Libyen

13 Tage nach der Rettung der ersten Menschen im Mittelmeer vor Libyen schlugen die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée am Donnerstag Alarm.

Nach vier Tagen dürfen die Migranten von dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi". Deutschland hat bei der Lösung eine entscheidende Rolle gespielt. Malta jedoch stellt eines klar.

Mehrere Schiffe mit geretteten Migranten an Bord warten bisher vergebens auf dem Mittelmeer auf einen sicheren Hafen. Einige Menschen brauchen besonders schnell Hilfe. In Frankreich und in Italien stehen weitere Schiffe zum Ablegen bereit.

Die "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete hat eine Aufnahme aller Flüchtlinge aus Libyen gefordert. "Die, die in Libyen sind, müssen dort sofort raus in ein sicheres Land", sagte Rackete in einem Interview.

Kurz nach ihrer Rückkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye mit ihrem Schiff "Alan Kurdi" 44 Migranten gerettet.

Tausende afrikanische Migranten treibt es auf ihrem gefährlichen Weg in Richtung Europa nach Libyen. Nun werden sie Opfer einer tödlichen Attacke im Kampf zwischen General Haftar und der Regierung in Tripolis. Diese spricht bei dem Angriff von einem "Kriegsverbrechen".

Kapitänin Carola Rackete hat das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Dort wurde die Deutsche sofort festgenommen und das Schiff beschlagnahmt. Damit ist eine neue Eskalationsstufe im Streit um die Seenotrettung erreicht. Das Ende zeigt, dass beide Seiten bereit sind, bis zum Äussersten zu gehen.

Seit acht Jahren kommt Libyen nicht zur Ruhe. In den komplizierten Konflikt sind auch europäische Staaten verstrickt. Es geht um Öl, regionalen Einfluss – und Flüchtlinge.

Es war absehbar, dass das Rettungsschiff einer deutschen Hilfsorganisation erneut im Meer ausharren muss. Jetzt liegt es unmittelbar vor Italien. Doch die populistische Regierung in Rom sieht die Niederlande am Zug.

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da ereignet sich das erste schlimme Bootsunglück mit Migranten. Das zeigt: Viele Menschen riskieren nach wie vor alles, um nach Europa zu gelangen. Und Hilfe war sogar schon unterwegs.

Zehntausende Migranten rettete die "Aquarius" aus dem Meer. Jetzt wurde der politische Druck zu gross. Die Hilfsorganisation beendet den Einsatz des Schiffes. Ein Zeichen der Zeit: Migranten will in Europa keiner haben. Sie sterben im Verborgenen.

Italien will sie partout nicht mehr auf dem Meer haben. Nun fordern Hilfsorganisationen die Regierung in Rom erneut heraus. Sie schicken ein neues Schiff aufs Meer.

Anfang September soll es im Mittelmeer zu einer schrecklichen Tragödie gekommen sein. Viele Flüchtlinge seien auf dem Weg von Libyen nach Europa gewesen, als ein Schlauchboot Luft verloren habe. Das Boot sank - viele Menschen starben.

Italiens Innenminister Matteo Salvini polarisiert mit einem drastischen Vorschlag, Österreichs Kanzler Sebastian Kurz legt nach: In der Debatte um die Aufnahme und Verteilung von Migranten verschärft sich der Ton.

Statt in Sizilien kommen Flüchtlinge und Migranten immer häufiger in Andalusien an. Die Flüchtlingsrouten im Mittelmeer scheinen sich stärker nach Westen zu verlagern. Doch so einfach ist es nicht.

Die libysche Küstenwache spielt eine immer grössere Rolle bei der Rettung von Migranten im Mittelmeer. Jetzt hat sie offenbar ein italienisches Schiff angewiesen, Gerettete in das Bürgerkriegsland zu bringen. Die Empörung ist gross.

Nach dem Fund einer toten Frau und eines toten Kleinkinds in einem kaputten Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste hat der Regierungschef des Landes die Küstenwache gegen Kritik verteidigt. Die Idee von EU-Flüchtlingszentren in Libyen lehnt er ab.

Italien fühlt sich in der Flüchtlingspolitik von seinen europäischen Nachbarn im Stich gelassen. Nun erhöht die neue Regierung mit dem scharfen Rechtskurs von Innenminister Matteo Salvini merklich den Druck. Am Samstagabend verkündete Premierminister Guiseppe Conte, dass auf einem Schiff ausharrende Asylbewerber, deren Aufnahme Rom seit Freitag verweigerte, nach Malta und Frankreich gebracht werden.

Die EU hat sich auf eine Verschärfung ihrer Asylpolitik geeinigt. Bereits jetzt zeigt die harte Politik gegen private Seenotretter Wirkung: Schiffe dürfen Häfen nicht verlassen. Auch ein Flugzeug einer deutschen Organisation wird aufgehalten. Der Kieler Seerechtsexperte Uwe Jenisch sieht die Helfer in einer schwierigen Situation.

Vergewaltigungen als Kriegswaffe sind auf dem Vormarsch: Dies das traurige Fazit von Expertinnen und Spezialisten an ...

Claus-Peter Reisch, der Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline" muss sich in Malta vor einem Gericht verantworten. Hintergrund der Vorwürfe ist eine angeblich nicht ordnungsgemässe Anmeldung des Schiffes. Währenddessen bahnt sich ein neues Flüchtlingsdrama vor der libyschen Küste an.

Als Donald Trump sein erstes Einreiseverbot verhängte, war das Entsetzen weltweit gross. Die Gegner lieferten sich einen zähen Rechtsstreit mit dem US-Präsidenten. Nun gibt es ein letztinstanzliches Urteil.

Im Asylstreit der Union meldet sich der ehemalige Aussenminister Sigmar Gabriel zu Wort. Er zeigt sich "fassungslos über so viel Leichtsinn". Und sieht ein klares Risiko.