Die Dortmunder trauern der vermutlich grössten Titelchance der Saison nach. Kapitän Emre Can spricht von einem "extrem schlechten" Auftritt, Torhüter Kobel warnt beim Blick auf die Bundesliga-Tabelle. Sportdirektor Kehl hofft nach dem Pokal-Aus auf eine Reaktion.

Mehr News zum DFB-Pokal

Kapitän Emre Can hat nach dem ängstlichen und "extrem schlechten" Auftritt von Borussia Dortmund beim Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal in Stuttgart (0:2) Alarm geschlagen. "Wir sind Dortmund, eine grosse Mannschaft – so müssen wir auftreten, das machen wir momentan nicht", sagte Can bei Sky und ergänzte im ZDF: "Da muss mehr kommen! Wir müssen uns zusammensetzen, so kann es nicht weitergehen."

Der BVB liegt nur in der Champions League im Soll, wo das Achtelfinal-Ticket in einer sehr anspruchsvollen Gruppe mit Paris St. Germain, Newcastle United und der AC Mailand vorzeitig gebucht wurde. Im Pokal ist die Titelchance dahin, in der Bundesliga bei zehn Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen nur noch minimal.

Can: Auftritt beim VfB war "eine Katastrophe"

"Ehrlich, es muss sich sehr, sehr viel verbessern", sagte Can, nahm Trainer Edin Terzic aber von seiner kritischen Analyse aus. "Wir reden immer von Taktik oder der Formation, aber jeder Spieler sollte sich an die eigene Nase fassen, seine Leistung analysieren, ich als erstes. Es ist zu wenig, wir investieren zu wenig, pressen zu wenig, sind mit Ball nicht mutig genug." Fussballerisch sei der Auftritt beim VfB "eine Katastrophe" gewesen, "es hat vorne und hinten gefehlt", monierte Can.

Aber warum nur dieser mutlose Auftritt? "Wir haben schon gezeigt, was wir können, ich würde sagen, es ist keine Qualitätsfrage", meinte Can. Was dann? "Ich weiss nicht, wie man das nennt, vielleicht Einstellungsfrage."

"Tut unfassbar weh": BVB leidet

"Es tut unfassbar weh, dass wir dieses Jahr wieder eine Riesenchance liegen lassen haben", sagte auch Torhüter Gregor Kobel nach der verdienten Niederlage beim VfB Stuttgart. Den Pokal zu gewinnen, müsse immer das Ziel des Clubs sein, erklärte der Schweizer. Der Weg dorthin sei angesichts der vielen ausgeschiedenen Bundesligisten ein vermeintlich einfacher gewesen.

"Die Saison ist lang. Das merkst du immer wieder. Das Spiel am Samstag entscheidet jetzt nicht die ganze Saison", sagte Keeper Kobel. Er fügte aber auch hinzu: "Wir müssen extrem aufpassen, dass wir da den Anschluss nicht verlieren. Das startet mit dem nächsten Spiel." Die Stimmung sei nach dem erneut ganz schwachen Auftritt in Stuttgart "schon kacke", so der 26-Jährige. Vor dreieinhalb Wochen hatte der BVB bereits in der Liga beim VfB verloren.

"Wir haben häufig genug gezeigt, dass wir auch eine Reaktion zeigen können", sagte Sportdirektor Sebastian Kehl mit Blick auf das Leipzig-Spiel. Da müsse man aber "eine bessere Leistung bringen, um zu bestehen". Den taktisch defensiven Ansatz von Trainer Edin Terzic, der in Stuttgart mit Dreier-/Fünferkette hatte verteidigen lassen, verteidigte Kehl. (SID/dpa/tas)

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.

Teaserbild: © picture alliance / Eibner-Pressefoto/Michael Weber