• Manchester United tritt auch einige Wochen nach der Verpflichtung von Interimstrainer Ralf Rangnick weiterhin auf der Stelle.
  • Immer mehr Spieler drücken ihren Unmut über mangelnde Einsätze aus und ziehen einen Vereinswechsel in Betracht. So wohl auch Superstar Cristiano Ronaldo.
  • Rangnick gibt sich weiterhin betont ruhig, macht nach der ersten Liga-Niederlage unter seiner Regie aber auch keine falschen Versprechungen im Hinblick auf die Saisonziele.

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In den ersten Wochen nach seiner Ankunft bei Manchester United wurde Ralf Rangnick noch als ausgefuchster Taktiker und Stratege gefeiert, mittlerweile ist rund um das altehrwürdige Old Trafford aber die Anfangseuphorie verflogen und die graue Realität wieder omnipräsent. Das ist trotz acht ungeschlagenen Spielen seit der Machtübernahme des 63-Jährigen spätestens nach der ersten Niederlage gegen die Wolverhampton Wanderers klar.

"Wenn ich mit dem Blick auf die heutige Leistung sage, dass wir zu 100 Prozent überzeugt sind, Vierter zu werden, weiss ich nicht, ob die Leute das glauben", erklärte Rangnick nach der Partie mit Blick auf das Rennen um die Champions-League-Plätze: "Ich wusste, dass es schwierig wird. Darum haben sie mich geholt", ergänzte Rangnick.

Der englische Rekordmeister ist nun bereits 22 Punkte hinter Spitzenreiten Manchester City und musste auch im Kampf um die Königklasse erneut einen herben Dämpfer hinnehmen. Platz sieben in der Tabelle kann den gewohnt hohen Ansprüchen der Entscheidungsträger der "Red Devils" nicht genügen.

Versäumnisse von Vorgänger Solskjaer bleiben bestehen

Auch wenn so mancher Anhänger versucht hatte, es sich schön zu reden: Selbst der neue Trainer kann die tiefgreifenden Defizite der Mannschaft und Versäumnisse unter Vorgänger Ole-Gunnar Solskjaer nicht binnen kürzester Zeit abstellen.

Besonders die Abstimmung und Balance zwischen Offensive und Defensive bereitet weiterhin grosse Probleme: "Wir haben die gleichen Probleme gezeigt, wie sie die Mannschaft drei oder vier Wochen, bevor ich kam, hatte", so Rangnick weiter. Noch immer lässt Manchester nach wie vor vermissen, was das Team über Jahre zu einer der Topmannschaften Europas gemacht hat: eine klare Spiellinie und eine konsequent verfolgte Marschroute auf und neben dem Platz. Diesbezüglich bleibt Rangnick realistisch: "Das Spiel heute hat gezeigt, dass noch ein paar Schritte zu gehen sind."

Während es auf dem Platz derzeit nicht stimmt, rumort es auch immer mehr in der Kabine. Zahlreiche unzufriedene Spieler, die sich lautstark zu Wort melden und damit drohen, den Verein verlassen zu wollen, erleichtern Rangnick nicht gerade die Arbeit. Mit dabei einer der absoluten Leader der Mannschaft.

Ronaldo wird in Manchester zum Problemfall

Im Sommer noch als gefeierter Held zu seiner alten Liebe zurückgekehrt, einige Monate später im Zentrum der Kritik. Laut "The Sun" soll Superstar Cristiano Ronaldo in Manchester nicht mehr unumstritten sein. Berichte über ein Zerwürfnis mit seinem Trainer machen die Runde.

Grund genug für den Superstar, um dem Bericht zu Folge seinen Berater Jorge Mendes nach Manchester einzufliegen und ein Krisenmeeting ob der aktuellen Lage und seiner Zukunft im Klub abzuhalten. "CR7" soll nicht angetan sein von seinem neuen Übungsleiter und dessen Spielidee.

So könne der Portugiese mit dem intensiven Pressing des ehemaligen Machers der TSG Hoffenheim und von RB Leipzig nichts anfangen und knüpft seine persönliche Zukunft in Manchester laut "Daily Star" direkt an die Personalie Rangnick. Sollte der Interimstrainer über das Saisonende hinaus weiterhin im Amt bleiben, sei mit einem frühzeitigen Abgang des Portugiesen zu rechnen.

Doch Ronaldo ist längst nicht der einzige Spieler, der seinen Unmut kundtut.

Zahlreiche Spieler unzufrieden über Einsätze

Wie die "BBC" berichtet, sollen gleich mehrere Spieler mit ihrer mangelnden Spielzeit unter Rangnick hadern. Jesse Lingard, Donny van de Beek, Dean Henderson, Eric Bailly und Juan Mata sind demnach unzufrieden mit ihrer Rolle im Team und kokettieren mit einem Vereinswechsel. Stürmer Anthony Martial hat um seinen Abschied gebeten, die Verhandlungen mit Sevilla dauern weiter an.

Rangnick ermahnte seine unzufriedenen Spieler zur Professionalität und verweist auf den grossen Kader: "Ich meine, das ist nicht nur ein Problem für einen Klub wie Manchester United, wenn man einen so grossen Kader hat. In den letzten beiden Spielen hatten wir die meisten Spieler zur Verfügung", wird Rangnick von "The Athletic" zitiert.

Gerüchten, dass der Trainer den Zugang zu seiner Mannschaft langsam verlieren, widerspricht der Trainer entschieden. Auch wenn die Anzeichen dafür immer deutlich werden.

Rangnick fokussiert sich trotz allen Gegenwinds darauf, wofür er auch geholt wurde: Ruhe bewahren und den Fokus auf die bestmögliche Arbeit mit den vorhandenen Spielern legen. Auch, wenn diese Aufgabe nach eigener Aussage keine leichte ist.

Verwendete Quellen:

  • thesun.co.uk: 'NOTHING RULED OUT' Cristiano Ronaldo holds crisis talks with agent Jorge Mendes with Portugal star concerned about Man Utd struggles
  • dailystar.co.uk: Four managers Cristiano Ronaldo would stay at Man Utd for as he considers quitting club
  • bbc.com: Manchester United: Ralf Rangnick urges unhappy players to be professional
  • theathletic.com: Ralf Rangnick downplays talk of Manchester United dressing room divide
  • Rangnick Zitate: dpa-Meldung vom 04.01.
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