• Am Sonntag unterlag England Italien im EM-Finale im Elfmeterschiessen.
  • Drei schwarze Spieler des englischen Teams, die nicht trafen, sahen sich anschliessend in den sozialen Netzwerken rassistischen Beleidigungen gegenüber.
  • Einer von ihnen, der 23-jährige Marcus Rashford, entschuldigte sich nun öffentlich.

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Drei schwarze englische Spieler verschossen im EM-Finale gegen Italien am Sonntag (11. Juli) ihre Elfmeter. Nachdem sich anschliessend in den sozialen Netzwerken rassistische Beleidigungen gegen die Fussballprofis verbreiteten, meldete sich nun einer von ihnen bei Twitter zu Wort.

"Ich weiss nicht, wo ich anfangen soll und ich weiss nicht, wie ich in Worte fassen soll, was ich in genau diesem Moment fühle", begann Rashford die bewegenden Zeilen, die er am Montag (12. Juli) bei dem Kurznachrichtendienst hochlud. "Alles, was ich fürs Team beitragen sollte, war ein Elfmeter. Ich versenke Elfmeter im Schlaf, warum also nicht diesen einen?" Die tragische Szene habe sich seit dem entscheidenden Moment immer und immer wieder in seinem Kopf abgespielt, erklärte der Stürmer weiter. "Alles, was ich sagen kann ist, es tut mir leid."

Marcus Rashford: "Werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und woher ich komme"

In seinem Post nahm der 23-Jährige auch Stellung zu den rassistischen Beleidigungen gegen ihn und seine Team-Kollegen Bukayo Saka und Jadon Sancho. "Mein Elfmeter war nicht gut genug, der Ball hätte reingehen müssen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und woher ich komme", ist in Rashfords Eintrag weiter zu lesen. Er habe das englische Wappen der "Three Lions" ("Drei Löwen") nie mit mehr Stolz vor seiner Familie und den Zehntausenden Zuschauern im Wembley-Stadion getragen - weshalb er sich gefühlt habe, "als hätte ich meine Freunde enttäuscht. Ich fühlte mich, als hätte ich alle enttäuscht".

Marcus Rashford steht aktuell bei Manchester United unter Vertrag. Als Teil der englischen Nationalmannschaft hatte er es bei der EM 2020 bis ins Finale geschafft und damit grosse Euphorie in seiner Heimat ausgelöst. Die schlug jedoch in Hass um, nachdem er im Spiel in Wembley einen entscheidenden Elfmeter verschoss und somit Italien zum Titel verhalf.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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