Die National Basketball Association hat ein umfangreiches Konzept vorgelegt, wie die laufende Saison trotz Coronakrise zu Ende gespielt werden kann. Smarte Technologien spielen dabei eine Schlüsselrolle. Kritik kommt von den Spielern.

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Die NBA hat ehrgeizige Pläne, wenn es darum geht, ihre Spieler und Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen. Die US-Basketball-Liga will mit Hilfe von Wearables und Big Data zur Eindämmung des Virus beitragen.

Konkret sollen alle Beteiligten unter anderem mit einem Smart-Ring ausgestattet werden, wie aus dem Gesundheits- und Sicherheitskonzept der Liga hervorgeht, das dem US-Sender CNBC und "The Athletic" (Bezahlinhalt) vorliegt.

Demnach soll zudem jeder Spieler und Mitarbeiter mit einem Pulsoximeter und einem Smart-Thermometer ausgestattet werden. Hinzu kommt ein Disney MagicBand. Es enthält einen RFID-Chip und fungiert etwa als Hotelzimmerschlüssel und Eintrittskarte. Disney ist deshalb involviert, weil die Saison im Sportkomplex "Disney’s Wide World of Sports" in Orlando zu Ende gespielt werden soll.

Angesetzt ist die Rückkehr der Liga für den 31. Juli. 22 der eigentlich 30 NBA-Teams werden dort einziehen und jeweils acht Matches bestreiten, bevor es an die Playoffs geht. Insgesamt zehn Wochen sollen Spieler und Betreuer in dem hermetisch abgeriegelten Komplex - der "Bubble" - bleiben.

"Keiner sagt, dass das eine garantiert infektionsfreie Umgebung sein wird", sagte Michele Roberts, Direktorin der National Basketball Players Association der Agentur The Associated Press. "Aber wo sollen wir denn sonst hin?" Schliesslich gebe es im ganzen Land keinen Platz, der absolut sicher sei.

Die Spieler entscheiden selbst, ob sie in die "Bubble" einziehen. Wer sich dafür entscheidet, muss sich laut CNBC umfangreichen Tests unterziehen und sich an strikte Regeln halten. Besucher sind nicht erlaubt, und auch Familienmitglieder dürfen das Gelände erst ab Ende August betreten.

"Ich glaube, wir kriegen das hin", sagte der Besitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban, dem Sender. "Wir tun alles menschenmögliche, damit die Leute sicher sind. Und ich glaube, das wird klappen."

Smart-Ring ist der Schlüssel des Konzepts

Der Ring verfügt unter anderem über drei LED-Sensoren.

Eine grosse Rolle im Sicherheitskonzept der NBA spielt der Smart-Ring Oura der gleichnamigen Firma. Das Wearable misst die Körpertemperatur, die Lungenfunktion und den Puls - drei Parameter, die Aufschluss über eine Infektion geben können.

Einer vom Hersteller beauftragten Studie des Rockefeller Neuroscience Institute der Universität West Virginia zufolge sollen die Ringe sogar in der Lage sein, Symptome von COVID-19 drei Tage im Voraus mit 90-prozentiger Sicherheit vorherzusagen.

Die Ringe bestehen aus Titan, sind wasserdicht und wiegen je nach Grösse zwischen vier und sechs Gramm. Ihr Akku hält bis zu sieben Tage. Aufgeladen werden die Ringe kabellos über ein elektromagnetisches Feld.

In ihren Funktionen ähneln die Ringe grösseren Fitness-Trackern. Sie enthalten Infrarot-LED-Sensoren, drei Sensoren für Körpertemperatur, einen Beschleunigungsmesser sowie ein Gyroskop.

Laut "The Athletic" wird das Tragen der Ringe optional sein. Die gesammelten Daten werden der Universität Michigan zur Verfügung gestellt, um einen generellen Überblick über den Gesundheitszustand jeder einzelnen Person zu behalten.

Dem Konzept zufolge soll jeder Spieler vollen Zugriff auf die über ihn gesammelten Daten erhalten. Mitarbeiter werden nur dann informiert, wenn eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich ein Spieler infiziert hat, oder aber er Symptome zeigt.

MagicBand soll ebenfalls helfen, Corona-Infektionen zu verhindern

Dient das MagicBand von Disney in der Regel dazu, Besucherinnen und Besuchern Zugang zu ihren Hotelzimmern und Attraktionen zu gewähren, soll es im Fall der NBA-Spieler auch für Check-ins an Sicherheitskontrollpunkten und bei Corona-Screenings verwendet werden.

Zudem könnte das Band beim Nachvollziehen von Kontakten helfen. Die Liga testet aktuell Möglichkeiten, wie man darüber herausfinden könnte, mit welchen Kollegen ein mit SARS-CoV-2 infizierter Spieler in Kontakt war.

Disney soll auf die Gesundheitsdaten der NBA-Spieler keinen Zugriff erhalten, wohl aber informiert werden, wenn es darum geht, Sicherheitsprotokolle einzuhalten.

Ein Weg, wie das passieren soll, funktioniert so: Über das MagicBand lässt sich der Zugang der Athleten zum Campus-Gelände steuern. Die NBA prüft aktuell eine Software zur Zugangskontrolle, die Spielern - basierend auf ihrem Gesundheitsstatus - Einlass gewähren oder verweigern könnte.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Weiteres Tool schlägt nach fünf Sekunden Alarm

Im Sicherheitskonzept der NBA finden sich auch einige kuriose Regeln, die "USA Today" zusammengefasst hat. So ist es verboten, auf dem Spielfeld die Finger abzulecken, um mehr Grip zu bekommen. Tischtennis-Matches sind auf zwei Personen limitiert, es gibt exakte Regeln, wie die Basketbälle zu desinfizieren sind, und Termine für Friseur, Mani- und Pediküre finden gestaffelt statt.

Spieler und Betreuer sollen sich zudem an Distanzregeln halten. Ein in ihre Ausweise integriertes Gerät gibt einen Alarmton ab, sobald man sich länger als fünf Sekunden in einer Entfernung von unter zwei Metern zu einer anderen Person aufhält.

Laut dem Sicherheitskonzept der NBA erkennt das Gerät aber Paarungen, für die kein Alarm nötig ist - Teamkollegen untereinander oder Ärztin und Patient. Der Einsatz dieses Geräts soll aber optional sein.

Spieler haben Datenschutzbedenken

Einige der Athleten haben angesichts der riesigen Datenmengen, die gesammelt werden sollen, Bedenken angemeldet. NBA-Commissioner Adam Silver äusserte Verständnis und sagte, kein Spieler werde dafür bestraft werden, wenn er nicht in den Komplex einziehen wolle.

"Es werden enorme Opfer von jedem verlangt, der involviert ist", sagte Silver dem Sportsender ESPN. Es sei keine ideale Situation, inmitten einer Pandemie "unser neues Normal" zu suchen. "Ich kann verstehen, dass einige Spieler sagen, das ist nichts für sie."

Nach Angaben der Liga werden alle gesammelten Daten nach Abschluss der Saison innerhalb von vier Wochen gelöscht. In ihrem Konzept stellt die NBA zudem klar: Wer sich nicht an die Regeln hält, darf nicht spielen und muss den Campus verlassen.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Verwendete Quellen:

  • Cnbc.com: Inside the NBA’s plan to use smart technology and big data to keep players safe from coronavirus
  • TheAthletic.com: Inside the NBA Bubble: Details from NBPA memo obtained by The Athletic
  • Ouraring.com: WVU Rockefeller Neuroscience Institute announces capability to predict COVID-19 related symptoms up to three days in advance
  • UsaToday.com: NBA safety protocols include interesting rules: No licking hands on court; ping-pong limited to two players
  • Disneyworld.eu: MagicBands & Cards – Frequently Asked Questions

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