Nach der Pleite gegen Frankreich kam die Nati gegen den krassen Aussenseiter Weissrussland zu einem nie gefährdeten Erfolg. Die Partie gegen das Schlusslicht war aber erneut kein spielerischer Leckerbissen. In den Spielen gegen die grossen Nationen muss die Leistungskurve endlich nach oben zeigen.

Keine 24 Stunden nach der ernüchternden Niederlage gegen Frankreich stand für die Nati schon die nächste Partie auf dem Programm - und diesmal entledigte sich die Schweiz der Pflichtaufgabe souverän.

Nach dem 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) gegen Schlusslicht Weissrussland hat die Schweiz nun gegen die vermeintlich leichten Gegner alle gespielt und ordentliche neun Punkte auf dem Konto. Die dürften allerdings auch zwingend notwendig sein, in den letzten drei Partien geht es immerhin noch gegen Kanada, Finnland und Tschechien.

Die eher überschaubaren Leistungen der letzten Spiele setzten sich auch gegen die Weissrussen fort. Im ersten Drittel hatte die Schweiz zwar viel Scheibenbesitz, wurde vor dem Tor aber nicht zwingend genug. Erst eine doppelte Überzahl gegen Ende des Abschnitts brachte die Erlösung.

Wenn selbst Powerplay nicht klappt

Nachdem das Powerplay bis dahin auch mal wieder kaum funktioniert hatte, staubte Reto Schäppi nach einem abgewehrten Untersander-Schlagschuss aus kurzer Distanz ab. Bis dahin war die Powerplay-Quote bei zwei aus 17 Versuchen bei diesem Turnier.

Auch im zweiten Drittel hielt sich das überschaubare spielerische Niveau auf beiden Seiten. Die Schweiz wollte, konnte aber nicht so recht. Und den Weissrussen fehlen auf diesem Niveau schlicht die Mittel, um wirklich Druck entfachen zu können.

So wurde es nur nach Einzelaktionen der Schweizer mal gefährlich vor dem Tor von Goalie Kevin Lalande. Nach einem Solo von Cody Almond stocherte Philippe Furrer den Puck aber hauchdünn am Tor vorbei.

Kaum verwunderlich, dass beim 2:0 die tatkräftige Mithilfe der Weissrussen nötig war. Die dritte Reihe, die bereits gegen Frankreich ganz gut drauf war, besorgte den Treffer. Simon Bodenmann kurvte um das gegnerische Tor, legte in den Slot zurück und Andres Ambühl feuerte im Fallen aufs Tor. Der Puck klatschte von der Latte zurück, Lalande unglücklich an die Fanghand und von dort ins Tor (36.).

Die völlig harmlosen Weissrussen kamen im zweiten Abschnitt auf mickrige vier Torschüsse, Schweiz-Goalie Leonardo Genoni, der erneut den Vorzug vor Jonas Hiller bekommen hatte, war nahezu beschäftigungslos.

Der Schlussabschnitt brachte auch keine neuen Erkenntnisse mehr. Die Schweiz verwaltete den Vorsprung souverän und unspektakulär und nutzte seine erste richtig gute Chance zur Entscheidung. Cody Almond kurvte von rechts vor das weissrussische Tor und versenkte den Puck unhaltbar (48.).

Der Rest war Auslaufen und Kräfteschonen auf beiden Seiten. Andrej Stas hatte noch eine vernünftige Chance für Weissrussland, die Genoni aber im kurzen Eck entschärfte. Die Weissrussen sind am Freitag wieder im Einsatz, dann gegen Gastgeber Frankreich.

Die Schweiz hat sogar noch einen Tag länger Pause und muss am Samstagnachmittag wieder ran. Dann gegen Turnierfavorit Kanada. Gegen den Titelverteidiger mit seiner starken Offensive muss eine andere Leistung her als in den ersten Spielen des Turniers. Nur dann hat die Schweiz die Chance, auch in diesem Spiel zu punkten.