Hannover schöpft neues Selbstvertrauen: mit einem 2:1-Sieg im Niedersachsen-Derby gelingt den 96ern der zweite Saisonsieg.

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Erst der 19-jährige Linton Maina per Volleyschuss, dann der starke Ihlas Bebou vom Elfmeterpunkt: Hannover 96 hat in der Fussball-Bundesliga einen wichtigen Derbysieg und das vorläufige Ende seiner sportlichen Krise gefeiert. Die beiden auffälligsten Spieler des Abends trafen am Freitag zum 2:1 (1:0)-Erfolg des Tabellen-16. gegen den VfL Wolfsburg. Angesichts des schwachen Saisonstarts und der ständigen Querelen zwischen Clubchef Martin Kind und einer vereinsinternen Opposition war dies ein wichtiger Sieg für Hannover, um die Stimmung im Club vor der Länderspielpause wenigstens halbwegs zu beruhigen.

Nach nur einem Sieg in den vergangenen neun Spielen der Fussball-Bundesliga gerät nun aber langsam auch der VfL Wolfsburg wieder in Bedrängnis. Der VW-Club, der durch Wout Weghorst per Foulelfmeter nur noch zum Anschlusstreffer kam (82.), liegt nur noch drei Punkte vor dem niedersächsischen Rivalen.

Kind gibt den Kurs vor

"Wir kennen die Punktzahl. Wir kennen die Tabelle. Wir wissen, dass jetzt ein Sieg notwendig ist", hatte Kind gefordert. Entsprechend engagiert gingen die Hannoveraner trotz ihrer Verletzungsprobleme zu Werke. Trainer André Breitenreiter musste auf Torjäger Niclas Füllkrug (Knie), Mittelfeldstratege Pirmin Schwegler (Sprunggelenk) und Verteidiger Felipe (Muskelfaserriss) verzichten - mit grossem Kampfgeist machten die Gastgeber die technische Überlegenheit des VfL aber wett.

Einziges Manko war die Chancenverwertung. Allein Ihlas Bebou hatte in den ersten 45 Minuten noch zwei Riesenchancen, als er jeweils freistehend an Wolfsburgs Keeper Koen Casteels scheiterte (24. und 35.). Bebou war es aber auch, der den Führungstreffer in der 31. Minute mit einer feinen Flanke vorbereitete. Der 19-Jährige Maina traf schliesslich per Volleyschuss und markierte sein erstes Tor im siebten Bundesliga-Spiel. Der gebürtige Berliner war aus der Hannoveraner Jugend zu den Profis gekommen und gehört zu den hoffnungsvollen Talenten.

Bebou trifft vom Punkt

Und Bebou behielt schliesslich im zweiten Durchgang vom Elfmeterpunkt die Nerven, nachdem Marvin Bakalorz von William gefoult worden war (63.). Für den Ex-Düsseldorfer war es das dritte Saisontor.

Dass das Niedersachsen-Derby zu einem unterhaltsamen Spiel wurde, lag aber auch an den Wolfsburgern. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia hatte in der ersten Halbzeit auch eine starke Phase und wähnte sich nach einem Tor von Yunus Malli bereits in Führung (18.). Doch nach Intervention des Video-Schiedsrichters annullierte Referee Marco Fritz korrekterweise den Treffer, weil zuvor ein Handspiel von Yannick Gerhardt vorlag.

Brekalo lässt Riesenchance zum Ausgleich liegen

Malli war im Vergleich zum 2:0 im DFB-Pokal vor zehn Tagen in Hannover für den an der Wade verletzten Admir Mehmedi ins Team gerückt und gehörte zu den Aktivposten. Zwei weitere Torchancen besass Stürmer Daniel Ginczek, der zweimal gefährlich vor dem Tor auftauchte (15. und 20.). Umso verärgerter war Labbadia, dass sich der VfL Mitte der ersten Halbzeit derart in die Defensive drängen liess.

Zur zweiten Halbzeit brachte Wolfsburg zwei neue Spieler, Youngster John Yeboah und Josip Brekalo. Und plötzlich war die Labbadia-Elf wieder am Drücker - mit riesigen Chancen: Erst Marcel Tisserand (51.), dann Jerome Roussillon (54.) und schliesslich zweimal Brekalo (54. und 56.) vergaben beste Möglichkeiten. Das sollte sich kurz darauf rächen, als 96 per Elfmeter traf. Nach dem Anschlusstor per Elfmeter reichte es aber trotz einer Riesenchance von Brekalo (90.+1) nicht mehr zum Punktgewinn. (mss/dpa)

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