In knapp drei Monaten wählen die USA zum 59. Mal ihren Präsidenten. Donald Trump tritt erneut für die Republikaner an. Sein grösster Konkurrent ist der Demokrat Joe Biden. Die wichtigsten Informationen zur US-Wahl im Überblick.

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Im November 2020 ist es so weit: Dann wählen die US-Bürger einen neuen Präsidenten. Für die Republikaner tritt der amtierende Präsident Donald Trump an. Die Vorwahlen bei den Demokraten gewann Joe Biden. Zwei Männer und die vielleicht wichtigste Wahl in einem aussergewöhnlichen Jahr.

Wir haben alle wichtigen Infos zur US-Wahl und stellen die beiden Kandidaten für das wichtigste Amt der Vereinigten Staaten vor.

US-Wahl 2020: Wann findet die Wahl in den Vereinigten Staaten statt?

Die Entscheidung, wer das Land in den nächsten vier Jahren regieren wird, fällt am Dienstag, den 3. November 2020. Zwar haben die US-Amerikaner in vielen Bundesstaaten die Möglichkeit, über das sogenannte "Early Voting" eine Art Briefwahl zu tätigen - wer der neue US-Präsident wird, wird jedoch erst an diesem Tag verkündet.

Bereits seit 1845 fällt der Tag der US-Wahl auf den ersten Dienstag zwischen dem 2. und 8. November. Grund für den merkwürdigen Wahltag sind die Bauern im 19. Jahrhundert. Im November hatten sie bereits alle Felder bestellt, die Ernte in den Höfen verstaut. Der Sonntag war jedoch für den Gottesdienst reserviert, sodass sie sich frühestens am Montag auf den Weg machen konnten, da einige Bauern mindestens einen Tag lang mit der Kutsche in die nächste Stadt reisten. Am Mittwoch war in den meisten Regionen Markttag, weshalb sich der Kongress auf Dienstag einigte.

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Die Termine der Parteitage der Präsidentschaftswahl 2020

Dieses Jahr findet der sogenannte Nominierungsparteitag bei den Demokraten und den Republikanern nicht wie gewohnt statt. Aufgrund der Coronakrise und einem Veranstaltungsverbot mussten die Termine mehrfach verschoben werden. Wo normalerweise 50.000 Menschen ihren Kandidaten feiern, bleibt es dieses Jahr still.

Vom 17. bis 20. August haben die Demokraten ihren Kandidaten in Milwaukee vorgestellt, zum grössten Teil aber virtuell. Bei der Nominierung von Biden gab es emotionale Reden. Bei den Republikanern ging es zum Teil hoch her. US-Aussenminister Mike Pompeo brach sogar mit einer alten Tradition. Die Republikaner schossen sich zwischen dem 24. und 27. August auf den Wahlkampf ein.

Termine der Parteitage:

  • 17. bis 20. August: Demokraten in Milwaukee - überwiegend als Online-Veranstaltung
  • 24. bis 27. August: Republikaner in Charlotte im Bundesstaat North Carolina - überwiegend als Online-Veranstaltung

Trump vs. Biden: Das sind die Kandidaten

Donald Trump

Der heute 74-Jährige regiert seit Januar 2017 die USA und ist nicht nur innerhalb seines Landes, sondern auch international umstritten. Er gilt bei politischen Themen als sehr konservativ. So wälzte er die Gesundheitspolitik nach Barack Obama um, ist sehr strikt bei der Zuwanderungspolitik und sehr liberal bei den Waffengesetzen in USA. Aussenpolitisch sorgte sein Vorgehen im Nahostkonflikt und sein Auftreten gegenüber China für Aufsehen.

Seine erste Amtszeit war von einigen Skandalen geprägt. So musste sich Trump gegen die Vorwürfe von Schweigegeldzahlungen an eine Porno-Darstellerin wehren, er rückte ins Zentrum einer Wahlbeeinflussung durch Russland und entkam einem Amtsenthebungsverfahren 2020. In der sogenannten Ukraine-Affäre hatte Trump in einem Telefonat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, mehr über Joe Bidens Sohn Hunter Biden herauszufordern, um die Wahl zu beeinflussen.

Trotz der Skandale halten viele Republikaner weiter zu ihrem Kandidaten. Ob Trump im Jahr 2020 nach den Black-Lives-Matter-Protesten sowie der Corona-Pandemie erneut zum US-Präsidenten gewählt wird, wird sich Anfang November zeigen.

Joe Biden

Aller guten Dinge sind drei – das könnte das Motto des Ex-Vizepräsidenten Joe Biden sein. Der 77-Jährige hat schon zweimal versucht, als US-Präsident zu kandidieren. 1988 und 2008 scheiterte er bei der Kandidatur der Demokraten an der eigenen innerparteilichen Konkurenz. 2020 bekommt er die Chance seiner Partei.

Als Vize-Präsident von Barack Obama schnupperte er schon Präsidentschaftsluft im Weissen Haus. Experten beschreiben ihn auch als Anwalt der US-Arbeiterklasse. Er ist Fan von Gewerkschaften und setzte sich für die Reform der Krankenversicherung in den USA ein.

Kritiker werfen Biden vor, dass er sich als Senator nicht für die Strafverfolgungsgesetzgebung eingesetzt haben, die Masseninhaftierungen von Minderheiten möglich gemacht hat. Ausserdem kritisieren Experten seine positive Haltung zum Irak-Krieg.

Showdown bei den TV-Duellen

Sie sind der unterhaltsamste Teil der US-Wahl: die TV-Duelle. Dort beharken und bekämpfen sich Joe Biden und Donald Trump, werfen sich gegenseitig vor, dass der jeweils andere ungeeignet sei und erklären, was sie nach der Wahl für die USA planen.

Beide gehen am 29. September 2020 in Ohio das erste Mal gemeinsam in den Ring. Ein zweites Duell findet am 15. Oktober in Miami, Florida statt. Am 22. Oktober treffen sich die beiden US-Präsidentschaftskandidaten nochmal in Tennessee.

Weil TV-Duelle so beliebt sind, messen sich auch die beiden potenziellen Vize-Präsidenten in einem TV-Duell. Diese treten am 7. Oktober in Utah vor die Kameras.

TV-Duelle im Überblick:

  • 29. September 2020 in Cleveland, Ohio: Donald Trump gegen Joe Biden, Moderator unbekannt
  • 7. Oktober 2020 in Salt Lake City, Utah: Duell der potenziellen Vize-Präsidenten Mike Pence (Republikaner) und der Demokraten (noch nicht benannt), Moderator unbekannt
  • 15. Oktober 2020 in Miami, Florida: Donald Trump gegen Joe Biden, Moderator unbekannt
  • 22. Oktober 2020 in Nashville, Tennessee: Donald Trump gegen Joe Biden, Moderator unbekannt

Was ist mit den anderen Kandidaten?

Wer von der US-Wahl hört, könnte meinen, die USA hätten nur zwei Parteien: die republikanische sowie die demokratische. Tatsächlich gibt es andere Parteien, doch im Zwei-Parteien-System der Vereinigten Staaten haben diese kaum eine Chance, eigene Kandidaten zur Wahl zu bringen. Dafür haben sie eine andere Stärke: Als Drittparteien können sie trotzdem bei der US-Wahl Stimmen abgreifen und so die Wahl beeinflussen.

Laut Experten haben die Kandidatin der Libertären Partei Jo Jorgensen sowie der Kandidat der Grünen Howie Hawkins gute Chancen, Biden und Trump Stimmen zu klauen.

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Wie läuft die US-Wahl 2020 ab?

Das US-Wahlsystem ist komplizierter als beispielsweise das deutsche. Man spricht bei der US-Wahl von einer indirekten Wahl mit einem mehrstufigen Prozess. Der US-Präsident wird für vier Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich.

Am Wahltag, dem 3. November 2020, werden von der Bevölkerung die Wahlmänner und Wahlfrauen für das sogenannte "Electoral College" gewählt. Der Bürger oder die Bürgerin hat auf dem Wahlzettel zwar die Wahl zwischen zwei Kandidaten, indirekt wählt derjenige aber nur den Wahlmann oder die Wahlfrau des Kandidaten im Bundesstaat.

Insgesamt besteht das Wahlkollegium aus 538 Mitgliedern, die aus den 50 Bundesstaaten kommen. Je nach Grösse des Bundesstaats stellen diese eine bestimmte Anzahl an Wahlmännern und Wahlfrauen. Diese wählen dann den Präsidenten sowie seinen Vertreter – 41 Tage nach der offiziellen Wahl. In der Regel orientieren sich die Mitglieder bei der Wahl nach der eigenen Mehrheit in ihrem Bundesstaat.

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Wann ist die Amtseinführung des US-Präsidenten?

Seit 1933 beginnt die Amtseinführung - in den USA Inauguration Day genannt - des US-Präsidenten am 20. Januar um 12 Uhr mittags.

Welche Termine bis dahin wichtig werden:

  • 3./4. November 2020: Wahltag
  • 14. Dezember 2020: Das "Electoral College" wählt den Präsidenten und Vize-Präsidenten
  • 6. Januar 2021: Die Stimmen der Wahlmänner und -frauen werden ausgezählt.
  • 20. Januar 2021: Inauguration Day mit der Amtseinführungsfeier in Washington, D.C.

Wozu dienen die Vorwahlen in den Vereinigten Staaten?

Bevor die beiden Parteien der USA ihre Kandidaten vorstellen, müssen diese noch einige Hürden überwinden.

Während Trump bei den Republikanern keinen wirklichen Konkurrenten hatte, musste sich Joe Biden gegen Bernie Sanders bei den Vorwahlen beweisen. Der erste wichtige Termin war die Vorwahl in Iowa am 3. Februar 2020. Am 3. März kam es zum Super Tuesday. Einen Monat später entschied sich Bernie Sanders, sich aus dem Wahlkampf zurückzuziehen, sodass Joe Biden als einziger Kandidat der Demokraten übrig blieb. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden immer noch einige Vorwahlen verspätet statt, die letzte ist am 11. August in Conneticut, wenngleich die Kandidatur von Biden so gut wie fest steht.

Offiziell bestätigt ist er trotzdem noch nicht. Denn Donald Trump und er müssen auch noch auf den Parteitagen als offizielle Kandidaten ihrer Partei vorgestellt werden.

The winner takes it all: So funktioniert die US-Wahl

Alle vier Jahre bestimmen die Wahlberechtigten in einer indirekten Wahl den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wie die Wahl funktioniert und wieso man ohne Mehrheit der Wählerstimmen US-Präsident werden kann, erklärt dieses Video.

Wer darf in den USA wählen?

In den Vereinigten Staaten darf wählen, wer 18 Jahre alt und nicht vorbestraft ist. Das trifft auf ungefähr 291 Millionen Bürger und Bürgerinnen zu. Anders als in Deutschland, wo jeder Wahlberechtige eine Wahlaufforderung im Briefkasten findet, müssen sich die US-Bürger, die wählen wollen, extra registrieren. Diese Hürde lässt die Wahlbeteiligung massiv sinken.

Was sagen die Umfragen zur US-Wahl 2020?

In aktuellen Umfragen liegt Biden als Trump-Herausforderer deutlich vor seinem Konkurrenten. Durchschnittlich erreicht Biden 49 Prozent, Trump nur 39 Prozent. Experten sind sich aber sicher, dass sich diese Ergebnisse vor allem nach den TV-Duellen noch ändern können.

Zur Erinnerung: 2016 schnitt Trump in allen Umfragen gegenüber Clinton schlechter ab. Die US-Wahl gewann trotzdem der Republikaner.

Verwendete Quellen:

  • rnd.de: US-Wahl 2020: Wann und wie wählen die USA ihren Präsidenten?
  • augsburger-allgemeine.de: Wann ist die US-Wahl 2020? Termin, Kandidaten und Ablauf
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