Jérome Boateng spricht in einem Interview ausführlich über seine Situation beim FC Bayern. Dabei blickt er vor allem zurück in den vergangenen Sommer, als er unmittelbar vor einem Transfer zu PSG stand und der Wechsel in letzter Sekunde platzte. Doch was passiert in diesem Sommer: Bleibt er? Oder verlässt er den Deutschen Meister?

Mehr aktuelle News zur Bundesliga finden Sie hier

Jérome Boateng bricht sein Schweigen: Nachdem der FC Bayern seinem Innenverteidiger einen Wechsel nahelegt hat und es bereits Gerüchte über einen Transfer zu Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund gab, spricht der Innenverteidiger nun selbst - und stellt klar: Ich entscheide, wie es weitergeht!

Der ehemalige deutsche Nationalspieler will sich offenbar nicht aus München vergraulen lassen. Er könne sich "vorstellen, dass es auch beim FC Bayern weitergehen kann", sagt Boateng gegenüber dem "Kicker" (Ausgabe 45/2019 vom 31. Mai). "Warum nicht? Ich bin Fussballer, der FC Bayern ist ein grosser Verein."

Bei der Planung seiner weiteren Fussball-Karriere spiele allerdings auch seine Familie eine entscheidende Rolle. Schliesslich müsse er berücksichtigen, dass seine Kinder in München zur Schule gehen. "Ich werde hier bestimmt nicht wegrennen. Situationen verändern sich schnell."

Transfer zu PSG auf der Zielgeraden - und plötzlich kommt alles anders

Dass sich Situationen schnell verändern können, ist gerade im Fussball-Geschäft kein Geheimnis. Boateng selbst hat diese Erfahrung auch schon gemacht - etwa im vergangenen Sommer, als er unmittelbar vor einem Transfer zum französischen Serienmeister Paris Saint-Germain stand, der Wechsel in letzter Sekunde aber doch noch platzte, wie er nun dem "Kicker" verrät.

"Falls der richtige Klub kommt und das Geld stimmt", dürfe Boateng den FC Bayern, an den er noch bis 2021 gebunden ist, verlassen, hiess es damals seitens der FCB-Verantwortlichen, sagt Boateng. Er habe "im Sommer 2018 nicht umsonst intern gesagt, dass ich unbedingt wegwollte" - und dafür auch die Zusage bekommen.

Paris wollte Boateng, und der Innenverteidiger wollte nach Frankreich. Der Verein von Trainer Thomas Tuchel hatte eine Ablöse geboten, die sich inklusive Bonuszahlungen auf 40 Millionen Euro addiert hätte. Doch die Bayern lehnten ab, drei Tage vor Ende des Transferfensters.

Noch am Abend des Spiels gegen den BVB hat Bayern-Spieler Jerome Boateng eine Party veranstaltet. Der bereits im Vorfeld geplante Termin kam bei der Vereinsführung nicht besonders gut an.

Jérome Boateng: "Ich war mit dem Kopf schon weg"

"Bitte, lasst mich gehen! Ich muss weg. Ich brauche eine neue Herausforderung", habe Boateng gefleht. Doch der FC Bayern liess ihn nicht ziehen. Boateng erzählt: "Sie sagten, der Trainer will dich unbedingt halten; für ihn bist du die Nummer eins in der Abwehr." Daraufhin habe Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mehrmals wiederholt, dass er Boateng unter diesen Gegebenheiten nicht mehr freigeben könne. Der Innenverteidiger habe sich "für die Wertschätzung" bedankt - und gleichzeitig klargestellt: "Ich will trotzdem gehen. Unbedingt." Seine Wechsel-Absichten: "Ich brauchte einen neuen Impuls".

Doch Boateng musste bleiben. Ein harter Schlag für den 30-Jährigen. "Das war erst mal schwer zu verarbeiten", sagt Boateng. "Ich war mit dem Kopf schon weg. Wenn du eine so sichere Zusage bekommst und eine adäquate Summe gezahlt wird, es plötzlich aber Nein heisst, bricht etwas in dir zusammen. So ohne Weiteres ging das nicht spurlos an mir vorbei."

China? USA? Für Boateng kommen nur Spitzenmannschaften infrage

Mittlerweile hat Boateng den geplatzten Transfer verarbeitet. Er blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. "Ich bin Fussballer. Ich brenne immer noch. Ich bin heiss", betont er. Ein Wechsel in eine schwächere Liga, etwa nach China oder in die USA, komme für ihn überhaupt nicht infrage.

"Ich habe ganz klare sportliche Erwartungen und Ziele", sagt Boateng. "Ich möchte noch einmal meine Klasse nachweisen nach den Enttäuschungen dieser Saison und zeigen, dass ich zu den drei Top-Innenverteidigern der Welt gehöre. Ich weiss, was ich kann. Und wenn ich einen Verein und einen Trainer habe, die mir Vertrauen geben, weiss ich, wie ich spiele."

Verwendete Quellen:

  • Kicker-Ausgabe 45/2019: "Ich brenne immer noch. Aber ich wurde gebremst."
Bildergalerie starten

Bayern München wird 1969 mit nur 13 eingesetzten Spielern Deutscher Meister

Heute unvorstellbar: Nach seiner ersten Meisterschaft im Jahre 1932 wartet der FC Bayern München 37 Jahre lang auf die zweite. Vier Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga gelingt dem neuen Trainer Branko Zebec der Coup mit einem Mini-Kader. Lernen Sie die Spieler von einer ganz persönlichen Seite kennen.