitischer Angelegenheiten befragt.

Das Ergebnis ist eindeutig: Alle Befragten haben mehr Vertrauen in Obama als in Trump. So haben die Spanier mit 7 Prozent das geringste Vertrauen in den amtierenden US-Präsidenten, während 75 Prozent im Jahr 2016 grosses Vertrauen in Obama hatten. Mit 35 Prozent hat Trump den meisten Zuspruch in Polen. Jedoch liegt Obama auch dort vorne – mit 58 Prozent.

Instagram- und Twitter-Follower im Bereich Politik

Im Jahr 2018 folgten Donald Trump 10,85 Millionen Menschen auf Instagram, das ist Platz 5 hinter Michelle Obama (Platz 1) mit 23,64 Millionen und Barack Obama (Platz 2) mit 19,16 Millionen, Narendra Modi (Platz 3) mit 15,33 Millionen und Joko Widodo (Platz 4) mit 13,85 Millionen Followern.

Auf Twitter folgen Donald Trump 57,4 Millionen Menschen (Stand: Januar 2019). Barack Obama 104 Millionen und Michelle Obama 11,9 Millionen.

So oft twitterte Trump von Hexenjagd

Im Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen spricht Trump immer wieder von einer Hexenjagd (witch hunt). 2017 hat der US-Präsident Statista zufolge diesen Begriff auf Twitter 20-mal verwendet. Zwischen Mai und August 2018 twitterte er 91-mal "witch hunt“, bis Ende des Jahres kam er auf 138 Nennungen.

Anzahl der Tweets von Donald Trump nach politischen Themen

Eine weitere Statista-Analyse zeigt: Zwischen Januar 2017 und Juni 2018 twitterte der US-Präsident besonders gerne über das Militär – insgesamt kommt er auf 133 Tweets zu diesem Thema. Mit 128 Nennungen folgen Themen zur Sicherheit und mit 111 Nennungen zur Kriminalität. 85-mal twitterte Trump über Zuwanderung, 80-mal über Gesundheit, 69-mal über Wirtschaft, 62-mal über Steuern und 53-mal über Grenzen.

Telefonate mit Regierungschefs

Die Nachrichtenagentur Reuters hat Trumps Telefonate mit Staats- und Regierungschefs im Zeitraum von Januar 2017 bis Juli 2018 zusammengetragen. Demnach telefonierte der US-Präsident im besagten Zeitraum 25-mal mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Im gleichen Zeitraum telefonierte er 22-mal mit Theresa May, 16-mal mit Shinzo Abe und 11-mal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Rücktritte und Entlassungen unter Trump

2017

  • Sally Yates (Justizministerin und Chefanklägerin) am 30. Januar
  • Michael Flynn (Trumps Sicherheitsberater) am 13. Februar
  • James Comey (FBI-Chef) am 9. Mai
  • Mike Dubke (Kommunikationsdirektor) am 30. Mai
  • Walter Shaub (Direktor des unabhängigen Büros für Regierungsethik) am 6. Juli
  • Sean Spice (Trumps Sprecher) am 21. Juli
  • Michael Short (stellvertretender Pressesprecher) am 25. Juli
  • Reince Priebus (Trumps Stabschef) am 28. Juli
  • Anthony Scaramucci (Kommunikationsdirektor) am 31. Juli
  • Steve Bannon (Trumps Chefstratege) am 18. August
  • Dina Powell (Vize-Sicherheitsberaterin) am 8. Dezember

2018

  • Hope Hicks (Kommunikationschefin) am 28. Februar
  • Gary Cohn (Wirtschaftsberater) am 6. März
  • John McEntee (Trumps persönlicher Assistent) am 12. März
  • Rex Tillerson (Aussenminister) am 13. März
  • Andrew McCabe (FBI-Vizechef) am 16. März
  • General H.R. McMaster (nationaler Sicherheitsberater) am 22. März
  • David Shulkin (Veteranenminister) am 28. März
  • Michael Anton (Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates) am 8. April
  • Joseph W. Hagin (stellvertretendet Stabschef) am 19. Juni
  • Scott Pruitt (Chef der Umweltschutzbehörde EPA) am 5. Juli
  • Donald F. McGahn (Trumps Rechtsberater) am 29. August
  • Nikki Haley (US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York) am 9. Oktober
  • Jeff Sessions (Justizminister) am 7. November
  • Mira Ricardel (stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin) am 14. November
  • John Kelly (Stabschef) zum Jahresende
  • Nick Ayers (Chef des Stabes von Vizepräsident Mike Pence) zum Jahresende
  • Ryan Zinke (Innenminister) zum Jahresende
  • James Mattis (Verteidigungsminister) Ende Februar 2019

Verwendete Quellen:

Die Zeit läuft gegen Donald Trump. In 49 Tagen sind Zwischenwahlen. Mehr als sonst werden sie zu einem Tribunal über die Arbeit und die Person des Präsidenten – Donald Trump. Hillary Clinton nutzt die Gunst der Stunde und wendet sich in einem Essay an die Öffentlichkeit. Darin wirft sie Trump "atemberaubende Korruption" vor.