• Dänemark darf weiter vom EM-Titel träumen.
  • Nach einer sehr guten ersten Halbzeit gegen Tschechien stehen die Dänen im Halbfinale der EM.
  • Tschechien drückt lange auf den Ausgleich, vergibt jedoch einfach zu viele Chancen.

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Dänemark hat auf seiner emotionalen EM-Reise den nächsten Höhepunkt erlebt und darf 29 Jahre nach dem Überraschungstriumph nun sogar vom zweiten Titel träumen. Dank einer starken ersten Halbzeit gewann das Team von Trainer Kasper Hjulmand das Viertelfinale zweier Aussenseiter gegen Tschechien am Samstag in Baku vor 16 306 Zuschauern mit 2:1 (2:0) und steht erstmals seit 1992 wieder unter den besten Vier.

Angetrieben von gut 1000 mitgereisten Fans, die auch eine Botschaft an Christian Eriksen richteten, erzielten Borussia Dortmunds Thomas Delaney (5. Minute) per Kopf und Kasper Dolberg (42.) nach Traumflanke von Joakim Maehle die Tore für Dänemark. Die Skandinavier treffen nun am Mittwoch in London auf den Sieger der Partie zwischen England und der Ukraine. Für die Tschechen war auch der fünfte Turniertreffer von Bayer Leverkusens Patrik Schick (49.), durch den dieser den EM-Landesrekord von Milan Baros egalisierte, zu wenig.

Poulsen wieder nur auf der Bank

In der Neuauflage des EM-Viertelfinals von 2004, das Tschechien seinerzeit mit 3:0 gewonnen hatte, trauten beide Trainer ihren zuletzt angeschlagenen Bundesliga-Profis Vladimir Darida und Yussuf Poulsen nur Joker-Rollen zu. Jaroslav Silhavy setzte seinen etatmässigen Kapitän Darida von Hertha BSC ebenso nur auf die Bank wie sein dänischer Gegenüber Hjulmand den Leipziger Stürmer Poulsen. Beide hatten sich im Vorfeld der Partie fit gemeldet.

In der schwülen Abendhitze von Baku waren die dänischen Fans auf den Tribünen in der Überzahl. Viele hatte sich den Tag über schon im Park Khagani Garden der Hauptstadt Aserbaidschans warmgefeiert. Der Verband hatte 50 der treuesten Anhänger das Flugticket und die Eintrittskarte für das Viertelfinale spendiert, mehr als 1000 Fans nahmen die weite Reise ans Kaspische Meer auf sich.

Erneut Botschaft an Eriksen

Die emotionale Bindung zwischen Anhängern und Mannschaft war während des Turniers durch das Drama um Eriksen, der im ersten Spiel fast gestorben wäre, noch enger geworden. In einem Block mit dänischen Fans hing ein Plakat mit der Aufschrift: "FOR CHRIS10AN". Vor dem Spiel wurde auf dem Rasen wie bei vorigen Partien ein Trikot mit dessen Nummer 10 ausgebreitet.

Die Dänen übernahmen dann auch die Initiative im Spiel, liessen den Ball schön laufen und erzielten bereits nach fünf Minuten und der ersten, allerdings umstrittenen Ecke das 1:0. Der Dortmunder Delaney kam nach der Hereingabe von Jens Stryger Larsen frei zum Kopfball und versenkte den Ball als Aufsetzer unhaltbar im Tor der Tschechen. Kurz darauf hatte Mikkel Damsgaard nach einem Konter die Chance zu 2:0. Doch Vladimir Coufal fing den Ball für den geschlagenen Keeper Tomas Vaclik vor der Linie ab. In der 17. Minute zischte ein Ball von Delaneys Knie knapp am Pfosten vorbei.

Tschechien nach Rückstand besser im Ziel

Nach gut 20 Minuten hatten auch die Tschechen ihre erste Chance. Dänemarks Torhüter Kasper Schmeichel spielte einen schlechten Pass, der bei Lukas Masopust landete. Dieser bediente Tomas Holes, der aber an dem schnell reagierenden Schmeichel scheiterte. Insgesamt kam Tschechien nach dem Rückstand besser ins Spiel. Allerdings war Schick zu Beginn noch abgemeldet. Die Dänen verlegten sich auf Konter. Bei der dieser Gelegenheiten fiel das 2:0. Der Ex-Bremer Jannik Vestergaard spielte einen Steilpass auf Maehle, der mit dem Aussenrist von links in den Strafraum flankte. Dort brauchte Dolberg nur noch den Fuss hinzuhalten.

Die Tschechen drängten nach der Pause auf den Anschlusstreffer. Nachdem Schmeichel noch grossartig einen Schuss von Antonin Barak (47.) parierte, war er kurz darauf gegen den Abschluss von Schick zum 1:2 (49.) machtlos, als dieser eine Hereingabe von Coufal platziert ins Tor schoss. In der mit zunehmender Spielzeit zerfahrener werdenden Partie hatte der eingewechselte Poulsen in 78. Minute die Chance zur Vorentscheidung, doch Vaclik parierte bravourös. In der Schlussphase verstärkten die Tschechen ihre Ausgleichsanstrengungen, auch Darida durfte aufs Feld. Doch auch die letzten verzweifelten Angriffsversuche bleiben erfolglos - die dänische Party auf der Tribüne konnte starten. (dpa/ska)

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