• Karim Adeyemi sichert RB Salzburg einen Heimsieg geegen OSC Lille.
  • Der heimische Serienmeister setzt sich vor Sevilla und Wolfsburg an die Spitze von Gruppe G.

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Salzburg hat in der Fussball-Champions-League weiter realistische Chancen auf den erstmaligen Aufstieg in die K.o.-Phase. Am Mittwoch holte der heimische Serienmeister einen 2:1-(1:0)-Heimsieg über Frankreichs Meister Lille und setzte sich vor Sevilla und Wolfsburg (je 2 Punkte) an die Spitze von Gruppe G. Ein Elfmeter-Doppelpack von Jungstar Karim Adeyemi (35., 53.) machte den verdienten Erfolg perfekt und bedeutete auch die gelungene Bewältigung des Elfertraumas von Sevilla.

Zwei Wochen davor hatten sowohl Adeyemi als auch Luka Susic je einen Elfer verschossen, einzig Susic beim 1:1 gegen die Spanier getroffen. Damals war der erste Erfolg über ein Team aus den Top-Fünf-Ligen (Deutschland, England, Spanien, Italien, Frankreich) noch knapp verpasst worden, am Mittwoch war es dann nach den Siegen über Genk (2019/20) und Lok Moskau (2020/21) wirklich soweit. Auch wenn es durch einen Treffer von Burak Yilmaz (62.) unter tatkräftiger Mithilfe von Salzburg-Goalie Philipp Köhn noch einmal spannend wurde. In drei Wochen, am 20. Oktober, wartet wieder zuhause das Duell mit dem VfL Wolfsburg, der am Mittwoch zuhause gegen Sevilla 1:1 spielte.

Weil Abwehrchef Maximilian Wöber wieder rechtzeitig fit geworden war, musste Jaissle im personell ausgedünnten Defensivzentrum nicht auf die Paarung Bernardo/Jerome Onguene zurückgreifen. Wöber agierte also an der Seite von Onguene, der wiederum den lange verletzten Oumar Solet vertrat. Es war eine von zwei Veränderungen im Vergleich zum 1:1 gegen Sevilla. Die zweite: Im Sturm agierte diesmal Noah Okafor anstelle Benjamin Seskos gemeinsam mit Adeyemi.

Vor 24.207 Zuschauern entspann sich ein flottes Duell zweier recht diszipliniert agierender Teams, die sich wenig Raum liessen. Echte Chancen waren Mangelware, einmal prüfte Okafor die Aufmerksamkeit von LOSC-Goalie Ivo Grbic (12.), der erst bei einem Adeyemi-Flachschuss etwas mehr gefordert war (26.). Lille verzeichnete einzig Kopfbälle der beiden Innenverteidiger Sven Botman (23.) und Kapitän Jose Fonte (25.) neben das Tor. Die Lille-Offensive um Oldie Yilmaz (36) machte trotz eines leichten Plus in Sachen Ballbesitz keinen Stich.

Adeyemi macht mit seiner Schnelligkeit den Unterschied

Bald nach Halbstundenfrist war es dann Adeyemi, der mit seiner Schnelligkeit einmal mehr den Unterschied machte. Infolge eines schnellen Konters über Aaronson konnte Sven Botman den pfeilschnellen Deutschen nur mit einem Foul im Strafraum vom runden Leder trennen, auch wenn die Elferentscheidung Schiedsrichter Halil Meler nicht leicht fiel. Denn Botman traf Adeyemis Oberschenkel nur knapp bevor er den Ball spielte.

Nach langer Konsultation der VAR-Bilder zeigte der Türke schliesslich auf den "Punkt", Adeyemi stellte auf 1:0. Auch wenn Grbic am links oben geschossenen Strafstoss noch dran war: Das Deja-vu vom Sevilla-Spiel, als er seinen ersten Elfer vergeigte, blieb ihm diesmal erspart. Quasi als Bonus stellte der DFB-Teamkicker einen Rekord von Arjen Robben mit dem vierten herausgeholten Elfer (dreimal in Sevilla) in einer CL-Saison ein.

Lille drohte nach dem Heim-0:0 gegen Wolfsburg die nächste Enttäuschung, Salzburg hätte die Partie sogar noch vor der Pause fast vorentschieden: In einer Doppelchance scheiterte erst Rasmus Kristensen mit einem Köpfler an die Stange, im Nachsetzen traf Wöber das Aussennetz (41.). Und in der Nachspielzeit wurde ein aussichtsreicher Adeyemi-Schuss von Fonte am Fünfer geblockt.

Salzburg wollte nach Seitenwechsel keine Zweifel aufkommen lassen und belohnte sich nach einer frühen Drangphase. Diesmal war der Elfer sofort klar, der sich wegdrehende Yilmaz hatte einen Wöber-Freistoss klar mit dem Ellbogen berührt. Bei seinem zweiten Versuch düpierte Adeyemi Grbic schliesslich mit einem feinsäuberlichen Schuss in die Tormitte, die Partie schien gelaufen.

Doch Köhn machte sie noch einmal spannend. Einen halbhoch geschossenen Freistoss bugsierte sich der 23-Jährige selbst ins Tor, die Hausherren rangen nur ganz kurz um ihre Fassung. Lille tauchte - nach einigen Wechseln in der Offensive deutlich belebt - öfter vorne auf, verzeichnete aber bis zum Abpfiff keine einzige gute Einschussmöglichkeit. Auch im Finish liess sich Salzburg nicht mehr düpieren und spielte den Sieg mit grossem Kampfgeist souverän nach Hause. (ash/apa)

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