• Trump-Anhänger stürmen das Kapitol in Washington. Kongresssitzung muss unterbrochen werden.
  • Trump verurteilt die Ausschreitungen nicht.
  • Alle Meldungen aus Washington vom 06. Januar zur Nachlese

Die Meldungen zum Sturm auf das Kapitol vom 06. Januar im Überblick

Medien: Sprengkörper nahe Kapitol und Parteizentrale gefunden

23:50 Uhr: In der Nähe des Parlamentsgebäudes ist ein Sprengkörper gefunden worden. Der Gegenstand sei allerdings nicht mehr gefährlich, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP unter Verweis auf Behörden in der US-Hauptstadt Washington. Um was für einen Sprengsatz es sich genau handelte, blieb zunächst unklar.

Unterdessen berichtet die "New York Times" davon, dass auch bei der Parteizentrale der Republikaner eine Rohrbombe gefunden worden sei. Sie wurde demnach von Experten der Polizei zerstört.

Die nahegelegene Parteizentrale der Demokraten sei evakuiert worden, nachdem ein verdächtiges Paket entdeckt worden sei.

Lage scheint sich etwas zu beruhigen

23:22 Uhr: Knapp 40 Minuten vor Inkrafttreten der Ausgangssperre in Washington scheint sich die Lage vor dem Kapitol zu beruhigen.

Ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften hat die meisten der Protestler von den Stufen des Kapitols vertrieben. Bilder des US-TV-Senders CNN zeigen, wie Hunderte Polizisten die Protestler eskortieren und den Zugang zu den Treppen des Kapitols blockieren.

Kurz: "Inakzeptabler Angriff auf die Demokratie"

23:17 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich schockiert über die Unruhen rund um das Kapitol in Washington geäussert.

"Das ist ein inakzeptabler Angriff auf die Demokratie", schrieb Kurz auf Twitter. Eine friedliche und ordentliche Machtübergabe müsse gesichert werden.

Ivanka Trump nennt Protestler "Patrioten" - und löscht Tweet wieder

22:59 Uhr: Ivanka Trump hat die Teilnehmer der dramatischen Proteste in Washington auf Twitter als "Patrioten" angesprochen und zum Gewaltverzicht aufgerufen.

Nach kritischen Kommentaren löschte die Tochter des amtierenden US-Präsidenten den Tweet und konkretisierte: "Friedlicher Protest ist patriotisch. Gewalt ist inakzeptabel und muss aufs Schärfste verurteilt werde."

Maas: Trump und Unterstützer treten Demokratie mit Füssen

22:46 Uhr: Aussenminister Heiko Maas hat besorgt auf die Geschehnisse in Washington reagiert. Maas schrieb am Mittwochabend auf Twitter: "Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler*Innen akzeptieren und aufhören, die Demokratie mit Füssen zu treten."

Die Feinde der Demokratie würden sich über die "unfassbaren Bilder" aus Washington freuen. Aus aufrührerischen Worten würden gewaltsame Taten - auf den Stufen des Reichstages, und nun im Capitol. "Die Verachtung demokratischer Institutionen hat verheerende Auswirkungen."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier twitterte: "Die Demokratie ist stärker! Und wichtiger als jeder einzelne, auch wenn er Präsident ist!"

Trump zu Demonstranten am Kapitol: Geht nach Hause - "Wir lieben euch"

22:28 Uhr: Trump hat die Demonstranten am Kapitol aufgefordert abzuziehen. Er verstehe den Ärger über den Ausgang der Wahl, "aber ihr müsst jetzt nach Hause gehen", sagte Trump in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. "Wir müssen Frieden haben, wir müssen Recht und Ordnung haben." Niemand dürfe verletzt werden, mahnte er.

Es sei eine harte Zeit, es habe Betrug bei der Präsidentschaftswahl gegeben. Man habe ihm und seinen Anhängern die Wahl gestohlen, behauptete der abgewählte Präsident - erneut ohne jeden Beleg. "Ich weiss, wie ihr euch fühlt, aber geht nach Hause." Trump sagte an die Adresse der Protestler: "Wir lieben euch. Ihr seid etwas ganz Besonderes."

Trumps Tweet wurde noch am Abend von Twitter wegen umstrittener Aussagen mit einem Warnhinweis versehen.

Schockierter Joe Biden spricht zu Amerikanern

22:12 Uhr: Ein sichtlich schockierter Joe Biden hat sich in einer Rede an das amerikanische Volk gewandt. Darin ruft der designierte US-Präsident unter anderem seinen künftigen Vorgänger Donald Trump auf, in einer TV-Ansprache die gewalttätigen Ausschreitungen in Washington zu verurteilen und seine Anhänger zum Rückzug aufzurufen.

"Zu dieser Stunde wird unsere Demokratie beispiellos angegriffen", sagte Biden.

US-Abgeordnete werfen Trump-Anhängern "Putschversuch" vor

22:03 Uhr: Nach der Erstürmung des Kongress-Gebäudes in Washington werfen US-Abgeordnete militanten Anhängern Trumps einen "Putschversuch" vor. "Dies ist Anarchie. Dies ist ein Putschversuch", sagte der Abgeordnete Seth Moulton.

Sprecherin des Weissen Hauses: Nationalgarde ist unterwegs

21:54 Uhr: Nach Angaben des Weissen Hauses ist die Nationalgarde eingesetzt worden. "Auf Anweisung von Präsident Donald Trump ist die Nationalgarde zusammen mit anderen Bundesschutzdiensten unterwegs", schrieb Trump-Sprecherin Kayleigh McEnany bei Twitter.

Berichte über angeschossene Frau

21:45 Uhr: Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ist im Zuge der Ausschreitungen eine Frau angeschossen worden. Unter welchen Umständen die sie angeschossen wurde und in welchem Zustand sie sich befinde, sei unklar, berichtete AP. Nach CNN-Informationen befindet sich die Frau in einem lebensbedrohenden Zustand.

Trump erneuert Aufruf an Protestierende via Twitter: "Keine Gewalt!"

21:32 Uhr: In einem weiteren Tweet erneuert Trump seinen Aufruf. "Keine Gewalt! Erinnert euch, WIR sind die Partei von Recht & Ordnung - respektiert das Gesetz und unsere grossartigen Männer und Frauen in Uniform. Danke!"

Trump weist seine Anhänger aber nicht an, ihren Protest zu beenden, zu dem er sie selbst aufgerufen hatte.

Der republikanische Abgeordnete Mike Gallagher sagte beim Nachrichtensender CNN an den Präsidenten gewandt: "Sie müssen das jetzt absagen."

CNN: Abgeordnete sollen sich in Sicherheit bringen

21:28 Uhr: Nach Angaben des US-Senders CNN wurden die Abgeordneten zudem angehalten, sich unter Tischen und Stühlen in Sicherheit zu bringen.

TV-Bilder zeigen Demonstranten in der Senatskammer

21:23 Uhr: Bei den turbulenten Geschehnissen rund um das US-Kapitol in Washington sind offenbar Demonstranten nicht nur ins Parlamentsgebäude, sondern auch in die Senatskammer des Parlamentsgebäudes eingedrungen. Die TV-Sender C-Span und NBC zeigten Bilder von Protestierenden, die durch den Raum gingen oder sich auf Stühlen niederliessen.

In dem Gebäude hatte noch kurz zuvor eine Sitzung des Kongresses stattgefunden, bei der die Ergebnisse der Präsidentenwahl und damit der Sieg des Demokraten Joe Biden bestätigt werden sollte.

Situation im Kapitol spitzt sich weiter zu

20:56 Uhr: Die Situation im Kapitol spitzt sich weiter zu, Nach Informationen der US-Nachrichtenagentur AP sind die Abgeordneten in dem von Trump-Anhängern belagerten US-Kapitol von der Polizei aufgefordert worden, Gasmasken aufzusetzen. Im Gebäude in Washington sei zuvor Tränengas ausgetreten.

Trump ruft seine Anhänger auf, friedlich zu bleiben

20.50 Uhr: Nachdem er seine Anhänger in den vergangenen Tagen immer wieder aufgestachelt hatte, ruft der abgewählte US-Präsident Donald Trump seine Anhänger in der US-Hauptstadt Washington auf, bei ihrem Protest friedlich zu bleiben.

"Bleibt friedlich!", schreibt er auf Twitter und fordert die Demonstranten dazu auf, die Polizei und Sicherheitskräfte zu unterstützen, die "auf der Seite unseres Landes" seien.

Sicherheitsdienst des Kapitols berichtet von Eindringlingen

20:47 Uhr: Nach dem Ansturm Hunderter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump auf das Kapitol in Washington sind Menschen in das Parlamentsgebäude eingedrungen. Das berichtete die US-Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf den Sicherheitsdienst des Gebäudes. Auch TV-Bilder zeigten Protestierende im Gebäude.

Bürgermeisterin von Washington verhängt Ausgangssperre

20:43 Uhr: Wegen der Proteste von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Herzen der US-Hauptstadt verhängt die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, eine Ausgangssperre. Sie trete am Mittwoch um 18:00 Uhr (Ortszeit/Mitternacht mitteleuropäischer Zeit) in Kraft und ende am Donnerstagmorgen um 6:00 Uhr (12:00 Uhr MEZ), teilte Bowser mit.

Proteste am US-Kapitol - Kongresssitzungen überraschend unterbrochen

20:29 Uhr: Inmitten von Protesten von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump vor dem Kapitol in Washington haben die beiden Kammern des Kongresses ihre Sitzungen überraschend unterbrochen. Eine offizielle Erklärung für die abrupte Unterbrechung wurde zunächst nicht genannt.

Mit Material von dpa und AFP.